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GEGEN DEN STREAM

Pressemitteilung vom
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Kai-Oliver Kruske ist Jurist und bei der Verbraucherzentrale Hessen als Referent für Verbraucherrecht tätig. Anlässlich des bevorstehenden Safer Internet Days informiert er zu Streaming-Diensten.

Zahlreiche Verbraucher beschwerten sich bereits bei der Verbraucherzentrale Hessen. Auf der Suche nach Streaming-Anbietern gelangen sie leicht an fragwürdige Angebote. Eine nur fünftägige kostenlose Testphase bieten vor allem unseriöse Seiten. Laut Impressum stecken dahinter wechselnde Firmen aus Großbritannien. Die Testphase soll sich automatisch zu einem kompletten Jahresabo verlängern. Das endet für die verwunderten Verbraucher oft mit Mahnschreiben über hunderte Euro. Die Adressen dieser Webseiten sind zahlreich und wechseln ständig, sie gleichen sich jedoch stark in der Optik.

Was empfehlen Sie Verbrauchern?

Meiden Sie diese Seiten unbedingt! Wenn Sie nicht sicher sind, wie seriös ein Unternehmen ist, können eine Recherche über Bewertungsplattformen wie z.B. www.trustpilot.de oder eine Google-Suche hilfreich sein. Aber auch dann sollten Sie kritisch bleiben. Bewertungen können manipuliert sein und zu ständig neu benannten Streaming-Seiten finden Sie nicht unbedingt sofort Kritik. Eine Informationsseite der Marktwächter versucht laufend, unseriöse Anbieter aufzulisten.

Warum warnt die Verbraucherzentrale vor solchen Seiten?

Die Beschwerden gehen in unterschiedliche Richtungen, stimmen uns aber immer nachdenklich. Teilweise funktioniert die Registrierung gar nicht vollständig. Teilweise können Verbraucher nach der Registrierung gar keine Videos anschauen. Dann denkt man natürlich als Verbraucher, dass man sich nicht weiter darum kümmern muss. Trotzdem landen plötzlich Mahnschreiben im Briefkasten.

Sind die berechtigt?

Das ist eine Frage des Einzelfalls. Aber es fällt auf, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oft sehr problematisch sind. Darin heißt es zum Beispiel, dass Minderjährige automatisch mit Zustimmung Ihrer Eltern agieren und diese das Abo zahlen müssen. Das ist Quatsch. Auch in AGB darf man nicht alles reinschreiben, was man will. Von zwingenden Gesetzen dürfen Anbieter nicht abweichen. Deswegen kann es sich lohnen, fachkundigen Rat zu einzuholen. Die Verbraucherzentralen oder auch Anwälte nehmen sich gerne solcher Fälle an.

Und wenn ich Angst vor rechtlichen Auseinandersetzungen habe?

Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Das ist Teil der Strategie. Die Mahnschreiben sind aggressiv und vermitteln den Eindruck, dass Gegenwehr ohnehin aussichtslos wäre. Dazu stellen die Anbieter sogar Youtube-Videos online. In denen erzählen angebliche Anwälte, dass die Geldforderung von einer bestimmten Seite auf jeden Fall rechtmäßig wäre. Wie wenig vertrauenswürdig das ist, kann man schon daran erkennen, dass der Anwalt keinerlei Infos zu seiner Kanzlei gibt. Außerdem spricht er von „Kaufverträgen“. Man kann in rechtlicher Hinsicht oft geteilter Meinung sein, aber manche Aussagen sind offensichtlich falsch. Dazu zählt es, einen Vertrag über On-Demand-Streaming als Kaufvertrag zu bezeichnen.

Wo kann ich denn stattdessen streamen?

Im Zweifel registrieren Sie sich nur bei großen und bekannten Anbietern. Auch diese Unternehmen bieten oft kostenfreie Testphasen an. Diese Phasen dauern länger als bei den unseriösen Seiten. Oft sind es 30 Tage. Außerdem sind die Abos problemlos online kündbar. Dazu reichen wenige Klicks. Und wenn Sie nicht kündigen, laufen die Dienste nicht gleich ein Jahr lang weiter, sondern können meist monatlich beendet werden. Solche Anbieter überzeugen mit Inhalten, sie müssen keine Verbraucher einschüchtern, um Einnahmen zu generieren.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.