Wir sind für Sie da – vor Ort und weiterhin telefonisch und per E-Mail. Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin.

Suche nach Eiern von glücklichen Hühnern geht weiter

Stand:

Verbraucherzentrale Hessen fordert verpflichtende Kennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln

Off

Etwa 15 Prozent der in Deutschland produzierten Eier stammen aus Käfighaltung. Frische Eier aus Käfighaltung werden jedoch kaum noch angeboten. Denn seit Einführung der Kennzeichnungspflicht von Hennenhaltung und Herkunft haben Verbraucher bei frischen Eiern die Wahl. Ganz anders bei gefärbten Ostereiern, Backwaren, Eiersalat & Co.: Hier gibt es bislang keine Pflicht zur Kennzeichnung. Dies nutzen die Anbieter aus. Mehr als die Hälfte verarbeiteter eihaltiger Lebensmittel tragen nach wie vor keinen Hinweis. Eine EU-weite Kennzeichnungspflicht auch für verarbeitete Eier, ist überfällig.

Freiwillige Kennzeichnung besser, aber längst nicht gut

Seit Januar 2012 ist die Produktion und Vermarktung von Hühnereiern aus herkömmlichen Legebatterien EU-weit verboten. Weiterhin ist aber die Kleingruppenhaltung in so genannten ausgestalteten Käfigen erlaubt. Sie bietet den Tieren kaum mehr Platz und wird den Anforderungen des Tierschutzes nicht gerecht. Während die Kennzeichnung der Haltungsform und der Herkunft bei frischen Eiern im Handel und auf dem Wochenmarkt EU-weit Pflicht ist, ist sie bei verarbeiteten Lebensmitteln nach wie vor freiwillig. Die Bereitschaft zur freiwilligen Kennzeichnung hat sich bei den Herstellern zwar erhöht, aber muss noch besser werden. Das zeigte ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Rheinland Pfalz aus dem Jahr 2017. In einer Marktstichprobe von rund 197 verarbeiteten eihaltigen Lebensmitteln trugen lediglich knapp 40 Prozent einen Hinweis auf die Haltungsform der Legehennen. 2013 tappten die Kunden bei einem Marktscheck der Verbraucherzentrale Hamburg noch bei über 70 Prozent der Produkte im Dunkeln.

Tierschutz im Trend

Verbraucher legen zunehmend Wert auf eine tiergerechte Haltung. Aber nur eine klare Kennzeichnung zur Tierhaltung am Produkt ermöglicht, eine bewusste Kaufentscheidung. Das hat die Einführung der Eierkennzeichnung gezeigt. Wenn die Tiere wirklich profitieren, sind dem Ernährungsreport 2018 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zufolge 90 Prozent der Verbraucher bereit, für mehr Tierschutz zu bezahlen.

Handlungsbedarf steigt

Die Verbraucherschutzministerkonferenz hatte bereits im Mai 2014 beschlossen, die Bundesregierung zum Handeln aufzufordern und sich für eine EU-weite gesetzliche Regelung zur Kennzeichnung der Haltungsform bei verarbeiteten Lebensmitteln einzusetzen.