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Versteckspiel mit Garnelen hat ein Ende

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Darum geht’s

Ein geschickt platziertes Etikett verdeckte, dass weit weniger Garnelen in der Packung steckten als Herr. H. erwartet hatte. Die Bezeichnung "Garnelen-Kranz", die ringförmig angeordneten Garnelen und die weitgehend runde Verpackung mit durchsichtigem Kunststoffdeckel ließen ihn zurecht einen geschlossenen Kreis Garnelen erwarten. Unter dem reichlich großen Etikett waren jedoch nur zwei Aussparungen und die Cocktailsauce. Erst als er die Packung geöffnet hatte, konnte er sehen, dass die Garnelen nur etwas mehr als die Hälfte der Verpackung füllten. Verärgert meldete Herr H. das Produkt bei lebensmittelklarheit.de dem Portal der Verbraucherzentralen.

Um mehr Inhalt vorzugaukeln, füllen Lebensmittel-Hersteller viel Luft in die Verpackungen, verwenden hochgezogene Böden und doppelte Wände oder verstecken kleine Tüten in überdimensionierten Kartons. Über Trickserei mit Füllmengen beschweren sich Verbraucher nicht nur bei Lebensmitteln: Auch Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel versprechen regelmäßig zu viel Inhalt.

Das ist geregelt

Das Mess- und Eichgesetz (MessEG) schreibt vor, Fertigpackungen so zu gestalten, dass sie nicht mehr Inhalt vortäuschen, als tatsächlich in ihnen steckt. Konkrete Rechtsvorschriften, wie viel Freiraum noch akzeptabel ist und wo die Grenze zur Mogelpackung überschritten ist, stehen seit Jahren aus. Deshalb arbeiten die zuständigen Eichbehörden mit komplizierten Verwaltungsvorschriften. Der Richtwert, dass nicht mehr als 30 Prozent Luft in der Packung sein sollte, bietet einen Anhaltspunkt. Bei typischen Geschenkverpackungen wie Pralinenschachteln akzeptieren die Behörden aber ein sehr viel größeres Missverhältnis von äußeren Maßen der Verpackung zum Inhalt.

Das haben wir erreicht

Wir haben den französischen Anbieter des Garnelenkranzes Labeyrie erfolgreich abgemahnt. Dieser verpflichtete sich, die beanstandete Verpackung nicht mehr in den Verkehr zu bringen, wenn sie tatsächlich keinen vollständigen Garnelenring enthält.

Das können Sie tun

Wer meint, eine "Mogelpackung" erwischt zu haben, kann sich bei der Verbraucherzentrale seines Bundeslandes oder der zuständigen regionalen Eichbehörde beschweren.

Aktualisierung Dezember 2017: Die Verbraucherzentrale Hessen hat die Lebensmittelmarkt-Kette REWE erfolgreich abgemahnt. Das Unternehmen hatte in seinem Online-Shop weiterhin mit der alten, täuschenden Abbildung geworben. Mehr dazu können Sie hier lesen: "Ein Halbrund ist kein Kranz".