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„Micro Greens“: In Zeiten von Corona einfach selbst für Frisches sorgen

Pressemitteilung vom

Unabhängig vom Nachschub an frischem Obst und Gemüse lässt sich auch in der Corona-Krise der Speisenplan auf natürliche Weise mit Nährstoffen aufpeppen. Aus fast allen Samen lassen sich einfach Sprossen oder kleine Pflänzchen ziehen. Teure Anzuchtsysteme oder vorbereitete Vliese mit Keimen sind dafür nicht nötig. „Ob als Belag auf Brot, im Salat, in warmen Speisen oder im Müsli, die Minis sorgen für Farbe, Geschmack und Nährstoffe“, sagt Wiebke Franz von der Verbraucherzentrale Hessen.

Zwei Schalen mit Tomatensuppe, darauf sind Sprossen gestreut
Off

Besonders junge Menschen haben die Sprossen und Mini-Pflänzchen, auch „Micro Greens“ genannt, für sich entdeckt. Geschäftstüchtige bieten dafür spezielle Anzuchtschalen bis hin zu Schränken und spezielle Keimsaat für das „neue Superfood“ an.

Einfach geht auch

Selbst gefertigtes Keimglas mit Sprossen
Foto: Verbraucherzentrale Hessen

Ein Küchensieb aus Edelstahl plus Glasschüssel oder ein Einmachglas, Gaze und Gummiband reichen für den Anfang aus. Es muss auch meist keine Spezialsaat mit Keimgarantie sein. Zum Keimen eignen sich fast alle für den Verzehr geeigneten unbeschädigten und unbehandelten Samen von Getreide (zum Beispiel Weizen, Roggen, Nackthafer), Hülsenfrüchte (Kichererbsen, ungeschälte Linsen) oder Sonnenblumenkerne. Auch aus Alfalfa-, Senf-, Kresse- oder Brokkoli- und Rettichsamen lassen sich die Mini-Pflänzchen ziehen. Diese benötigen nur etwas mehr Zeit zum Wachsen.

Wasser, Luft und Licht

Die Samen müssen nach mehrstündigem Einweichen in Wasser zwei- bis dreimal am Tag mit frischem Wasser gespült werden. Ansonsten benötigen sie nur Raumtemperatur, Luft und Licht sowie je nach Sorte mindestens zwei bis acht Tage Zeit zum Wachsen. „Wichtig dabei ist, dass keine Staunässe auftritt, um Schimmelbildung zu vermeiden. Einfach das Glas mit der Öffnung nach unten schräg stellen, dann kann das Wasser problemlos ablaufen. „Zu trocken dürfen sie aber auch nicht werden“, so Franz. Nach etwa zwei bis drei Tagen bilden sich ein kleiner Trieb und weiße Wurzeln. Diese Sprossen sind verzehrfertig. Sie schmecken süßlich und mild. Dauert das Wachstum länger, verfärbt sich der Trieb grün und es wachsen Blätter. Diese Micro Greens schmecken herber oder auch scharf (Senf, Rettich).

Tipp: Praktisch alle Sprossen und Minipflanzen können Sie roh verzehren. Lediglich die Sprossen von Hülsenfrüchten sollten Sie vor dem Verzehr blanchieren oder einfach gegen Ende der Garzeit zu den gekochten Speisen geben.

Salatteller mit selbstgezogenen Sprossen
Foto: Verbraucherzentrale Hessen

Während des Wachstums verändern sich die Keimlinge: sie wandeln das Eiweiß zu freien Aminosäuren und die Stärke zu Zucker um.

Vitamine und andere günstige Pflanzenstoffe vermehren sich. Ungünstige Stoffe, die zum Beispiel Blähungen verursachen können, bauen die Keimlinge ab. „Sprossen und Minipflanzen sind also gerade jetzt, wo wir uns mit vielen Nährstoffen stärken sollten, geeignet, für Abwechslung auf dem Teller zu sorgen“, sagt Franz. „Und nebenbei haben Kinder auch noch Spaß dabei, den Pflanzen beim Wachsen zuzusehen.“

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