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ÜBERTEUERTE KREDITE DURCH ZUSATZPRODUKTE

Die Verbraucherzentrale ist dem im Januar 2018 neu gegründeten „Bündnis gegen Wucher“ beigetreten. Die Verbraucherschützer und das Institut für Finanzdienstleistungen wollen eine Verschärfung der Bewertung von Kreditverträgen erreichen. Zusatzprodukte wie Restschuldversicherungen verteuern die Kredite, treiben Verbraucher systematisch in die Verschuldung und Gerichte wenden den Wucherparagraphen nicht an. 

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Seit Jahren werden regelmäßig beim Verkauf von Ratenkrediten teure Zusatzversicherung mitverkauft. Im Fokus stehen an erster Stelle teure Restschuldversicherungen. Eine Verbraucherin aus Frankfurt hatte zum Beispiel einen Finanzbedarf von 31.500 €. Zum Kredit bot ihr die Bank eine Restschuldversicherung an. Der einmalige Versicherungsbetrag belief sich auf 8.511 €. Somit belief sich die Kapitalschuld am Ende auf rund 40.000 €.

Banken profitieren doppelt

„Der von der Verbraucherin benötigte Kreditbetrag erhöhte sich damit um 27%. Dieser Mehrbetrag floss an eine nicht zwingend notwendige Versicherung und verteuerte den Kredit erheblich “, sagt Dr. Michael Dettelbacher, Abteilungsleiter Verbraucherrecht und -politik, Verbraucherzentrale Hessen, „schließlich wurde der Beitrag mitfinanziert und bringt der Bank damit weitere Zinseinnahmen.“ Besonders verwerflich ist, dass oft mehr als die Hälfte der Versicherungsprämie als Provision direkt an die Banken zurückfließt. Dies bestätigt eine Studie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Bündnis gegen Wucher

In Gerichtsverfahren werden die hohen Prämien für Restschuldversicherungen bei der Prüfung zur Sittenwidrigkeit nicht berücksichtigt. Es werden allein die Zinssätze miteinander verglichen. Dies führt regelmäßig dazu, dass weit überteuerte Kredite nicht als sittenwidrig eingestuft werden. Das „Bündnis gegen Wucher“ will gegen überhöhte Kreditzinsen sowie sinnlose und teure Zusatzversicherungen von Banken vorgehen. Denn immer wieder geraten Verbraucher dadurch in die Schuldenfalle. Die Verbraucherzentrale Hessen unterstützt diese Forderung und ist deshalb dem „Bündnis gegen Wucher“ beigetreten.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.