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Ölpreis sinkt während der Corona-Krise – Jetzt Heizöl bestellen?

Stand:

Zusätzlich zur Corona-Epidemie sorgt derzeit ein Streit um weltweite Fördermengen für niedrige Ölpreise. Für Besitzer von Ölheizungen ist das eine Chance, günstig Heizöl zu bestellen. Doch es kann sich lohnen, noch zu warten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wer jetzt Heizöl bestellt, kann den Tank günstig füllen. Voraussichtlich ist es in ein paar Wochen sogar noch günstiger. Kaufgemeinschaften können den Preis gegebenenfalls zusätzlich attraktiver machen.
  • Langfristig ist es aber sowohl fürs Klima als auch für das eigene Konto besser, auf andere Heizsysteme zu setzen.
  • Aktuelle Fördermittel machen den Umstieg leichter.
Ein Lieferwagen für Heizöl steht vor einem Haus.
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Der Preis für Heizöl ist in den vergangenen Wochen so tief gefallen, wie seit langem nicht mehr: Am 9. März fiel der Preis auf circa 51 Cent pro Liter und lag damit so niedrig wie zuletzt im Juni 2017. Im Januar dieses Jahres mussten Verbraucher noch knapp 20 Cent mehr pro Liter zahlen. Bei einer Bestellung von 3000 Litern bedeutet das einen Unterschied von 600 Euro. Ein Scheitern der Verhandlungen zwischen den ölfördernden Staaten hatte zu diesem Preisrutsch geführt.

Obwohl die Rohölpreise seit dem Preisrutsch im März weiter gefallen sind, profitieren Heizölverbraucher bisher noch nicht davon. Die aktuell hohe Nachfrage führt zu regionalen Verknappungen, verbunden mit langen Lieferzeiten und Preisaufschlägen. Daher sind die Preise sogar wieder leicht gestiegen, auf aktuell durchschnittlich 57 Cent pro Liter.

Der Ölmarkt wird in den kommenden Monaten von einem massiven Überangebot bestimmt bleiben – sogar dann, wenn die ölfördernden Staaten sich einigen. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass sich die Situation beim Heizöleinkauf in den nächsten Wochen bessern wird. Dann sollten Verbraucher von noch niedrigeren Preisen profitieren können. Wenn Sie noch genug Heizöl im Tank haben, sollten Sie deshalb warten, den Markt weiter beobachten und auf fallende Preise setzen.

Wenn Sie kürzlich zu höheren Preisen Heizöl geordert haben, können Sie die Bestellung bei Vorliegen gewisser Voraussetzungen auch noch widerrufen – solange das Öl noch nicht im Tank gelandet ist.

Abschied von der Ölheizung?

Die fehlende Planungssicherheit mit dem Preis ist eines der Argumente für den Umstieg auf ein anderes Heizsystem: Kein anderer Energieträger unterliegt so starken preislichen Schwankungen wie das Heizöl. Im Moment profitieren Ölheizungsbesitzer davon. Doch in anderen Situationen kann das Heizen für sie genauso plötzlich viel teurer werden. Hinzu kommt ab 2021 die Belastung durch eine CO2-Abgabe. Hier kommen auf Hausbesitzer jährliche Zusatzbelastungen im dreistelligen Bereich zu. Wie viel das für Sie persönlich bedeutet, können Sie mit unserem CO2-Rechentool ermitteln.

Wer auf das klimafreundliche Heizen mit erneuerbaren Energien umsteigt, etwa in Form von Wärmpumpen- oder Holzpelletheizungen, vermeidet diese Abgabe ganz. Außerdem sind derzeit erhebliche Zuschüsse von 45 Prozent für diesen Umstieg möglich. Beim Wechsel auf eine Gas-Heizung mit unterstützender Solarwärme-Anlage kann der Zuschuss 40 Prozent betragen. Bei einem solchen Wechsel entfällt die CO2-Abgabe zwar nicht ganz, fällt aber deutlich geringer aus.


Alle unsere Verbraucher-Informationen zu Corona finden Sie übrigens auch auf unserer Übersichtsseite zum Thema.