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Ausgepumpt

Pressemitteilung vom
Verbraucherzentrale kritisiert Vorgehen von Fitnessstudios
Ärger mit dem Fitnessstudio-Vertrag: Eine Frau sitzt frustriert vor einem Laptop

Zahlreiche Menschen aus Hessen klagen derzeit über Probleme mit Fitnessstudio-Verträgen. Viele beschweren sich über verschleppte Rückzahlungen oder Vertragsverlängerungen, die die Studios mit Blick auf die Corona bedingten Schließzeiten einseitig vornehmen. Die Verbraucherzentrale Hessen gibt Hinweise zum Umgang mit den Studios.

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Viele Studios baten ihre Kundschaft während der Pandemie um Solidarität wegen der langen Schließungen. Beiträge sollten weiter gezahlt werden, um die Studios zu entlasten. Inzwischen ist klar: Die Solidarität war leider einseitiger als erhofft. 

„Wir erhalten aktuell zahlreiche Beschwerden. Viele fühlen sich nach der Wiederöffnung von den Studios über den Tisch gezogen“, berichtet Kai-Oliver Kruske, Jurist bei der Verbraucherzentrale Hessen. „Es ist mehr als ärgerlich, wenn Studios erst ihre treue Kundschaft anpumpen und diese dann um ihre Rechte bringen wollen.“ 

Zahlreiche Beschwerden

Einige Sportler geben an, sie werden vom Studio überraschend in neue Verträge gezwungen, bevor man überschüssige Beiträge erstatten könne. Andere erhalten trotz längst beendetem Vertrag weiterhin Abbuchungen ihrer ehemaligen Studios. 

Immer wieder heftig umstritten ist auch die Vertragslaufzeit. Studios wollen selbst nach längst bestätigter fristgerechter Kündigung Verträge einseitig verlängern. Verwiesen wird auf unterschiedliche Urteile, die Großteils ganz andere Fragen behandeln. Was die Studios verschweigen: Inzwischen gibt es auch mehrere Urteile, die einer ungewollten Vertragsverlängerung die Absage erteilen. 

Streit um Gutscheine

„Zu Streit führt auch die seit Mitte Mai 2020 geltende Gutscheinlösung. Einige Studios interpretieren die Regelung völlig willkürlich“, so Kruske. Dabei sind die gesetzlichen Grundlagen klar. Einen Gutschein muss überhaupt nur hinnehmen, wer einen Vertrag hat, der vor dem 08.03.2020 abgeschlossen wurde. Der Gutschein muss als COVID-19-Gutschein erkennbar sein. Das Guthaben ist uneingeschränkt für alle geschuldeten Zahlungen gegenüber dem Studio einsetzbar. Guthaben aus nicht eingelösten Gutscheinen können ab dem 01.01.2022 ausgezahlt werden.

Weitere Informationen, insbesondere zur aktuellen Rechtsprechung, stellt die Verbraucherzentrale in ihrem Blog-Beitrag „Fitnessstudio-Verträge in der Pandemie: Auch die sind einzuhalten“ zur Verfügung.

Hilfe erhalten Betroffene bei der Verbraucherzentrale Hessen, etwa über das kostenfreie Beratungstelefon unter der Nummer 069 97 19 40 240. Beschwerden über das Verhalten der Studios können an beschwerde@verbraucherzentrale-hessen.de gesendet werden.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.