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So nicht: "Roggen-Knäcke" mit mehr Weizen als Roggen

Stand:

Das "Butterfly Bio-Roggen-Knäcke" führte Weizenmehl als erste Zutat auf. Dies suggeriert aber, dass der Getreideanteil zu mindestens 90 Prozent aus Roggen bestehen sollte. Nach erfolgreicher Abmahnung der Verbraucherzentrale heißt das Knäckebrot nun "Bio-Knäcke".

Butterfly Roggen Knäcke

Roggen-Knäckebrot

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Darum geht’s

Die Butterfly-Biobäckerei aus Wiefelstede wies mit dem Produktnamen "Bio-Roggen-Knäcke" auf Roggen als die Getreideart mit dem mengenmäßig größten Anteil im Knäckebrot hin. In der Zutatenliste stand an erster Stelle der jedoch Weizen. Roggenschrot kam erst an sechster und Roggenvollkornmehl an letzter Stelle.

Zudem waren die Zutaten nicht korrekt in mengenmäßig absteigender Reihenfolge genannt, denn Salz stand an zweiter Stelle der Zutatenliste.

Das ist geregelt

Nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) müssen sämtliche Zutaten eines Lebensmittels in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils in der Zutatenliste stehen. Dies gilt für den Zeitpunkt ihrer Verwendung bei der Herstellung, da sich durch Trocknung die Anteile verändern können.

Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs für Brot und Kleingebäck soll Brot mit der Bezeichnung "Roggen-…" einen Roggenanteil von mindestens 90 Prozent haben, bezogen auf den Getreideanteil zum Zeitpunkt der Zubereitung. Leitsätze sind jedoch nicht rechtsverbindlich.

Das haben wir erreicht

Die Verbraucherzentrale Hessen hat am die Firma Butterfly -– die Biobäckerei wegen täuschender Bezeichnung des "440 Bio-Roggen-Knäcke" abgemahnt. Der Hersteller hat zugesagt, ab sofort kein "Bio-Roggen-Knäcke" mehr anzubieten, wenn dessen Roggenanteil nicht mindestens 90 Prozent beträgt. Außerdem wird der Anbieter die Zutaten im Zutatenverzeichnis künftig wie vorgschrieben in absteigender Reihenfolge des Gewichtsanteils nennen. Der Roggenanteil bei "Bio-Roggen-Knäcke" wird ausgewiesen.

Status

Seit Mai 2017 vertreibt der Anbieter sein Knäckebrot als "Bio-Knäcke".