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Pflanzenpulver "Grüne Mutter" - nun ohne Bio- und Gesundheits-Werbung

Stand:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die vollmundigen Gesundheitsversprechen für das Nahrungsergänzungsmittel "Organic Alpha Grüne Mutter" gerade gegenüber kranken Menschen empfand ein Verbraucher unverantwortlich und beschwerte sich bei lebensmittelklarheit.de
  • Die Verbraucherzentrale Hessen stimmte ihm zu und stellte bei der Kennzeichnung und Bewerbung des Produkts weitere Verstöße gegen geltendes Recht fest. Sie mahnte die Organic Alpha LCC aus den USA als verantwortliches Unternehmen mit Erfolg ab.
  • Die Health-Claims-Verordnung verbietet Lebensmittelanbietern, ihrer Phantasie bei der Werbung mit gesundheitsbezogenen Angaben freien Lauf zu lassen.
  • Die EU-Öko-Verordnung legt fest: "Wo bio oder öko drauf steht, muss auch bio oder öko drin sein".
Organic Alpha grüne Mutter
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Gesundheitswerbung – nur weniges erlaubt

Um dem Wildwuchs an nicht belegten Gesundheitsversprechen bei Lebensmitteln Einhalt zu gebieten, hat die Europäische Union 2006 die so genannte Health-Claims-Verordnung (HCVO), erlassen. Danach sind den Herstellern nur wenige gesundheitsbezogene Aussagen vor allem zu Vitaminen und Mineralstoffen erlaubt.

Sowohl auf den Etiketten der Produktverpackung als auch bei den Verkaufsangeboten im Internet verlieh die Firma Organic Alpha LCC aus Los Angeles ihrem Pflanzenpulver "Organic alpha Grüne Mutter" einen gesunden Anstrich. Die Überschriften wie "Leberentgiftung", "Zellschutz Antioxidantien" oder "Nerven- & Gehirnsupport", unter denen die Anbieter einzelne Zutaten aufs Etikett des Pflanzenpulvers druckten, werten die hessischen Verbraucherschützer als unzulässige Hinweise auf vielfältigen Gesundheitsschutz.

Im online-Shop des Anbieters und auf amazon.de kam noch mehrfach unzulässiger Krankheitsbezug hinzu. Aussagen wie "Blutregenalgen wirken mildernd bei chronischen Schmerzen in den Gelenken" oder "Polysaccharide verhindern die abnormale Bildung von Blutgefäßen, einer Vorstufe von unkontrollierter Wucherungen wie Krebs" sind für Lebensmittel grundsätzlich verboten.

Wo bio drauf steht, muss auch bio drin sein

Die EU-Öko-Verordnung legt die Bedingungen fest, die Lebensmittel erfüllen müssen, die der Anbieter mit "bio" oder "öko" bezeichnen oder bewerben will. Das betrifft die Produktion, die Aufbereitung, den Vertrieb ökologischer/biologischer Lebensmittel ebenso wie die Angaben bei der Kennzeichnung und Bewerbung der Produkte. Den Markennamen "organic alpha" können Verbraucher nach Auffassung der Verbraucherzentrale Hessen als Hinweis auf ein Bio-Lebensmittel verstehen. Mindestens 95 Prozent der Zutaten eines "Bio" oder "Öko"-Lebensmittels müssen dann jedoch die Bedingungen der EU-Öko-Verordnung erfüllen, beispielsweise aus ökologischem Anbau stammen. Das war hier nicht der Fall.

Verbraucherzentrale Hessen mahnte erfolgreich ab

Der Anbieter wirbt nicht länger mit den unzulässigen Gesundheitsversprechen, hat den Markennamen auf dem Produkt geändert und weitere Kennzeichnungsverstöße beseitigt:

  • Der Hinweis "Keine der auf dieser Seite genannten möglichen Wirkweisen ist garantiert und zweifelsfrei belegt" widersprach der Health-Claims-Verordnung.
  • Der Hinweis "Gibt deinem Organismus, was er braucht, weil er es durch moderne Lebensmittel nicht mehr bekommt" täuschte Verbraucher über die Qualität herkömmlicher Lebensmittel.
  • Die Schriftgröße auf der Verpackung lag mehrfachunter der vorgeschriebenen Mindestgröße von 1,2 mm – unter anderem bei der Zutatenliste.

Unseriöse Gesundheitsversprechen durchschauen

Wenn Hersteller versprechen, ein Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel könne die Körperfunktion über das normale Maß hinaus steigern, ist das ein Hinweis auf unseriöse Gesundheitswerbung. Verbraucher können sich mit Beschwerden über die Kennzeichnung und Werbung für herkömmliche Lebensmittel an das Portal lebensmittelklarheit.de und für Nahrungsergänzungsmittel an klartext-nahrungsergaenzung.de wenden.