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Verschleierte Preise und übertriebene Rabattangaben

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Als Lockmittel wird mit hohen Prozentangaben beim Rabatt geworben. Das Angebot lässt den Käufer glauben, er könne hier ein unglaubliches Schnäppchen machen.

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Wie wichtig eine vorherige Prüfung ist, zeigt folgendes Beispiel: Ein Anbieter wirbt beispielsweise damit, dass man mit dem gekauften Gutschein einen Rabatt von 92 Prozent bekommt. Und das funktioniert so: Für nur 8 € erhält der Kunde einen 100 €-Gutschein eines Online Reiseveranstalters. Als Lockmittel wird mit hohen Prozentangaben beim Rabatt geworben. Das Angebot lässt den Käufer glauben, er könne hier ein unglaubliches Schnäppchen machen. Doch Vorsicht! Gerade hier wird gerne und oft getrickst.

 

Beim genaueren Hinsehen des konkreten Angebotes fällt auf, dass der Gutschein an verschiedene Bedingungen geknüpft ist: Er gilt zum einen nur für Last Minute-Reisen. Zum anderen beträgt der Rabatt nur dann 92 Prozent, wenn die Reise auch wirklich nur 100 € kostet. Bei einem Reisepreis von 500 € oder 1.000 € wird auf diesen der Gutschein im Wert von 100 € angerechnet. Die Ersparnis fällt damit prozentual deutlich geringer aus.

 

Auch bei Eintrittskarten für den Thermalbadbesuch lässt sich der tatsächliche Rabatt nicht immer genau berechnen. Gutscheinanbieter nehmen hier als Vergleichswert gerne mal den teureren Wochenendpreis. Einige Unternehmen erhöhen auch den Tagespreis, um den "Deal" interessanter wirken zu lassen. Vergleichen Sie also stets auch die Angebote von Mitbewerbern.

Vorsicht: Mindestbestellwert!

Vor allem bei Online-Käufen kommen oftmals nicht nur Versandkosten hinzu, darüber hinaus ist häufig auch ein bestimmter Mindestbestellwert zu beachten.

Kauft man zum Beispiel einen Gutschein für einen Bekleidungs- oder Schuhanbieter im Wert von 50 € und zahlt dafür nur 15 €, so beträgt die Ersparnis nach den Berechnungen des von der Verbraucherzentrale Hessen in Augenschein genommenen Gutschein-Portalbetreibers satte 70 Prozent. Liest man allerdings genauer, wird schnell klar, dass durch den Mindestbestellwert – im konkreten Fall lag dieser bei 80 € vor Abzug des Gutscheins und ohne Versandkosten – die Ersparnis sehr schnell auf unter 20 Prozent schrumpft.

Tipp:

  • Prüfen Sie stets, ob das Angebot mit einem Mindestbestellwert verbunden ist. Dieser kann den Spareffekt sehr schnell relativieren.
  • Prüfen Sie, ob sich der angebotene Wertgutschein mit den beabsichtigten Ausgaben deckt.
  • Überlegen Sie genau, ob Sie tatsächlich bereit sind, den angegebenen (Mindest-) Betrag auszugeben.

 

Exklusiver Designer-Schmuck für 7,90 €?

7,90 € für traumhaften Schmuck? Auch das klingt an sich sehr verlockend, vor allem, wenn das angebot mit einem attraktiven Bild angepriesenen wird. Doch was soll denn nun der Gegenwert fürs Geld sein? Ein Ring, zwei Ringe oder gleich ein ganzes Schmucksortiment?
Nichts von alledem: Denn wer den Text neben den ansprechenden Werbebildchen liest, stellt schnell fest, das es sich nur um einen Gutschein im Wert von 20 € handelt. Und dieser ist für "exklusiven Design-Schmuck" mit Glitzer-Steinen und Schmuck mit der Kraft der Magnete bestimmt. "Denselben Schmuck tragen wie die Stars aus dem Showgeschäft", heißt es weiter in der Anpreisung. Doch was kostet der "exklusive Design-Schmuck" unterm Strich?

Der Preis für den Armreif beträgt allein schon 70 €, die meisten Ringe sind bei dem werbenden Schmuckanbieter ab 50 € aufwärts erhältlich. Hier ein kleines Rechenbeispiel, was aus dem 7,90 € Schmuck-Angebot werden kann:
Ein auf dem Original-Foto abgebildeter Ring ohne Aufsatz kostete 46,01 €. Hinzu kommen Ringscheibe und Ringaufsatz für 42 €. Der Ring kostet also insgesamt 88,01 €. Zieht man davon die Gutscheinsumme in Höhe von 20 € ab, bleiben als Preis stattliche 68,01 €. Addiert man dann noch die für den Gutschein bezahlten 7,90 € hinzu, wird man für den Ring letztlich 75,91 € gezahlt haben. Da noch Versandkosten in Höhe von 4,50 € hinzukommen, wird der Kunde am Ende 80,41 € bezahlen müssen. 61 Prozent vom Kaufpreis hat man damit definitiv nicht gespart!