Wir sind für Sie da – vor Ort und weiterhin telefonisch und per E-Mail. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin.

Unerreicht

Pressemitteilung vom

Die Plattform Joom ist selbst für Verbraucherschützer nur schwer bis gar nicht erreichbar. Sie bietet stark reduzierte Ware aus aller Welt. Dabei hält sich die Betreiberfirma nicht an geltendes Recht. Deshalb sucht die Verbraucherzentrale den E-Mail-Kontakt. Ein bislang erfolgloses Unterfangen, das kurios wirkt.

Off

Besonders zwei Punkte mahnen wir ab. Derzeit hat Joom nur englische AGB. Da sich die Seite an deutschsprachige Verbraucher richtet, halten wir dies für rechtswidrig. Auch bemängeln wir, dass der Seite ein Impressum fehlt. Dabei gibt es eine gesetzliche Pflicht, dort Kontaktdaten des Anbieters zu nennen. Nicht jeder möchte schließlich wie ein eifriger Verbraucherschützer Detektiv spielen müssen, um Kontaktdaten zu entdecken.

Versteckt in langen Nutzungsbedingungen finden wir so doch noch vereinzelte Informationen, darunter mehrere E-Mail-Adressen. Um die lange Postlaufzeit zur Betreiberfirma nach Lettland zu verkürzen, möchten wir die Abmahnung schon einmal per Mail versenden - an support@joom.com. Auf die Mail antwortet „Hannah“ einen Tag später. In vier bis sieben Tagen würden sich Spezialisten melden.

Spezialisten hier und dort

Die Spezialisten sind schneller. Sie brauchen nur zwei Tage, um mitzuteilen, dass der Fall nun geschlossen werde, weil die Verbraucherzentrale sich zwei Tage lang nicht gemeldet habe. Doch unsere Spezialisten geben sich nicht so schnell geschlagen. Sie schreiben die anderen beiden auf der Webseite versteckten E-Mail-Adressen an. Diese sollen immerhin für Urheberrechts- und Datenschutz-Anliegen gedacht sein.

Eine von diesen Adressen stellt sich prompt als falsch heraus. Unsere Mail kann nicht zugestellt werden. Geradezu redselig gibt sich die andere Adresse. Mehrere Standardantworten erhalten wir. Mit chinesischen Schriftzeichen. Wir fragen eine Übersetzungswebseite, um zu verstehen, mit welchen Floskeln man uns abspeist.

"Schlecht, ich bin unzufrieden"

Auch nach diesen Standardantworten sollen wir uns erneut melden, wenn wir weiter Hilfe brauchen. Sonst würde der Fall geschlossen. Inzwischen dürfte der Support mehr Fälle geschlossen als eröffnet haben. Immerhin fragt man uns nach unserer Meinung. Wie der Kundenservice zu bewerten sei, will man wissen. Zur Auswahl stehen zwei Links. „Gut, ich bin zufrieden“ heißt der eine. „Schlecht, ich bin unzufrieden“ der andere. Die Verbraucherzentrale berät derzeit noch intensiv, welche Antwort wir geben sollen.

Hintergrundinformationen

Joom ähnelt in seinem Geschäftsmodell anderen Plattformen, die zunehmend populärer werden. Man sieht sich als Vermittler für Käufe von Billigartikeln aus aller Welt. Oft wird Ware aus Asien versendet. Die Versanddauer ist entsprechend lang, es können je nach Kaufpreis sogar noch Steuern oder Zölle anfallen. Außerdem besteht das Risiko verlorener Pakete, mangelnder Qualität und nicht funktionierender Elektronik. Verbraucher (und Verbraucherschützer) haben Schwierigkeiten, einen Ansprechpartner zu erreichen. Aufgrund der Versandwege lohnt eine Reparatur oder ein Austausch ohnehin kaum. So entsteht Elektroschrott mit katastrophaler Ökobilanz.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.