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DIGITALISIERUNG IM PFLEGEHEIM: BEWOHNER GEHEN LEER AUS

Pressemitteilung vom

Da die pflegenden Kinder im Urlaub sind, muss der 75 jährige Vater im Rahmen der Kurzzeitpflege in das nahegelegene Pflegeheim. Bei der Aufnahme fragt er nach den W-LAN-Zugangsdaten und wird mehr als verwundert angesehen. Internetzugang gibt es nur im Gemeinschaftsraum. Die Zimmer der Heimbewohner sind außen vor.

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„Das ist leider ist das kein Einzelfall“, sagt Daniela Hubloher, Patientenberaterin der Verbraucherzentrale Hessen. „Die Betreiber von Pflegeheimen haben offenbar noch nicht erkannt, dass Seniorinnen und Senioren längst im digitalen Zeitalter angekommen sind.“

Vielfältiger Nutzen

Online-Banking, Lieblings-Serien streamen, Kontakt zu den Enkeln halten, Fotos mit den Angehörigen teilen, online spielen oder mit anderen Heimbewohnern Kontakt aufnehmen – ein kostenloser W-LAN-Anschlusses für Bewohner von Pflegeheimen kann der Isolation entgegenwirken. Selbst ein Bettlägriger könnte per Videochat an Beschäftigungen teilnehmen.

Vorteil für die Einrichtung: die Bewohner könnten ohne Zeitdruck ihr Essen oder Medikamente vom Zimmer aus bestellen oder mit dem Arzt per Videochat kommunizieren. „Ein Internetzugang ist heutzutage oft Voraussetzung für eine selbstständige, selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Das muss auch in Pflegeheimen gewahrt und gefördert werden“, so Hubloher weiter. 

Ausstattung nicht bekannt

Die Verbraucherzentralen haben im Rahmen des bundesweiten Projektes Wirtschaftlicher Verbraucherschutz bei den Heimaufsichten der Bundesländer nachgefragt. Sie wollten erfahren, wie sich die Realität in puncto W-LAN- bzw. Internetanschluss in den Zimmern der Heimbewohner gestaltet. Nur aus sieben Bundesländern kam eine Antwort. Und diese waren unisono sehr ernüchternd: Die Heimaufsichten erfassen nicht, ob die Bewohner von Pflegeheimen in ihren Zimmern W-LAN oder Internet zur Verfügung haben.

Hintergrund:

In der Ausführungsverordnung zum Hessischen Gesetz über Betreuungs- und Pflegeleistungen steht: „Jeder Wohnplatz soll über einen Telekommunikationsanschluss, der die Nutzung von Rundfunk, Fernsehen, Telefon und Internet ermöglicht, verfügen.“

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