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Diese Versicherungen sollte jeder haben

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Junge Frau geht im Regen unter einem Regenschirm spazieren
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Von Cosima, 08.11.2019

Möbel, Reiserücktritt, Fahrrad, Gepäck – man kann so ziemlich alles versichern. Aber ist das notwendig? Oder sinnvoll? Wir verraten dir heute, welche Versicherungen jeder braucht. Und welche Versicherungen empfehlenswert sind, wenn du Single bist, verheiratet oder Kinder hast.

Wann sich Versicherungen lohnen

Der Versicherungsmarkt ist ein Dickicht. Um aus der Masse an Angeboten herauszuragen, aktivieren Versicherungsunternehmen mit Werbung immer wieder gezielt unseren Softspot: unser Sicherheitsbedürfnis. Oder unsere Angst, wenn man so will. Fakt ist: nicht alles, was man versichern kann, muss auch versichert werden. Gerade bei kleineren Beträgen lohnt sich eine Versicherung oft nicht. Wenn du an Ostern nach Ibiza fliegst, würdest du einen verlorenen Koffer sehr wahrscheinlich aus eigener finanzieller Kraft ersetzt bekommen. Wenn in der Zeit deiner Abwesenheit ein Wasserschaden fast deine ganze Wohnung ruiniert, sieht die Lage schon anders aus. Den entstandenen Schaden bekommen die wenigsten wieder geradegebogen.

Diese drei Versicherungen braucht jeder

Unbedingt alles versichern muss nicht sein. Entbehrlich sind neben der besagten Reisegepäckversicherung auch Glas-, Sterbegeld und private Arbeitslosenversicherungen . Gleiches gilt für Extra-Geräteversicherungen für Laptops, Handys, Fahrräder oder Brillen. Die lohnen sich nur bei richtig teuren Anschaffungen. Bei deiner Gesundheit, deinem Hausrat und bei Haftungsfragen solltest du dagegen keine Kompromisse eingehen. Denn einen eingetretenen Schaden bekommst du sehr wahrscheinlich nicht aus eigener Kraft ersetzt. Die Krankenversicherung und die private Haftpflichtversicherung bewahren dich im Fall der Fälle also vor dem finanziellen Ruin. Je nach Art und Umfang Deines Hausrats gilt das auch für die Hausratversicherung. Deshalb lautet unsere Empfehlung: Diese drei Versicherungen braucht jeder.

Krankenversicherung

Dass wir früher oder später krank werden, ist keine Wahrscheinlichkeit. Sondern eine Gewissheit. Deshalb hat der deutsche Gesetzgeber festgelegt, dass jeder Bürger krankenversichert sein muss. Die gesetzliche Krankenversicherung steht – mit wenigen Ausnahmen – allen Menschen offen. Die private Krankenversicherung ist dann eine Möglichkeit, wenn du selbstständig arbeitest oder verbeamtet bist. Oder wenn du als angestellter Arbeitnehmer eine bestimmte Jahresbruttoentgeltgrenze überschreitestmindestens 60.750 Euro (in 2019) verdienst. Wichtig zu wissen: Der Beitrag bei den gesetzlichen Krankenkassen richtet sich nach dem Bruttoeinkommen. Wer mehr verdient, zahlt auch mehr. Bei den privaten Krankenkassen ist der Beitrag abhängig davon, wie alt und wie gesund du bist. Wer (voraussichtlich) mehr medizinische Hilfe braucht, zahlt auch mehr. Unabhängig vom Einkommen.

Alles Wichtige zum Thema Krankenkassenwechsel haben wir im Artikel Das solltest du bei einem Krankenkassenwechsel beachten zusammengefasst.

Private Haftpflichtversicherung

Stell dir vor, du fährst mit deinem Fahrrad in eine Straßenbahn. Niemand wird verletzt, aber die Straßenbahn muss aufwändig erneuert werden. Klingt nach einer astronomischen Summe? Ist es wahrscheinlich auch. Noch dramatischer wird es, wenn dabei Personen verletzt werden. Dann haftest du auch für die Personenschäden – im schlimmsten Fall mit deinem gesamten Vermögen. Eine Haftpflichtversicherung schützt dich in solchen Fällen vor dem finanziellen Ruin. Sie gilt nur für den privaten Bereich und versichert Personen-, Sach-, und Vermögensschäden. Kommt es zu Schadenersatzansprüchen, prüft und zahlt der Versicherer nicht nur den Schaden, sondern schützt auch vor unberechtigten Forderungen. Bei einem Rechtsstreit trägt der Versicherer bei einem Prozess die Kosten. Eine private Haftpflichtversicherung ist schon ab rund 50 Euro im Jahr zu haben. Nicht viel, wenn dafür wie in unserem Beispiel die ganze Straßenbahn bezahlt wird. Für Singles, Senioren und Familien gibt es oft günstige Tarife – ein Preisvergleich lohnt sich in jedem Fall.

Hausratsversicherung

Die Hausratsversicherung ist so etwas wie eine absolute Katastrophenversicherung für dein Hab und Gut. Sie ersetzt bei Feuer, Einbruch, Diebstahl, Vandalismus, Explosion, Sturm oder Leitungswasserschäden alle Schäden an Gegenständen im Haushalt. Das sind zum Beispiel: Möbel, Teppiche, Computer, die Stereoanlage, Kleider , Haushaltsgeräte oder deine Campingausrüstung. Sogar Bargeld wird – bis zu einer Höchstgrenze – ersetzt. 

Wohnzimmerregal mit Büchern, Fernseher und Krimskrams
      Foto: Siniz Kim/unsplash

Achtung: Die Hausratversicherung zahlt nur den Schaden am eigenen Hab und Gut. Wohnst du aber zum Beispiel in einem möblierten Studentenappartement, sind die gemieteten Sachen nicht versichert. Außerdem: eine Hausratversicherung zahlt immer nur den Betrag, den du mit ihr vorher vereinbart hast. Wenn die vereinbarte Versicherungssumme 40.000 Euro beträgt, bekommst du auch nur 40.000 Euro ausgezahlt. Egal, ob dein Besitz eigentlich viel mehr wert war. Deshalb ist es sinnvoll und wichtig, eine realistische Schätzung vorzunehmen und regelmäßig zu überprüfen, ob die vereinbarte Summe so noch aktuell ist. Am Anfang des Studiums wirst du wahrscheinlich weniger Wert in deiner Wohnung angesammelt haben als 15 Jahre später, wenn du vielleicht mit Deiner Familie im Eigenheim lebst und das Erbe deiner Eltern in Designermöbel investiert hast. 

Berufsunfähigkeit für Singles und verheiratete / eingetragene Paare

Neben der Kranken-, Hausrat und Haftpflichtversicherung profitieren Singles und Paare von einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Damit schützt du dich vor den finanziellen Folgen, solltest du aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung irgendwann nicht mehr voll erwerbsfähig sein. Aber Achtung: Der Zugang zu einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht ganz ohne. 

Wer jung und gesund ist, hat beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung eindeutig Vorteile. Daher sollten Auszubildende, Schülerinnen und Schüler und Studierende beim Einstieg ins Berufsleben über eine erste Absicherung der Arbeitskraft nachdenken. Das fällt manchen schwer, denn der Start ins Berufsleben hat ja gefühlt noch gar nicht richtig begonnen (und da soll man schon über das Ende nachdenken). Aber: Neben dem hoffentlich noch guten Gesundheitszustand profitierst du als junger Mensch meist von günstigeren Beiträgen und von einer vorteilhaften Einstufung der Berufsgruppe. Ob das der Fall ist, muss aber immer im Einzelfall geklärt werden. Unter Umständen greift die günstige Berufsgruppe erst, wenn du deine Berufsausbildung abgeschlossen hast. Die einmal abgeschlossene günstige Berufsgruppe bleibt bestehen, auch wenn du dich später für einen risikoreicheren Beruf entscheidest. Für alle, die zuerst den Beruf und dann die Versicherung wählen, gilt: Je riskanter der Beruf, desto teurer der Versicherungsschutz.

Wer schon ein bisschen älter ist, bereits das eine oder andere Zipperlein mitbringt, psychologische Unterstützung erhalten hat oder in einem risikoreichen Beruf arbeitet, der muss höhere Hürden nehmen und wird im schlimmsten Fall gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten.

Unser Rat: Schließe eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht übereilt, aber so früh wie möglich ab. Dann steigt die Chance, dass dein Vertrag nicht wegen möglicher Vorerkrankungen eingeschränkt wird. 

Mehr Informationen bekommst du im Artikel Berufsunfähigkeit – die verkannte Gefahr.

Diese Versicherungen sind für Familien wichtig

Klar ist: Familien sollten kranken-, haftpflicht- und eventuell  hausratversichert sein. Idealerweise hat mindestens ein erwerbstätiger Erwachsener auch noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. 

Finanziell chaotisch wird es für viele Familien, wenn ein Elternteil verstirbt und nichts mehr zum Familieneinkommen beitragen kann. Wenn der Tod eines Partners eine finanzielle Lücke verursachen könnte, die weder durch eigene Rücklagen noch durch Renten zu schließen wäre, ist eine Risiko-Lebensversicherung unbedingt notwendig. Die greift nur im Todesfall und ist deutlich günstiger als die Kapital-Lebensversicherung, mit der man auch noch Geld für’s Alter zurücklegen kann. 

Mehr Informationen bekommst du im Artikel Lebensversicherungen – Schutz im Todesfall und Geldanlage

Darüber hinaus gibt es für Familien noch weitere empfehlenswerte Versicherungen, die vor den finanziellen Folgen schützen, sollte das Kind schwer erkranken oder aufgrund eines Unfalls dauerhaft auf Hilfe angewiesen sein. 

Da ist zum Beispiel die Möglichkeit einer Unfallversicherung. Mit dieser Versicherung kannst du besonders Kinder, Jugendliche oder Personen ohne Beruf vor den finanziellen Folgen eines Unfalls schützen. Achte darauf, dass die Unfallversicherung nicht erst ab einem bestimmten Grad der Invalidität gilt und vereinbare eine möglichst hohe Summe, um die Kosten abzufedern, die eine mögliche Invalidität verursachen kann.

Hope for the best, prepare for the worst

Mit einer Versicherung gegen Kinderinvalidität kannst du deinen Nachwuchs umfassender schützen als mit der Unfallversicherung. Die Kinderinvaliditätsversicherung greift, wenn dein Kind aufgrund einer schweren Erkrankung arbeits- oder erwerbsunfähig wird. Das ist übrigens wahrscheinlicher als die Invalidität durch einen Unfall. Wenn dein Kind durch eine Krankheit dauerhaft beeinträchtigt ist und der Grad der Behinderung bei mindestens 50 Prozent liegt, dann springen die meisten Kinderinvaliditätsversicherungen ein. Sie zahlen die Rente des Kinds bis zum Tod, manchmal auch zusätzlich eine einmalige Kapitalleistung. Die Kinderinvaliditätsversicherung ist also quasi die Berufsunfähigkeitsversicherung für Kinder.

Aber Achtung: Das Zeitfenster, in dem du eine solche Versicherung abschließen kannst, ist begrenzt. Je nach Versicherer ist der Vertragsabschluss ab dem 1. Lebensjahr (in seltenen Fällen auch früher) bis zum 14. oder 16. Lebensjahr möglich. Bestehende Verträge laufen je nach Gesellschaft bis zur Vollendung des 18., teilweise auch bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs oder sogar noch später.

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