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Warnhinweis in eigener Sache

  • Immer wieder geben sich unseriöse Geschäftemacher als Verbraucherschützer aus, oft verwenden sie sogar den Namen "Verbraucherzentrale".
  • Sie fordern Verbraucher auf, Geld zu bezahlen, um zum Beispiel eine Abmahnung abzuwehren, sich an Sammelklagen zu beteiligen, Daten bereinigen zu lassen oder den Energieversorger zu wechseln.
  • Die Verbraucherzentrale Hessen kontaktiert Verbraucher nicht, um Beratungen oder sonstige Leistungen anzubieten - weder per Mail noch am Telefon. Sie wirbt nicht für Produkte oder Dienstleistungen und gibt keine Daten an Dritte weiter.
  • Sie sollten sich auf gar keinen Fall auf solche Geschäftemacher einlassen. Meist bleibt die versprochene Leistung aus und das gezahlte Geld ist verloren.
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Immer wieder kommt es vor, dass sich unseriöse Geschäftemacher den guten Namen der Verbraucherzentralen zunutze machen wollen, indem sie sich als Verbraucherschützer ausgeben. Daneben tummeln sich – vor allem im Internet – immer häufiger Unternehmen und Vereine, die zwar den Begriff "Verbraucherschutz" in ihrem Namen tragen oder damit werben, die jedoch ebenfalls in keinerlei Verbindung zu den Verbraucherzentralen der Länder und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vbzv) stehen.

Hauptärgernis sind immer wieder die unerlaubten Telefonanrufe, die Verbraucher von vermeintlichen Verbraucherschützern erhalten. Diese geben unter anderem vor, dass

  • sie Telefonnummer, Namen und andere Daten des Angerufenen von einer Verbraucherzentrale bekommen hätten,
  • sie mit einer Verbraucherzentrale zusammenarbeiten würden,
  • sie im Auftrag einer Verbraucherzentrale anrufen.

Telefonwerbung ohne ausdrückliches Einverständnis der Verbraucher ist gesetzlich verboten und verstößt gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb.

Aber es gibt noch viele andere Maschen, fragwürdige Geschäftsmodelle, Werbe- und Geschäftsstrategien, die nachfolgend beschrieben sind und von denen sich die Verbraucherzentrale Hessen ausdrücklich distanziert.

Diese Maschen sind uns bekannt - achten Sie darauf!

  • Besonders dreist ist es, wenn sich die Anrufer oder Absender von Mails als "Verbraucherzentrale Frankfurt" vorstellen und so der Eindruck erweckt wird, der Anruf oder die Mail käme von der Verbraucherzentrale Hessen. Oft nennen die Anrufer auch hessische Ortsnamen, an denen die Verbraucherzentrale Hessen gar keinen Standort unterhält. 
  • November 2018: Verbraucher werden (sogar mehrfach) von der „Verbraucherzentrale Wiesbaden“ angerufen. Angeblich hätten sie Schulden aus einer Lotterieteilnahme und sollen sich nun dringend mit einem Anwalt namens Sebastian Welz unter einer Wiesbadener Rufnummer in Verbindung setzen.
  • Oktober 2017: Verbraucher aus dem Westerwald melden, dass ein "Verbraucherverband Frankfurt" eine Umfrage zum Thema "Haustiere und Rente" durchführe.
  • September 2017: Verbraucher in Bayern erhalten Anrufe von einer "Verbraucherzentrale" in Bad Nauheim/Hessen. Sie sollen 170 Euro für die Löschung gestohlener Daten bezahlen. Der Betrag werde später erstattet.
  • Mai 2017: Mit Bezug auf die Mailadresse vzh(at)verbraucher.de wird eine SPAM-Mail verschickt, in der den Empfängern eine Abmahnung angedroht wird - unter anderem wegen angeblich fehlender Angaben zum Widerrufsrecht und Verstoßes gegen weitere Informationspflichten. Diese Mail stammt nicht von der Verbraucherzentrale Hessen. Die Verbraucherzentrale Hessen verschickt Abmahnungen niemals per Mail.
  • Mai 2017: Auch Verbraucher außerhalb Hessens erhalten Anrufe von einer angeblichen "Rechtsschutzhilfe"-Abteilung der Verbraucherzentrale. Man erklärt ihnen, es läge ein Strafverfahren gegen sie vor und sie müssten über 8.000 Euro Strafe zahlen. Auch diese Anrufe stammen natürlich nicht von der Verbraucherzentrale Hessen.
  • Januar 2016: Vermeintliche Rechtsanwälte - angeblich von der Verbraucherzentrale - rufen an und behaupten, dass gegen die Angerufenen einen Vollstreckungstitel wegen einer offenen Forderung vorläge. Die Verbraucherzentrale führe angeblich eine Sammelklage für alle Verbraucher ab 70 Jahren durch. Man solle Beträge über 3.000 Euro nicht auf dem Konto liegen lassen. Das Geld werde von einem Sicherheitsmitarbeiter der Verbraucherzentrale abgeholt. Die Verbraucherzentrale kümmere sich dann um alles Weitere, inklusive kostenloser Vertretung durch den Anwalt der Verbraucherzentrale. Lassen Sie sich keinesfalls auf diese Gespräche ein. Schon gar nicht sollten Sie Geld oder andere Wertsachen an vermeintliche Sicherheitsmitarbeiter übergeben. Diese sind - wie auch die Anrufer - keine Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Hessen.
  • Januar 2016: Angebliche Mitarbeiter der Verbraucherzentrale fragen Verbraucher nach dem Stromverbrauch und ob man schon genug Strom spare. Im Verlauf des Gesprächs sollen die Angerufenen ihren Stromanbieter wechseln und/oder zustimmen, dass sie Werbung von Stromanbietern erhalten. Auch diese Anrufe kommen nicht von Mitarbeitern der Verbraucherzentrale Hessen.
  • Januar 2016:  Anrufe von der angeblichen "Verbraucherzentrale Marburg". Verbraucher werden gebeten, an einer Umfrage teilzunehmen. Die Verbraucherzentrale Hessen hat in Marburg keine Beratungsstelle.
  • Juni 2014: Anrufer geben sich als Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Fulda aus. Sie stellen sich mit Namen vor, geben die Adresse der Beratungsstelle Fulda der Verbraucherzentrale Hessen und eine Telefonnummer an. Die namentlich genannten Mitarbeiter sind jedoch nicht bei der Verbraucherzentrale Hessen beschäftigt. Die genannte Telefonnummer ist tatsächlich nicht erreichbar.
  • Auch mit der sogenannten "Verbraucherschutzzentrale - Telefonische Rechtsberatung e. V.", die in vielen örtlichen Telefonbüchern zu finden ist, oder der Verbraucherschutzzentrale - Telefonische Verbraucherberatung e. V. - steht die Verbraucherzentrale Hessen e. V. in keinerlei Verbindung.

Werbung mit vermeintlichen Gütesiegeln, Empfehlungszeichen und "Serviceversprechen"

Auch mit dem Empfehlungszeichen "verbraucherschutz.de – empfohlen – Ausgabe …" standen die Verbraucherzentralen zu keiner Zeit in Verbindung. Die Verbraucherzentrale Hessen distanziert sich insofern ausdrücklich von dem Verein "VBS Verbraucherschutz e. V.", der dieses Zeichen vergab. Das Empfehlungszeichen, das der VBS Verbraucherschutz e.V. zeitweilig selbst untechnisch als "Gütesiegel" bezeichnet hatte, hatte die Form eines Rundstempels, bei dem im äußeren Kranz die Worte "VERBRAUCHER" und "SCHUTZ.DE", in der Mitte "EMPFOHLEN" und in den Fächern die Worte "Ausgabe" und die entsprechende Jahreszahl enthalten waren. Voraussetzung für die Vergabe des Zeichens waren unter anderem die positive Empfehlung eines Unternehmens durch Verbraucher, eine Selbstauskunft des betreffenden Unternehmens sowie eine Zahlung eines monatlichen Entgelts durch das jeweilige Unternehmen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sah in der Verwendung des Empfehlungszeichens einen Verstoß gegen das Irreführungsverbot und klagte erfolgreich.

So hatte das Oberlandesgericht Dresden der Unister GmbH untersagt, auf ihren Internetportalen (unter anderem fluege.de und ab-in-den-urlaub.de) mit dem Gütesiegel verbraucherschutz.de - empfohlen - zu werben (Urteil des OLG Dresden vom 3.7.2012 – Aktenzeichen: 14 U 167/12). Die Richter schlossen sich der Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) an, dass die Werbung mit dem Siegel irreführend ist. Sie erwecke den falschen Eindruck, die ausgesprochene Empfehlung beruhe auf einer objektiven Bewertungsmethode. Durch den Namen "verbraucherschutz.de" würden Verbraucher zudem erwarten, dass nicht nur objektive, sondern besonders strenge, an den Verbraucherinteressen ausgerichtete Bewertungskriterien für die Empfehlung angelegt wurden. Tatsächlich fehle es jedoch an einem objektiven, sachbezogenen Prüfungs- und Vergabeverfahren. Der Verein "VBS Verbraucherschutz e.V." verlieh das Siegel gegen Zahlung eines Entgeltes lediglich auf Basis von Selbstauskünften der jeweiligen Unternehmen. Eine umfangreiche Kontrolle, ob die Darlegungen der Unternehmen auch tatsächlich der Realität entsprächen finde aber nicht statt.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband ging auch direkt gegen den VBS Verbraucherschutz e.V. vor. Ebenfalls mit Erfolg: In der Verhandlung vor dem Oberlandesgericht Celle am 22. Januar 2013 ließ der Verein durch seinen Prozessbevollmächtigten eine Unterlassungserklärung abgeben und verpflichtete sich, das zweifelhafte Siegel in Form eines Rundstempels künftig nicht mehr zu verwenden.

Ergebnis: "Um eine Verwechslung mit Gütesiegeln zu vermeiden" – so schreibt es der VBS Verbraucherschutz e.V. auf der eigenen Homepage – wurden zwischenzeitlich einige Veränderungen vorgenommen. Aus rund wurde eckig, aus "empfohlen" wurde zunächst eine "Empfehlung" und sodann ein "Serviceversprechen". Mittlerweile ist auch nicht mehr von einem Empfehlungszeichen oder gar Siegel, sondern von einem "Signet" die Rede, was übersetzt heißt: "(Marken-) Zeichen"! Warum das aktuelle Zeichen jetzt "eine Verwechslung mit Gütesiegeln ganz klar ausschließt, bleibt das Geheimnis des Vereins. Die Verbraucherzentrale Hessen distanziert sich ausdrücklich, von dem neuen, als Serviceversprechen daherkommenden "Signet" von verbraucherschutz.de. Es wird nicht von den Verbraucherzentralen vergeben.