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Indischer Wassernabel (Gotu Kola)

Stand:
Off

Frage

Wie wirkt indischer Wassernabel (Gotu Kola)?

Antwort

Die Pflanze "Indischer Wassernabel" (Centella asiatica, Hydrocotyle asiatica, auch Gotu Kola oder Tigergras genannt) spielt in der fernöstlichen Heilkunde (z. B. Ayurveda) eine Rolle. Sie wird auch in Europa zunehmend als Bestandteil von Kosmetika, aber auch als "Wunderdroge" gegen Stress und als "spirituelles Kraut" für die geistige Gesundheit verkauft. Es finden sich auch Aussagen zur Hilfe bei Dehnungsstreifen (durch Anregung der Kollagenproduktion) oder Entzündungen, für schönere Haut und Nägel . Ob der jeweilige Extrakt, der als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln hierzulande verkauft wird, gesundheitliche Wirkungen (oder Nebenwirkungen) hat, ist uns nicht bekannt, da zu den Produkten keine Studien vorliegen. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu gedacht, Krankheiten vorzubeugen, zu lindern oder zu heilen. Dies ist Arzneimitteln vorbehalten.

Berichte über heilende Wirkungen wurden grundsätzlich mit definierten Arznei-Extrakten (ayurvedische Medizin) erzielt, diese sind aber nicht zu vergleichen mit den Extrakten, die in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden.

Werbeaussagen mit Bezug auf die Gesundheit wurden für den Indischen Wassernabel von der Europäischen Kommission nicht zugelassen. Einige der getätigten Werbeaussagen beziehen sich daher eigentlich auf die zusätzlich zugesetzten synthetischen Vitamine (z.B. Vitamin C) oder Mineralstoffe (z.B. Zink).

Bei Einfuhrkontrollen von Produkten mit frischem Indischem Wassernabel werden regelmäßig in nahezu 100 % der Proben bis zu acht verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen. Bei einigen Mitteln lag die Konzentration sogar bis zu 20.000-fach über der erlaubten Höchstmenge. Auch bei Nahrungsergänzungsmitteln mit getrockneten Wassernabel-Extrakten ist daher mit einer Belastung zu rechnen.

Außerdem fallen ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel immer wieder dadurch auf, dass sie mit Schwermetallen wie Blei und Quecksilber verunreinigt sind.

Nicht zuletzt sind unerwünschte Wirkungen von Gotu Kola wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Magenschmerzen bekannt, in seltenen Fällen auch Leberprobleme. Halten Sie sich auf jeden Fall an die vom Hersteller vorgegebene Dosierung, nehmen Sie keinesfalls mehr.

Es könnte zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen. Wenn Sie regelmäßig Medikamente nehmen müssen, holen Sie sich bitte vor der Verwendung ärztlichen Rat oder fragen in einer Apotheke.

 

Quellen:


EU-Schnellwarnsystem RASFF (abgerufen am 12.10.2021)

Hessisches Landeslabor: Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Importproben vom Flughafen Frankfurt (abgerufen am 12.10.2021)

Gotu Kola. Orthopädie-Innsbruck.at, Stand: 17.09.2019

Memorial Sloan Kettering Cancer Center: Gotu Kola. Stand: 29.09.2019