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Silvesterparty: Worauf Sie bei Lärm, Jugendschutz und Co. achten sollten

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Mit Freunden daheim oder in gemieteten Räumen mit vielen Leuten: Wenn Sie feiern wollen, müssen Sie einige Dinge beachten. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Themen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine laute Party müssen sich Nachbarn selbst an Silvester nicht gefallen lassen: Wenn Sie etwas planen, sprechen Sie sich immer vorher ab.
  • Unterschiede gibt es vor allem zwischen privaten Feiern und öffentlichen Veranstaltungen, zu denen nicht nur Ihre Freunde kommen.
  • Bei Missgeschicken und Unfällen treten einige Versicherungen ein - eine Haftpflicht- oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel müssen Sie aber auch tatsächlich abgeschlossen haben.
Fünf Personen stoßen zum Jahreswechsel an.
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Wer einlädt, der trägt Verantwortung: Party-Planer sollten auf einige Dinge achten, Freifahrtscheine bei Themen wie Lärm und Jugendschutz gibt es selbst zu Silvester nicht. Einen Überblick über solche Partyrechte hat auch die Stiftung Warentest zusammengestellt.

Lärm

Theoretisch gilt selbst an Silvester ab 22 Uhr die ganz normale Nachtruhe - auch laute Musik müssen sich Nachbarn dann nicht gefallen lassen. Zum Jahreswechsel sind die meisten aber toleranter. Wenn Sie eine Party planen, die lauter werden könnte, sprechen Sie Ihre Nachbarn am besten einige Tage vorher an. Und ziehen Sie es nicht zu sehr in die Länge: Zu Silvester sollten Sie nach dem Feuerwerk wieder auf Zimmerlautstärke gehen.

Jeder Lärm in der Wohnung ist aber auch bei Absprachen mit den Nachbarn noch lange nicht erlaubt. Besonders heikel sind laute Musik und Gespräche, wenn nebenan Ältere oder Kranke leben. Allgemein dürfen Sie und Ihre Gäste nur in den eigenen Räumen feiern und sollten zum Beispiel im Treppenhaus ruhig sein.

Schäden und Verletzungen

Wer als Partygast Geschirr, Gläser oder Geschenke unabsichtlich demoliert, ist über seine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Kinder unter sieben Jahren (bei Teilnahme am Straßenverkehr unter zehn Jahren) können in der Regel nicht für Schäden haftbar gemacht werden, die sie verursacht haben. Stattdessen können Eltern haften - und zwar dann, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dann springt eine Familien-Haftpflichtversicherung ein. Einige Anbieter schließen aber auch eine so genannte Mitversicherung "deliktsunfähiger Kinder" ein.

Richten Böllerfreunde zu Silvester Schäden an oder verletzen sie sich beim Abfackeln von Knallern und Raketen, werden Behandlungskosten und Schäden - je nach Fall - von verschiedenen Versicherungen getragen. Welche das sind und welche Sie für solche Fälle abschließen sollten, beschreiben wir in unserem Beitrag zu Versicherungen.

Einigen typischen Schäden können Sie vorbeugen: Schließen Sie rechtzeitig sämtliche Fenster, Dachluken, Balkontüren und Garagentore. Entfernen Sie brennbare Gegenstände vom Balkon oder vom Haus. Und parken Sie Ihr Auto an einer möglichst sicheren Stelle, wo nicht viel Feuerwerk gezündet wird.

Silvester-Feuerwerk

Wer sich fahrlässig verhält oder gegen bestehende Gesetze und Verordnungen verstößt, muss in der Regel für den Schaden haften. Auch deshalb sollten Sie nur zugelassene Feuerwerkskörper zünden und sich beim Silvesterspaß strikt an die Bedienungsanleitung halten. Wichtig ist unter anderem: Das meiste darf nicht in der Hand gezündet werden. Raketen gehören am besten senkrecht in Getränkekästen mit leeren Glasflaschen. "Fehlzünder" sollten Sie nicht ein zweites Mal anzünden.

Zünden Sie Feuerwerk außerdem nicht in der Nähe von Kirchen und Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen und Gebäuden, die mit Reet gedeckt oder mit Fachwerk gebaut sind.

Wir geben auch Tipps zum Einkauf zugelassener Feuerwerkskörper.

Rauchen

Bei sich zu Hause bestimmen Sie selbst, wo Gäste rauchen dürfen. Das kann drinnen oder auch auf dem Balkon sein. Schicken Sie die Leute aber besser nicht den ganzen Abend über durchs Treppenhaus vor die Tür. Gehen ständig Leute rein und raus, können sich Nachbarn zu Recht beschweren.

Steigt die Feier in einer Gaststätte oder in einer so genannten "kulturellen Einrichtung" (z.B. Kulturcafés, Jugendzentren), gelten die Gesetze Ihres Bundeslandes: Einige haben das Rauchen in solchen Einrichtungen ganz verboten oder schreiben abgetrennte Nebenräume vor. Auch eine Silvesterparty ist da keine Ausnahme.

Feiern mit Minderjährigen

Auf öffentliche Partys dürfen Kinder unter 16 Jahren nur gehen, wenn ein Erziehungsberechtigter dabei ist. Zwischen 16 und 18 Jahren dürfen Jugendliche bis Mitternacht bleiben - länger geht es nur, wenn ein Volljähriger dabei ist und auf sie aufpasst. Ausnahme: Ist der Veranstalter ein anerkannter Träger der Jugendhilfe, gelten diese Beschränkungen nicht.

Bier und Wein sind von 14 bis 16 Jahren nur erlaubt, wenn ein Erziehungsberechtigter (meist die Eltern) dabei ist.

Bei privaten Feiern daheim sind Eltern in der Verantwortung für den Jugendschutz. Geht Ihr Kind auf eine solche Party, sollten Sie sich vorher mit dem Gastgeber über Getränke und Uhrzeiten unterhalten.

Fotos

Die Stimmung ist toll, Sie zücken Ihr Smartphone, machen Fotos und teilen sie in sozialen Netzwerken? Unter Umständen ist das keine gute Idee. Fragen Sie die anderen, bevor Sie sie fotografieren - und auch, ob Sie die Aufnahmen veröffentlichen dürfen!

Gründe für die Einschränkungen sind das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild. Kurz gesagt: Jeder darf selbst entscheiden, wann Dinge seines persönlichen Lebens offenbart werden und ob Videos oder Fotos von ihm verbreitet werden. Sie dürfen dabei weder heimlich noch gegen den Willen eines anderen Aufnahmen von ihm machen.

Wenn Sie die Regeln nicht einhalten und jemanden ohne dessen Einverständnis filmen oder fotografieren, verstoßen Sie unter anderem gegen das europaweite Datenschutzrecht. Sie riskieren dann nicht nur ein Bußgeld der Datenschutzbehörde, sondern setzen sich auch zivilrechtlichen Ansprüchen auf Unterlassung und Schadenersatz oder gar Schmerzensgeld aus.

Musik

Auf einer privaten Feier zu Hause ist die gespielte Musik kein Thema. Sobald die Feier aber öffentlich ist oder Sie Eintritt nehmen, kann das Abspielen etwas kosten. Die Gesellschaft, die das Geld für die Künstler einzieht, heißt Gema. Auf ihren Seiten finden Sie Anmeldeformulare für eine öffentliche Party.