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KINDER ERLEBEN ESSEN ANDERS

Pressemitteilung vom

140 Fachkräfte aus der Kindertagespflege, Erzieherinnen und Erzieher sowie weitere Interessierte haben am 21. November 2019 den Fachtag „Bildungsort Esstisch!“ besucht. Die Veranstaltung der Verbraucherzentrale Hessen im Haus des Lebenslangen Lernens in Dreieich zeigte lebhaft auf, was frühkindliche Ernährungsbildung über den Tellerrand hinaus bedeutet. Im Mittelpunkt stand, die gemeinsamen Mahlzeiten mit Kindern als vielfältige Bildungschancen und auch als Möglichkeit zur Integration anderer Kulturen zu nutzen. Der Fachtag wurde vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) gefördert.

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Der Hessische Sozial- und Integrationsminister Kai Klose betonte, dass immer mehr Kinder in der Kita oder bei der Tagesmutter bzw. dem Tagesvater essen, damit Eltern Familie und Beruf vereinbaren können. Neben dem Elternhaus komme den pädagogischen Fachkräften deshalb auch im Bereich der Ernährungsbildung ein höheres Maß an Verantwortung zu. „Der Fachtag der Verbraucherzentrale Hessen verknüpft das Wissen über gesunde Ernährung mit den pädagogischen Zielen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes und zeigt, welche Bildungsanlässe für Kinder am Esstisch entstehen und genutzt werden können“, so Klose. Darüber hinaus gehe es darum, wie das Kinderrecht auf Gesundheit in der Kindertagesbetreuung umgesetzt werden kann und in welchem Rahmen die Kinder beteiligt werden können.

„Ein guter Blick auf die alltägliche Essenssituation mit fundiertem Fachwissen gehört unbedingt zur Qualifizierung von Fachkräften in der Kinderbetreuung“, sagt Bettina Meints-Korinth, Projektleiterin von der Fachgruppe Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale Hessen. „Wenn die Kleinen von Anfang an Lebensmittel kennenlernen, die ihrer Gesundheit zuträglich sind und diese in angenehmer Atmosphäre genießen können, haben sie ein geringeres Risiko, Übergewicht und mögliche Folgeerkrankungen zu entwickeln“, so Meints-Korinth.

Für Alexandra Kunz vom Deutschen Kinderschutzbund ist die Umsetzung der Kinderrechte ein zentraler Aspekt guter Qualität in der pädagogischen Arbeit. Es ist wichtig, dass Kinder ihre Rechte kennen. Das schützt sie und macht sie stark. Wichtig sind eine kinderrechtsorientierte Haltung der pädagogischen Fachkräfte und gute und tragfähige Konzepte, die sich an den Kinderrechten orientieren.

Edith Gätjen, Oecotrophologin und systemische Paar- und Familientherapeutin, machte in ihrem Vortrag allen Teilnehmenden sehr anschaulich deutlich: „Gemeinsame Mahlzeiten sind beziehungsstarke Momente, die zu einer Sättigung des körperlichen und des seelischen Hungers führen. Betreuungspersonen sollten für ein langfristig gelingendes Essverhalten der Kinder gut zwischen den signalisierten Bedürfnissen, physischen wie Hunger und Durst sowie emotionalen wie Kuscheln, des Kindes unterscheiden. Gute Be- und Erziehung können beim Essverhalten die Weichen richtig stellen.“

In den sechs Workshops vertieften die Teilnehmenden einzelne Aspekte wie Kinderrechte oder Essen mit allen Sinnen und erarbeiteten Möglichkeiten zur Integration in ihre praktische Arbeit. Alle waren sich einig: Nur große Offenheit gegenüber Kindern und ihrem unterschiedlichen Verhalten am Esstisch ermöglicht Bildungsanlässe. Jedes Kind bringt seine eigene „Essbiographie“ mit, die von Zeitgeist, familiärer Esskultur und Esserfahrungen, auch in anderen Ländern, geprägt ist.

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