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ES GEHT NICHT NUR UM DIE WURST

Pressemitteilung vom

Die Schwachstellen und Mängel in der Struktur der Lebensmittelüberwachung sind aus Lebensmittelskandalen bekannt. Angesichts des aktuellen Falles mit Listerien belasteter Waren des Wurstherstellers Wilke hält die Verbraucherzentrale Hessen eine grundlegende Reform der Lebensmittelüberwachung in Hessen und bundesweit für unabdingbar. Die gesetzlichen Grundlagen für den Vollzug von Aufgaben des Veterinärwesens und der Lebensmittelüberwachung müssen geändert werden.

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Verbraucherschutzministerin Hinz hat in ihrem Bericht zum Fall Wilke unter anderem eine Stärkung der Fachaufsicht, umfassendere Meldepflichten an die Fachaufsicht und umfangreichere, auf die Risikoeinstufung der Betriebe abgestimmte Kontrollen angekündigt. Vorgaben zum Umfang und zur Frequenz der vorgeschriebenen Eigenkontrollen der Betriebe sollen erfolgen.

„Den Ankündigungen müssen jetzt konkrete Umsetzungsschritte folgen“, so Andrea Schauff, Leiterin der Fachgruppe Lebensmittel und Ernährung in der Verbraucherzentrale Hessen. „Es muss klar sein, bis wann welche konkreten Maßnahmen realisiert und deren Wirksamkeit überprüft werden.“ Gemeinsam mit den Verbraucherzentralen und dem Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Verbraucherzentrale Hessen Konsequenzen:

Verantwortung für die Überwachung auf Länderebene

Die kommunale Organisation der Lebensmittelüberwachung ist angesichts landesweit und international arbeitender Betriebe nicht mehr zeitgemäß. Im Krisenfall muss der Bund die Koordinierung übernehmen.

Häufigere Kontrollen und Transparenz der Ergebnisse

Regelmäßige, der Risikoeinstufung entsprechend häufigere und unangemeldete Kontrollen der Betriebe sind erforderlich. Die Entwicklung, dass die  Lebensmittelkontrollen – sowohl in Hessen als auch bundesweit – rückläufig sind, muss gestoppt werden. Die Kontrollergebnisse müssen regelmäßig und einfach verständlich veröffentlicht werden, zum Beispiel in Form eines „Hygienebarometers“.

Behörden müssen Rückrufe selbst durchführen können

Aktuell müssen die Behörden einen Rückruf zunächst dem betroffenen Unternehmen überlassen. Um Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen, müssen die Behörden Weiterverarbeiter und Einzelhandel selbst schnell und umfassender über gesundheitsgefährdende oder ekelerregende Produkte informieren können.

Nachvollziehbare Lieferketten

Die digitale Transparenz der Lieferanten und Abnehmer muss verbessert werden. Betriebe sollten jederzeit in der Lage sein, Lieferketten bis zur Endverkaufsstelle nachzuvollziehen. Die amtliche Überwachung muss jederzeit Zugriff auf dieses System haben.

Schnelle und umfassende Rückrufe

Rückrufe und Verbraucherinformationen müssen leicht verständlich und eindeutig sein. Sie sollten über das Internet auf lebensmittelwarnung.de, die Presse, deutlich sichtbare Aushänge im Einzelhandel sowie eine zentrale Telefonhotline erfolgen.

Lebensmittelüberwachung ausreichend ausstatten

Die Überwachungsbehörden müssen entsprechend ihrer Aufgaben qualitativ, finanziell und personell ausgestattet werden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.