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Handys nachhaltig nutzen

Stand:

Verlängere die Lebenszeit von deinem Handy, um die Umwelt zu schützen.

Nahaufnahme einer Gruppe Menschen, alle mit Smartphones in der Hand
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Von Cosima und Rowena, 8.7.2020

Smartphones: unfair und schmutzig

In jedem Supermarkt gibt es fair gehandelte und biologisch angebaute Produkte. Auf dem Handymarkt sieht die Lage anders aus. Wer ein fair produziertes, umweltfreundliches Mobiltelefon kaufen möchte, ging bis vor Kurzem leer aus. Seit kurzer Zeit gibt es erste Anbieter, die faire Produktionsbedingungen und eine umweltfreundliche Herstellung versprechen. Aber warum ist das bei Smartphones überhaupt wichtig?

Handyproduktion belastet die Umwelt

Die Art und Weise, wie Smartphones produziert werden, ist, um es mal vorsichtig auszudrücken, mehr als problematisch. Um die benötigten Metalle und Rohstoffe zu gewinnen, werden Urwälder gerodet und Lebensräume zerstört. Um die Metalle aus dem Gestein zu lösen, werden vielerorts giftige Lösungen eingesetzt, die eine Gefahr für die umliegenden Wald- und Wasserflächen sind. Die Produktion ist außerdem energieintensiv und sorgt für jede Menge CO2-Emmissionen. Und wenn das Handy auf dem Müll landet, muss der Elektroschrott in einem aufwendigen Prozess wieder abgebaut werden. Was natürlich nicht überall passiert.

Menschenunwürdige Bedingungen

Und das ist noch nicht alles: Der Rohsstoffabbau und die Produktion finden meist unter menschenunwürdigen Bedingungen statt. Die Rohstoffe werden überwiegend in den politisch instabilen Ländern Afrikas gewonnen und nicht selten zur Kriegsfinanzierung verkauft. Sklaverei-ähnliche Arbeitsbedingungen und Kinderarbeit stehen dort auf der Tagesordnung. Aber auch die Bedingungen in vielen Werken Chinas sind katastrophal: Die Menschen können kaum von ihrem Lohn leben, obwohl sie viele Überstunden leisten. Arbeitsverträge gibt es nicht.

Handys haben eine kurze Lebensspanne

Die meisten Smartphones leben nicht lange. Viele Menschen wünschen sich ein modernes, schnelles Gerät mit möglichst viel Speicherplatz und den neuesten Funktionen.

Im Durchschnitt besitzt jeder Deutsche mehr als drei Handys

Deshalb tauschen besonders junge Menschen noch funktionierende Geräte gegen ein Handy der Folgegeneration aus. Die in Deutschland angebotenen Verträge erleichtern den regelmäßigen Handywechsel.

Und Handys, die kaputt gehen, wandern erst recht in die Tonne. Bereits ein defekter Akku führt oft zum Totalschaden.

Die Folge: Mehr als drei Handys besitzt jeder Deutsche im Durchschnitt. Etwa 85 Millionen Geräte schlummern nach Schätzung des Umweltbundesamtes in den Schubladen ‒ und mit ihnen rund 21 Tonnen Silber, 2 Tonnen Gold, 765 Tonnen Kupfer und viele andere wertvolle Rohstoffe wie Platin oder seltene Erden.

Wir zeigen dir heute, wie du mit ein paar Tricks das Leben deines Handys verlängerst.

8 Tipps für ein nachhaltiges Handyleben

  1. Vor Bruch schützen
    Klar, eine Hülle ist nicht immer sexy. Und manchmal vielleicht auch ein bisschen unpraktisch. Möglicherweise passt das neue Smartphone mit einer Gummiumrandung nicht mehr ganz so locker in die Hosentasche. Aber mal ganz ehrlich: Ist dir schon mal ein Handy am Rahmen oder Glas kaputt gegangen? Wahrscheinlich schon. Handys sind Gebrauchsgegenstände, die in einer empfindlichen Fallhöhe genutzt werden. Wer länger und mehr von seinem Smartphone haben möchte, schützt es mit einer Hülle und / oder Panzerglas.
  2. Reparieren
    Kaputtes Display, defekter Powerbutton, Wasserschaden: Handy kaputt, also ist es Zeit für ein neues? Vielleicht kannst du da nochmal recherchieren. Es gibt mittlerweile Vergleichsportale wie zum Beispiel www.kaputt.de. Dort kannst du herausfinden, was die Reparatur deines Handys ungefähr kosten wird. Ein kaputtes Display, eine defekte Buchse oder ein ausgenudelter Home-Button können vergleichsweise günstig repariert werden. Schwieriger wird es bei einem Wasserschaden oder fest verbauten Akkus. Um auf Nummer sicher zu gehen, lass dir vor der Reparatur immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben.
  3. Ausreichend Speicherplatz
    Achte darauf, dass du dir ein Gerät kaufst, dass entweder genug Speicherplatz mitbringt oder sich einfach nachrüsten lässt. Einige Geräte haben zwar durchaus eine lange Lebensdauer, müssen aber nach wenigen Jahren ausgetauscht werden, weil der Speicherplatz für Fotos, Videos und Apps nicht ausreicht. Das lässt sich verhindern, wenn man die längerfristige Nutzung speicherplatztechnisch von vorneherein berücksichtigt. Oder große Datenmengen wie Fotos und Videos zwischendurch mal auslagert – auf dem eigenen Rechner zum Beispiel.
  4. Akku schonen
    Gerade bei fest verbauten Akkus ist es gut, wenn du der Batterie mit ein paar Tricks zu einer längeren Lebensdauer verhilfst. Dazu kannst du zum Beispiel bei energieintensiven Anwendungen, die im Hintergrund arbeiten, einstellen, dass sie nur bei aktiver Verwendung auf das Internet zugreifen können. Reduziere die Helligkeit deines Bildschirms und schalte nachts öfter mal den Flugmodus an. Das verhilft nicht nur dem Akku zu mehr Power, sondern auch dir zu einem gutem Schlaf.
  5. Generalüberholt kaufen
    Wenn es doch mal ein neues Handy sein soll, ist ein generalüberholtes Smartphone auf jeden Fall die umweltschonendere und günstigere Alternative. Welche Garantiebedingungen beim Gebrauchtkauf gelten, erfährst du im Artikel Der Kauf aus zweiter Hand. Auch bei der Stiftung Warentest  findest du Tipps zum Handy-Gebrauchtkauf.
  6. Fair kaufen
    Wenn es um faire Handys geht, ist der Markt überschaubar. Nur einige wenige Hersteller bieten fair hergestellte Geräte an. Dabei unterschiedet sich der fair gehandelte Anteil des Geräts. Erst seit Kurzem gibt es ein – laut Herstellerversprechen ­– zu 100 % fair produziertes Smartphone. Vor dem Kauf lohnt es sich, zu vergleichen und sich einen Überblick über verschiedene Nachhaltigkeitssiegel zu verschaffenn
  7. Richtig recyceln
    Wenn du dein altes Handy entsorgen möchtest, achte darauf, dass es an der richtigen Stelle landet. Du kannst es in den Handel zurückbringen, auf einem Recyclinghof abgeben oder bei speziellen Projekten, die sich um die umweltschonende Entsorgung und Wiederaufbereitung alter Handys kümmern. Das geht zum Beispiel bei Handys für die Umwelt oder beim Naturschutzbund.

    Nicht mehr gebrauchte Handys fallen auf jeden Fall in die Kategorie Elektroschrott und dürfen nicht über den Hausmüll entsorgt werden. Mehr zu den Entsorgungsmöglichkeiten erfährst du im Artikel Elektroschrott: Diese Geräte und Gegenstände gehören ins Recycling.
  8. Alte Handys spenden
    Die alten Handys in deiner Schublade werden langsam zur Belastung? Dann befreie dich und tue etwas Gutes. Bundesweit gibt es verschiedene Spendenaktionen, bei denen du dein altes Handy abgeben kannst, um bestimmte Projekte zu unterstützen. Du könntest deine alten Geräte zum Beispiel einfach zum nächsten Besuch im Frankfurter Zoo mitbringen.

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