Das Trikot des Lieblingsteams zu tragen, gehört für viele zum WM-Fieber wie Public Viewing und kalte Getränke. Doch Trikots im offiziellen Fanshop sind teuer und online locken viele vermeintlich günstigere Angebote. Wer dort bestellt, erhält mit hohem Risiko entweder keine oder minderwertige Ware und im schlimmsten Fall sogar schadstoffbelastete Plagiate.
„Wer im Online-Handel bestellt, geht zumeist davon aus, dass die Produkte unbedenklich sind und grundlegende europäische Standards etwa zur Produktsicherheit einhalten. Billigprodukte von Online-Shops oder Plattformen, die vom Hersteller per Direktversand aus dem Nicht-EU-Ausland an Haushalte in Deutschland verschickt werden, genügen diesen Standards auffallend häufig nicht“, sagt Olesja Jäger, Referentin Verbraucherrecht bei der Verbraucherzentrale Hessen. Widerruf oder Reklamationen scheitern vielfach an fehlenden Kontaktmöglichkeiten, hohen Rücksendekosten und schwieriger Rechtsdurchsetzung im außereuropäischen Ausland. Vor allem rund um günstige Trikotangebote fallen vermehrt Fakeshops auf.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das:
- Bei Bestellung in einem Fakeshop erhalten sie gar keine Ware. Das gezahlte Geld ist in den meisten Fällen weg, denn typischerweise bieten Fakeshops nur Bezahlwege wie Vorkasse an, bei denen das Geld nicht zurückgeholt werden kann.
- Bei auffallend günstigen Shops aus dem Nicht-EU-Ausland besteht das Risiko, dass Bestellende keine Original-Trikots bekannter Hersteller, sondern qualitativ minder-wertige Plagiate erhalten. Schlechte Verarbeitungs- oder Materialqualität ist dabei noch das geringste Problem. Fraglich ist vor allem, ob die bestellten Trikots schad-stofffrei sind.
- Auch wenn Produkte mit Begriffen wie “authentic", “Player Version" oder “Match Version" beworben werden, kann es sich um Plagiate handeln, statt um Original-Trikots namhafter Hersteller. Viele dieser Shops verstoßen dabei gegen das Marken-recht. Entdeckt der Zoll solche Plagiate, wird er sie vernichten. In diesem Fall ist das bereits gezahlte Geld auch verloren.
„Oft sind in diesen Fällen Gewährleistungsansprüche kaum durchsetzbar und Rückgaben oder Erstattungen nicht möglich. Wer online kauft, sollte daher vor der Bestellung unbedingt die Händler- und Herstellerangaben überprüfen“, rät Jäger. Hat der Hersteller keinen Sitz in der EU und ist auch kein verantwortlicher Ansprechpartner innerhalb der EU benannt, steigt das Risiko, Ansprüche nur schwer durchsetzen zu können und am Ende auf dem Schaden sitzen zu bleiben.
Fakeshop-Finder nutzen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, unbekannte Online-Shops vor dem Kauf mit dem kostenlosen Fakeshop-Finder zu überprüfen. Das Tool bewertet Internetseiten anhand typischer Warnsignale und hilft dabei, unseriöse Angebote besser zu erkennen
Anzeige erstatten
Wer bereits auf einen Fakeshop hereingefallen ist, sollte unbedingt seine Bank kontaktieren, denn SEPA-Lastschrift und manche Kreditkartenzahlungen können zurückgebucht werden. Bei Bezahldiensten wie PayPal greift im besten Fall der Käuferschutz. Außerdem sollte umgehend Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Das geht auch online unter portal.onlinewache.polizei.de.
