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UMFANGREICHER UND DIFFERENZIERTER

Pressemitteilung vom

Die bisherigen Pflegenoten werden vom 1. November 2019 an Schritt für Schritt abgeschafft. An ihre Stelle treten ausführlichere Informationen. Verbraucherinnen und Verbraucher erhalten dann allgemeine Informationen über die Einrichtung und über die Qualität der Pflege. Außerdem können sie die Ergebnisse externer Prüfungen einsehen. Die Verbraucherzentrale Hessen begrüßt das neue System.

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Ab November prüfen die Mitarbeiter der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung und der Prüfdienste der Privaten Krankenversicherung Pflegeheime anhand eines neu erarbeiteten Kriterienkatalogs. Dafür wurden die derzeit bestehenden Richtlinien wurden auf Basis wissenschaftlicher Studien überarbeitet.

In Zukunft führen die Prüfdienste in den Einrichtungen Gespräche mit jeweils neun Bewohnern. Dabei nehmen Sie auch den Pflegezustand der Bewohner in Augenschein. Damit erhält die tatsächliche Versorgungsqualität der Bewohnerinnen und Bewohner ein größeres Gewicht. Die Überprüfung der Dokumentationen und Aufzeichnungen wird weniger bedeutend.

Darüberhinaus stellen die Einrichtungen folgende Informationen zur Verfügung:

  • Allgemeine strukturelle Informationen zu ihrem Heim, wie zum Beispiel Zahl der Bewohner, Personalsituation und Ausstattung der Einrichtung.
  • Qualitätsdaten, die die Einrichtungen zweimal im Jahr anhand von zehn vorgegebenen Indikatoren erheben. Zu diesen Indikatoren zählen zum Beispiel der Anteil an Pflegebedürftigen mit Druckgeschwüren oder unbeabsichtigten Gewichtsverlusten, Stürze von Bewohnern oder wie häufig Gurte oder Bettenseitenteile angewandt werden.

Die Ergebnisse der Überprüfungen werden im Lauf des Jahres 2020 nach und nach im Internet auf den Seiten der Pflegekassen veröffentlicht.

„Die Veröffentlichungen nach dem neuen System werden umfangreicher und differenzierter sein als die bisherigen Pflegenoten. Ratsuchende haben künftig die Möglichkeit, individuelle Filter bei den Kriterien zu setzen, die ihnen besonders wichtig sind. Und sie können leichter mehrere Einrichtungen miteinander vergleichen. Eine Gesamtnote wie bisher wird es nicht mehr geben“, so Daniela Hubloher, Gesundheitsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen.

Trotz des neuen Systems zur Qualitätsdarstellung in Pflegeheimen ist es jedoch auch in Zukunft wichtig, sich vor einer Heimauswahl einen persönlichen Eindruck von der Einrichtung zu machen.

Weitere Informationen zur neuen Qualitätsdarstellung in Pflegeheimen

Hintergrund

Mit dem bisherigen System der Pflegenoten konnten gute Heime kaum von schlechten unterschieden werden, denn fast alle Pflegeheime hatten eine 1 vor dem Komma. Zudem war es möglich, dass beispielsweise durch das Aushängen eines Speiseplanes Mängel in der Pflege ausgeglichen werden konnten.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.