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Grauer Kapitalmarkt: Anbieter fischen in Sozialen Medien

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Über Facebook, Instagram & Co. werden auch dubiose Geldanlage-Produkte angeboten. Dann heißt es besonders vorsichtig sein, denn es können Schneeballsysteme dahinter stecken.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Fragwürdige Anbieter von Geldanlagen nutzen vermehrt Facebook, Instagram & Co., um Kontakt zu jungen Interessenten aufzubauen. 
  • Das zeigen bundesweite Beschwerden bei den Marktwächtern der Verbraucherzentralen.
  • Wer sich in Sozialen Netzwerken einmal für die Angebote interessiert hat, wird die Vermittler manchmal nicht mehr los.
Frau sitzt verärgert vor einem Laptop
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Immer häufiger nutzen Anbieter inzwischen Soziale Medien als Vertriebskanäle für dubiose Geldanlageprodukte. Das zeigen bundesweite Beschwerden, die beim Marktwächter-Team der Verbraucherzentralen eingegangen sind.

Vorsicht bei Geldanlage-Angeboten über Soziale Medien

Die Marktwächter-Experten sehen einen Trend, Produkte des Grauen Kapitalmarkts über Social-Media-Kanäle zu bewerben und zu vertreiben: Am häufigsten kontaktierten die Anbieter Verbraucher dabei über Facebook. Aber auch über Messenger-Dienste und Instagram versuchten sie, Netzwerke zu generieren und potenzielle Interessenten für ihre teils undurchsichtigen Geldanlagen zu gewinnen. Diese Form der Kontaktaufnahme ist auch als Network Marketing bekannt.

Anders als zum Beispiel mit der Werbung auf einer Unternehmens-Webseite werden über Soziale Medien Identifikationsfiguren geschaffen, die direkt mit Verbrauchern in Kontakt treten. Über angebliche persönliche Erfolgsstories sprechen Anbieter besonders jüngere Verbraucher in einem persönlicheren Umfeld an.

Abzocke statt versprochener Rendite?

Auf welche Weise der versprochene Gewinn oder die angepriesene Rendite erwirtschaftet werden sollen, bleibt dabei unklar: Die von den Marktwächtern gesichteten Angebote sind häufig nicht transparent, die angeblichen Informationsvideos unkonkret, schriftliche Unterlagen gibt es nicht.

In etwa zwei Drittel der gemeldeten Fälle vermuten die Marktwächter, dass das Geschäftsmodell schlicht ein Schneeballsystem ist. Dafür spricht auch, dass Interessenten aufgefordert wurden, neue Mitglieder zu werben. Hierfür sollten sie wiederum Vergünstigungen bei Mitgliedsbeiträgen bekommen oder sogenannte passive Einkommen generieren.

Wer sich einmal für die Angebote interessiert hat, wird die Vermittler zudem manchmal nicht mehr los: Verbraucher schilderten, dass sie unaufgefordert von fremden Personen kontaktiert und sowohl in sozialen Medien als auch telefonisch mit unseriösen Angeboten regelrecht belästigt wurden.

Mehr Informationen zu Sozialen Netzwerken als neuer Vertriebskanal für dubiose Geldanlageprodukte finden Sie bei den Marktwächtern.

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Woran Sie ein Schneeballsystem erkennen

Was genau ein sogenanntes Schneeballsystem ist und woran Sie es erkennen, erklären wir hier.