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GOLD ALS GELDANLAGE ZIEHT EHER JÜNGERE AN

Pressemitteilung vom

In Zeiten niedriger Zinsen scheint Gold für einige Verbraucher eine attraktive Anlage-Alternative zu sein: Etwa drei von zehn Befragten können sich vorstellen, in physisches Gold zu investieren. Besonders jüngere Befragte scheinen daran interessiert zu sein. Das zeigt eine Umfrage, die das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen in Auftrag gegeben hat. 
 

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„Anbieter von Gold-Investments feiern den aktuell hohen Goldpreis und werben für das Edelmetall als krisenfeste Geldanlage“, berichtet Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen. Gold-Investments sind allerdings nicht durch Anlegerschutzgesetze geregelt und gehören zum Grauen Kapitalmarkt. Das Marktwächter-Team gab deshalb eine repräsentative Umfrage in Auftrag, um herauszufinden, wie Verbraucher zu Gold-Investments stehen, welche Eigenschaften sie Gold als Geldanlage zuschreiben und wie sie Risiken und Sicherheit dieser Anlageform bewerten.

Hauptargument: eine sichere Geldanlage

Etwa drei von zehn Befragten (28 Prozent) können sich vorstellen, in physisches Gold wie Barren oder Münzen zu investieren. Bemerkenswert ist die höhere Zustimmung zu Gold unter den jüngeren (bis 29 Jahre) Befragten: In dieser Altersgruppe kann sich mehr als jeder Vierte (38 Prozent) und ein solches Investment vorstellen, in der Gruppe der über 60-Jährigen dagegen nur jeder Fünfte (20 Prozent).
Befragt dazu, welche Argumente für den Goldkauf sie befürworten, stimmen 87 Prozent der an Gold interessierten Verbraucher der Aussage zu, dass Gold in unsicheren Zeiten eine sichere Anlageform sei. Es habe selbst dann noch einen Wert, wenn das Finanzsystem zusammenbrechen sollte, meinen sogar 92 Prozent dieser Interessierten. Dass Gold immer einen „echten Gegenwert“ biete, ist für 79 Prozent dieser Gruppe ein Kaufgrund, ein erwarteter Anstieg des Goldpreises für 59 Prozent. 

Viele finden Gold als Kapitalanlage nicht überzeugend

Diejenigen Befragten, die sich ein Investment in Gold nicht vorstellen können (71 Prozent), geben als Grund dafür am häufigsten an, die Idee einer Kapitalanlage in Gold überzeuge sie nicht: 67 Prozent dieser Gruppe stimmen dieser Aussage zu. Dass Gold als Kapitalanlage nicht flexibel genug ist, spricht für 54 Prozent dieser Personen gegen ein solches Investment. Für die Hälfte (49 Prozent) sind zudem die zu hohen Umwelt- und Sozialkosten, die beim Abbau anfallen, ein Argument gegen Gold.
Tatsächlich bereits in Gold investiert haben laut der Umfrage 10 Prozent aller Befragten. Zum Vergleich: In geschlossene Fonds hat ein Viertel (25 Prozent) der Be-fragten schon einmal investiert, in sonstige nicht börsengehandelte Beteiligungen 12 Prozent.  „Die Ergebnisse der Umfrage deuten darauf hin, dass die teils irreführende Werbung der Anbieter von Gold als sichere und krisenfeste Geldanlage greift“, sagt Wolf Brandes. 

Nicht immer eine glänzende Idee

Investments in Goldsparpläne, Golddepots oder der Kauf von Münzen und Barren als Geldanlage sind nicht gesondert reguliert – zählen also zu Produkten des Grau-en Kapitalmarkts. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der an Gold Interessierten fänden es aber wichtig, dass es eine Aufsicht über die Anlageform gibt. 
„Gold ist keinesfalls der sichere Hafen, als der es oft verkauft wird, sondern eine riskante und spekulative Geldanlage“, resümiert Wolf Brandes. „Außerdem sind viele Produkte, mit denen Verbraucher in Gold investieren können, mit hohen Kosten für Vertrieb, Versicherung und Lagerung verbunden.“ So tauchten im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen Beschwerden zu überhöhten Preisen, dem Ver-kauf überteuerter Kleinstmengen und zu irreführender Werbung mit der Sicherheit auf. Wie wichtig die Konditionen sind zeigt dieses Ergebnis der Umfrage: 93 Prozent der an Gold interessierten Verbraucher wollen, dass die Kosten nachvollziehbar und angemessen dargestellt werden.

Weitere inhaltliche und methodische Details zur Umfrage zu Gold-Investments

Kurzpapier „Investments in Gold. Sichere Anlage in unsicherer Zeit?“ des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hessen 

Methode: Telefonische Interviews (CATI Mehrthemenbefragung) auf Basis einer Dual Frame Stich-probe; Stichprobengröße: n = 1.011; Stichprobenbeschreibung: repräsentative deutschsprachige Bevölkerung ab 18 Jahren; Erhebungszeitraum: 11. bis 13.06.2019, statistische Fehlertoleranz: +/- 3,1 Prozentpunkte in der Gesamtstichprobe; durchführendes Institut: forsa marplan Markt- und Mediaforschungsgesellschaft mbH.

Über den Marktwächter Finanzen

Der Marktwächter Finanzen ist ein Projekt, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten. Hier-für werden Beschwerden und Beratungen von Verbrauchern aus allen 16 deutschen Verbraucherzentralen über ein Frühwarnnetzwerk systematisch ausgewertet. Zudem werden empirische Untersuchungen durchgeführt. So können Schwachstellen und Fehlentwicklungen erkannt, Verbraucher frühzeitig gewarnt und Aufsichts- und Regulierungsbehörden bei ihrer Arbeit unterstützt werden. Insgesamt untersuchen fünf Schwerpunkt-Verbraucherzentralen den Finanzmarkt: Baden-Württemberg (Geldanlage und Altersvorsorge), Bremen (Immobilienfinanzierung), Hamburg (Versicherungen), Hessen (Grauer Kapitalmarkt) und Sachsen (Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite). Der Marktwächter Finanzen wird durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert. www.marktwaechter.de/finanzen

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