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So erkennst du regionale Lebensmittel

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Es ist dir wichtig, dass die Lebensmittel, die du isst, aus deiner Region stammen? Damit bist du nicht allein. Viele Menschen legen heute Wert darauf, dass insbesondere die Frischwaren, die sie täglich zu sich nehmen, keine weiten Transportwege hinter sich haben. Und das aus gutem Grund.

Junge Frau beim Einkauf an einem Gemüsestand
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5 Tipps, wie du beim Einkaufen Lebensmittel aus deiner Region erkennst

von Wiebke und Cosima

Regionale Lebensmittel liegen im Trend

Mit Nahrungsmitteln aus der eigenen Gegend werden viele positive Effekte verbunden: frischere Produkte, kürzere Tiertransporte, weniger Verkehr durch kürzere Wege, regionale Arbeitsplatzsicherung und die Stärkung der regionalen Wirtschaft zum Beispiel. Obst und Gemüse aus der Region kann länger reifen als Ware aus fernen Ländern und enthält deshalb potenziell mehr Nährstoffe als Erntegut, das halbreif schon eine halbe Weltreise hinter sich hat. Aber das ist noch nicht alles. Regionales Essen hat auch eine emotionale Wirkung. Es stärkt unsere kulturelle Identität, vermittelt uns Vertrauen und Sicherheit und lässt uns mit einem guten Umweltgefühl zurück. Regionale Lebensmittel liegen im Trend. Aber: „Regional produziert“ bedeutet nicht immer gleich „ökologisch hergestellt“. Ein Betrieb in der Nähe kann konventionelle Massenware produzieren, ein Bauernhof im Ausland Bioware. Wer auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit setzt, sollte neben den kurzen Transportwegen auch die Produktionsbedingungen beachten.  

Regional ist kein geschützter Begriff

Dass regionales Essen für viele Menschen eine große Rolle spielt, hat natürlich auch die Industrie längst erkannt. Und diverse Marketingstrategien umgesetzt, die darauf abzielen, Produkte als regional oder heimatlich zu präsentieren. Das Problem dabei: Der Begriff „regional“ ist nicht geschützt. Im Grunde kann ihn jeder so benutzen, wie er möchte. Es kann also sein, dass ein „Brot aus der Region“ zwar in deiner Gegend gebacken wurde, die Zutaten aber von weit herkommen.

Mit diesen Tipps behältst du den Überblick

Auch wenn die Lage eher unübersichtlich ist, gibt es Möglichkeiten beim Einkaufen zu erkennen, ob ein Lebensmittel tatsächlich aus deiner Region kommt. Wie verraten wir in diesen Tipps.

  1. Nicht täuschen lassen
    „Das Beste von hier“, „Gutes aus der Heimat“ oder „nah“ sind typische Beispiele für Regionalwerbung. Meist fehlen dabei konkrete Hinweise auf Orts- oder Regionsangaben. Und das bedeutet: Hinter diesen Slogans verbergen sich oft lange Transportwege und eine unklare Herkunft der Rohstoffe. Auch Markennamen mit regionalem Bezug wie „Mark Brandenburg“, „Mühlhäuser“ oder „Küstengold“ müssen nichts mit der Region zu tun haben. Wenn du auf einem Produkt nicht klar erkennen kannst, woher die Rohstoffe kommen oder wo es produziert wurde, dann solltest du dich auf eine regionale Herkunft besser nicht verlassen.
  2. Auf vertrauenswürdige Siegel achten
    In Hessen gibt es verschiedene Siegel, die verlässlich für regionale Erzeuger stehen. Bei Produkten, die die Zeichen “Geprüfte Qualität Hessen“, „Landmarkt“ oder das „Bio-Siegel Hessen“ tragen, kannst du davon ausgehen, dass sie aus der Region stammen. Außerdem gibt es auch in Hessen das „Regionalfenster“. Dieses Siegel ist bundesweit aktiv und definiert die Region, aus der die Hauptzutat oder die Hauptzutaten eines Lebensmittels stammen und gibt zudem den Verarbeitungsort an.
  3. Eier – nur der Stempelcode zählt
    Bei verpackten Eiern lohnt sich ein Blick in den Karton. Denn nur der gestempelte Code auf der Eierschale verrät, woher die Ware kommt (zum Beispiel 0-DE-064572). Die erste Ziffer im Code nennt die Haltungsform. „0“ steht dabei für ökologische Erzeugung. Die nächste Stelle offenbart mit einem Länderkürzel das Herkunftsland – DE steht für Deutschland. Der abschließende siebenstellige Zahlencode auf deutschen Eiern nennt mit den ersten zwei Ziffern das Bundesland – „06“ steht für Hessen. Danach folgen Betriebs- und Stallnummer. Auf dem Karton findest du häufig eine Nummer für die Packstelle. Die zeigt aber nur an, wo die Eier abgepackt wurden, und nicht, wo die Hühner sie gelegt haben.
  4. Deutschen Honig vom Imker aus der Region kaufen
    Bei Honig muss das Ursprungsland oder die Ursprungsländer, in dem oder denen der Honig erzeugt wurde, auf der Verpackung stehen. Wichtig ist, dass du Honig kaufst, auf dem „Ursprungsland Deutschland“ steht. Deutschen Honig kann man oft an der grünen Banderole mit der Beschriftung „Echter Deutscher Honig“ des Deutschen Imkerbundes erkennen. Wenn dann auch noch die Imkerei ihren Sitz in der Nähe hat, kannst du davon ausgehen, dass du ein regionales Produkt gekauft hast. Typisch heimatliche Landschaftssymbole auf der Verpackung sind dagegen keine sicheren Hinweise auf einen regionalen Honig. Außerdem gut zu wissen: Auch eine regionale Imkerei kann ausländischen Honig verpacken.
  5. Direktvermarkter – Nachfragen ist besser
    Im Hofladen, auf dem Wochenmarkt, in Bauernläden in der Stadt oder mit einer Abo-Gemüse-Kiste kann man Lebensmittel direkt vom Erzeuger kaufen. Viele Produkte stammen in der Saison direkt vom Hof – gerade in der Erntesaison. Hundertprozentig sicher ist das aber nicht. Denn auch auf Wochenmärkten, in Hofläden oder in Abo-Gemüsekisten gibt es nicht nur selbst angebaute und hergestellte Lebensmittel. Um ein vollständiges Sortiment anbieten zu können, kaufen die Erzeuger oder Händler Produkte aus dem Großhandel dazu. Wenn du Gewissheit haben möchtest, dass du ein regionales Lebensmittel erhältst, solltest du vor dem Kauf beim Verkäufer nachfragen.

Wenn du noch mehr über Lebensmittel erfahren möchtest, dann schau doch mal auf unserer Webseite im Wissens-Bereich unter >> Lebensmittel. vorbei. Bei konkreten Fragen beraten wir dich auch gerne. Mehr Infos zu unserem Beratungsangebot rund um das Thema Ernährung und Lebensmittel gibt es >> hier.

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