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Negativzinsen: Antworten auf die wichtigsten Fragen

Stand:
  • Immer mehr Kreditinstitute kontaktieren ihre Bestandskunden und wollen ein sogenanntes Verwahrentgelt bei Guthaben auf Giro- und Tagesgeldkonten vereinbaren. In den Medien ist oft ist auch die Rede von Negativzinsen, Strafzinsen oder Minuszinsen.
  • Im Schnitt betragen diese Negativzinsen 0,5 Prozent des Guthabenbetrags.
  • Negativzinsen sollen teils ab Guthaben von 50.000 Euro oder 100.000 Euro gelten. Wir haben aber auch schon davon gehört, dass vereinzelt Kreditinstitute Verwahrentgelte bereits ab dem ersten Euro Guthaben verlangen.
  • Überlegen Sie nüchtern, ob Sie eine solche Vereinbarung mit Ihrem Kreditinstitut treffen wollen. Wenn Ihr Kreditinstitut die Kündigung Ihres Girokontos ankündigt, falls Sie die Vereinbarung nicht unterzeichnen, berücksichtigen Sie bei Ihrer Entscheidung auch, ob Sie bereit wären, Ihr Kreditinstitut zu wechseln.
Negativzinsen: Eine Hand malt einen fallenden Zinspfeil auf eine Tafel
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Droht Ihre Bank mit der Kündigung Ihres Girokontos, wenn Sie keine Negativzinsen unterschreiben?

Wir haben die wichtigsten Frage und Antworten für Sie zusammengestellt.

Ich bin Bestandskunde. Darf mein Kreditinstitut einfach Negativzinsen von mir verlangen?

Das Kreditinstitut darf von Ihrem Guthaben nicht ohne Ihre Zustimmung Negativzinsen einbehalten. Es muss mit Ihnen eine Vereinbarung darüber treffen. Das bedeutet: Sie müssen einverstanden sein.

Darf das Kreditinstitut „die Geschäftsbeziehung“ mit mir kündigen, wenn ich die Vereinbarung über Negativzinsen nicht unterschreibe?

Ja, den Kreditinstituten steht normalerweise ein ordentliches Kündigungsrecht zu. Selbst wenn Ihr Girokonto dort schon dreißig Jahre bestanden hat.

Sind Negativzinsen bzw. Verwahrentgelte rechtswidrig? Werden bereits Gerichtsverfahren durchgeführt?

Die Verbraucherzentrale Sachsen führt aktuell ein Verfahren gegen die Sparkasse Vogtland. Dort geht es um die Frage, ob Kontoführungskosten und Negativzinsen – und damit doppelte Kosten – für ein Girokonto verlangt werden dürfen.

Kündigen die Kreditinstitute wirklich?

Ja, uns wurde - bisher allerdings nur vereinzelt - von Kündigungen berichtet.  

Was hat die Kündigung für Auswirkungen?

Wir wissen nicht, ob ein vom Kreditinstitut gekündigtes Girokonto beispielsweise Konsequenzen für Ihren Scoring-Wert bei der Schufa hat.

Kann ich das Kreditinstitut wechseln?

Ja. Die Kreditinstitute sind nach dem Gesetz sogar verpflichtet, Ihnen beim Wechsel zu helfen. Nutzen Sie unseren Musterbrief für den Kontowechsel.

Wo finde ich ein günstiges Girokonto?

Die Stiftung Warentest bietet einen Girokontovergleich.

Wo soll man sein Geld heute noch anlegen? Soll ich bei der Geldanlage einfach den Vorschlägen meines Kreditinstituts folgen?

Geldanlage ist eine sehr persönliche Angelegenheit, je nachdem welches Sicherheitsbedürfnis oder welche Anlageziele Sie haben.

Mehr Informationen dazu finden sie hier: Niedrigzinsen: Wie soll man sein Geld heute noch anlegen?

Die Verbraucherzentralen beraten sie zum Thema Geldanlage individuell und unabhängig.

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