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Ihr fragt - wir antworten: Reservierung beim Immobilienmakler

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Hier antworten unsere Experten auf Eure Fragen. Diesmal geht es um Reservierungsgebühren beim Immobilienkauf. Unser Jurist Kai erklärt, was Sache ist.

Eine Familie läuft mit Umzugskisten in ihr neues Haus
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"Beim Besichtigen eines Hauses suggerierte uns ein Makler, dass wir ihm als junge Familie besonders sympathisch seien und er deshalb ein tolles Angebot habe: Es gäbe zwar noch ein anderes Paar, das gerne kaufen würde, aber wir könnten das Haus schon einmal reservieren. Das hieße, wie hätten auch ohne stehende Finanzierung ein Vorrecht auf das Haus und könnten dann in Ruhe die Details klären. In dieser Zeit würde er das Haus keinem anderen Interessenten anbieten. Einziger Haken: Sollten wir das Haus doch nicht kaufen, verlange er eine Entschädigung. Er legte uns beim Besuch im Haus einen „Reservierungsvertrag“ vor und ließ uns zwei Tage Zeit, diesen unterschrieben an ihn zurückzuschicken. Wir fragten uns: Ist das eine gute Idee?"

Nicht unbedingt. 

Reservierungsvereinbarungen beruhen immer wieder auf fraglichen Gegenleistungen. Was bedeutet es schon, wenn Makler 1 das Haus niemandem mehr zeigt, aber die Verkäuferin einfach Maklerin 2 einschaltet und eifrig nach weiteren Interessenten sucht.

Kai-Oliver Kruske, Jurist bei der Verbraucherzentrale HessenAußerdem kann sich die Verkäuferin die Sache auch anders überlegen und das Haus doch nicht verkaufen. Wenn der Reservierungsvertrag Euch dann trotzdem zahlen lässt, war die Reservierungsgebühr wohl quasi umsonst.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) verhindert normalerweise, dass Maklerverträge Geld kosten, obwohl es nicht zu einem Kaufvertrag kommt. Deshalb kann eine Reservierungsgebühr rechtswidrig sein.

Nur wenn Makler einen Alleinauftrag haben, könnte es Sinn ergeben, sich auf die kostenpflichtige Reservierung einzulassen. Prüft den Vertragstext aber auf jeden Fall genau. Und wenn Ihr Zweifel habt, ob die Bedingungen für beide Seiten fair sind, solltet Ihr Euch professionell beraten lassen.

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