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Fünf typische Online-Scams und wie ihr euch schützen könnt

Stand:

Heute bringen wir euch fünf typische Arten, wie man im Internet abgezockt und betrogen werden kann. Wir sprechen über Fakeshops und Fake-Anzeigen. Was dem Zukunfts-Ich gut tut? Ein Blick ins Impressum kann auf jeden Fall nicht schaden.

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1. Fakeshops

Leider ein zeitloser Klassiker: Der Fakeshop. Ein Onlineshop mit tollen Preisen, manchmal auch relativ weit vorne, wenn man bei Google sucht. Doch sobald du dein Geld überwiesen hast, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Du hörst nie wieder was von ihnen. Das Geld ist weg.
  • Du bekommst irgendeine Schrottware, mit der du nichts anfangen kannst. Das Geld ist weg.

Viele Fakeshops machen Werbung in den sozialen Medien – zum Beispiel bei Facebook oder Instagram. Für ein paar Euro können Betrüger*innen dort bereits Anzeigen schalten, komplett digital. Über die Anzeigen schaut meist kein echter Mensch mehr. Deswegen können wir uns nicht darauf verlassen, dass da eine seriöse Person für ein seriöses Angebot wirbt. Zu deinem Schutz kannst du einen Adblocker installieren.

Und bevor du bei einem Anbieter zum ersten Mal bestellst, solltest du also genau hinschauen. Damit sparst du deinem Zukunfts-Ich jede Menge Nerven und jede Menge Geld. Der einfachste Tipp lautet:

Schau nach dem Impressum!

Das Impressum ist eine Art Briefkopf der digitalen Welt. Dort muss die Firmenbezeichnung stehen, die Anschrift, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Jede seriöse Homepage braucht ein Impressum. Deswegen solltet ihr einen großen Bogen um Seiten machen, die kein Impressum haben.

Außerdem kannst du die AGB anschauen.

Damit ist nicht gemeint, dass du alle 29 Paragrafen lesen musst. Aber schlecht gemachte Fakeshops haben schlechte AGB, und das kann man leicht erkennen. Dazu muss man keine juristischen Fähigkeiten haben. Manchmal steht in diesen schlechten AGB zum Beispiel einfach nur ein Aufsatz über das Unternehmen und wie toll es ist.

Bewertungen auf einer anderen Plattform über den Shop sind auch ein hilfreiches Mittel, um Fakeshops zu entdecken. Manchmal sieht man auf Seiten wie trustpilot.com schon, dass der Shop XY schon seit Monaten keine Waren mehr liefert und schon hunderte Verbraucher*innen verzweifelt versuchen ihr Geld zurück zu fordern.

Vorsicht mit Vorkasse-Überweisungen!

Fakeshops möchten dich immer dazu bringen, deine Bestellung per Vorkasse-Überweisung zu bezahlen. Dann hast du keinerlei Käuferschutz, und wenn das Geld beim Fakeshop angekommen ist, kannst du es nicht zurückbuchen. Deswegen ist das die riskanteste Zahlart. Manchmal sieht ein Fakeshop auch so aus, als könnte man mit Paypal oder Kreditkarte zahlen. Wenn man es versucht, gibt es aber eine Fehlermeldung. Euer Zukunfts-Ich wird euch dankbar sein, wenn ihr darauf nicht reinfallt.

2. Der angebliche Microsoft-Support

Das Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung behauptet eine Person, für den Microsoft-Support zu arbeiten. Die Person will einen Virus auf dem PC entdeckt haben. Was nach nettem Service klingt, ist lupenreiner Betrug. Der Anrufer zielt nur darauf, über Fernwartungsprogramme Zugriff auf den Computer zu erhalten. Dort erspäht er Passwörter und sabotiert den PC. Anschließend fordert er Lösegeld. Alternativ werden zu enormen Preisen angebliche Softwarelösungen gegen den falschen Virus verkauft.

Es ist ausgeschlossen, dass Microsoft Verbraucher*innen aus heiterem Himmel wegen eines solchen Problems anruft. Dies betont Microsoft selbst immer wieder. Daher solltest du ein solches Gespräch sofort beenden. Höflichkeit ist dabei absolut zweitrangig. Die Nummer des Anrufers kannst du bei der Bundesnetzagentur melden, um künftige Betrügereien zu erschweren.

3. Kredit ohne Schufa

Wenn man jemandem Geld leiht, tut man das in der Hoffnung, es zurück zu erhalten. Das gilt so natürlich auch für Banken. Um zu prüfen, ob Banken ihr Geld zurück erhalten, setzen sie Firmen ein. Darunter zum Beispiel die sog. Schufa. Schulden, die zurückgezahlt werden, zeigen unsere Zahlungsbereitschaft oder Bonität. Die Schufa versucht, diese Zahlungsbereitschaft zu schätzen.

Manche Anbieter werben damit, dass sie Kredite ohne Schufa vergeben würden. Das ist falsch. Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass solche Angebote keine echten Kredite sind. Zum Beispiel bekommst du eine Prepaid-Kreditkarte. Die funktioniert wie ein Prepaid-Handyvertrag. Man muss Geld aufladen, um mit dem Handy telefonieren zu können. Und genauso läuft es bei der Kreditkarte: Man muss Geld auf die Kreditkarte laden, um mit der Kreditkarte zahlen zu können. Mit einem echten Kredit hat das also nichts zu tun. Im Gegenteil. Denn die Prepaid-Kreditkarte kostet ja selbst Geld. Oft über 100 Euro.

„Kredit ohne Schufa“? Das sind falsche Versprechungen, die du nicht glauben solltest. Wenn du in Geldnöten bist, kann dir vielleicht eine Schuldnerberatung helfen. Die gibt es zum Beispiel auch bei der Verbraucherzentrale Hessen.

4. Führungszeugnis und andere Behördengänge

Es wäre doch toll, wenn man seine Behördengänge online erledigen könnte. Ins Amt gehen und dort Schlange stehen, macht ja eher weniger Spaß. Und momentan ist sogar noch Pandemie. Auch nicht gerade ideal. Leider ist das mit den Online-Behördengängen ähnlich wie mit dem Rest des Internets. Für den Staat ist das weitgehend Neuland.

Nehmen wir an, du brauchst ein Führungszeugnis für den Job. Das kannst du online beantragen. Aber nur beim Bundesamt für Justiz auf einer altbacken aussehenden Website. Und zwar brauchst du dafür einen elektronischen Personalausweis hast und ein Lesegerät für den Personalausweis. Das Zeugnis selbst kostet dich stabile 13 Euro.

Dass das alles eine ziemliche Hürde ist, haben auch ein paar Unternehmen entdeckt. Sie sichern sich ständig neue Adressen, unter denen sie eine moderne Website schalten. Dort spiegeln sie dir vor, dass du bei ihnen ein Führungszeugnis beantragen könntest. Tatsächlich bekommst du für den zufällig gleichen Preis von 13 Euro kein Führungszeugnis. Du bekommst ein wertloses PDF-Dokument. In dem steht nur, wo du dein Führungszeugnis beantragen kannst. Beim Bundesamt für Justiz. Wenn du einen elektronischen Personalausweis und ein Lesegerät hast. Na, schönen Dank auch.

Seiten wie diese sind bei Google gut gelistet. Wenn du nach Führungszeugnis suchst, erscheinen sie oft recht weit oben. Aber Google ist nur eine Suchmaschine. Google weiß nicht, ob eine Seite seriös ist. Wer hinter einer Website steckt, steht im Impressum. Wenn auf der vermeintlichen Behörden-Seite im Impressum nichts von Behörde steht, solltest du die Finger davon lassen. Auch wenn da noch so prominent Schwarz-Rot-Gold ins Logo eingebaut wurde.

Die gleiche Masche gibt es noch bei vielen anderen Sachen. Bei Visa-Anträgen für Reisende in die USA, KFZ-Kennzeichen und Schufa-Auskünften solltest du auch ganz genau hinsehen, wer hinter einer Seite steckt. Und sogar für internationale Führerscheine kam uns schon ein zweifelhaftes Angebot unter.

5. Wohnungs- und Kleinanzeigen

Die unsichtbare Hand des Marktes verteilt im Wohnungsmarkt vor allem Ohrfeigen. Die Preise sind unschön, das Angebot knapp. Und wenn man doch einmal ein Schnäppchen gefunden hat? Dann wollen wir hoffen, dass es echt ist.

Die Immobilienportale werden immer wieder auch von Betrügern genutzt. Sie erstellen Fake-Angebote. Von außen sehen die Angebote aus wie echte Angebote. Das ist auch kein Wunder, denn oft werden die Anzeigen einfach aus echten Inseraten kopiert. Wenn du dann Interesse zeigst, befinden sich die antwortenden Personen immer im Ausland. Sie können deshalb keinen persönlichen Termin machen. Aber das ist angeblich kein Problem. Denn gegen eine Kaution von ein paar Hundert Euro schicken sie den Schlüssel gerne per Post.

Solchen Vorschussbetrug gibt es natürlich auch in anderen Bereichen. Auch auf Seiten wie ebay-kleinanzeigen.de kann es passieren, dass dir jemand aus dem Ausland schreibt. Die Person will oft überhaupt nicht verhandeln. Also nix mit „was letzte Preis?“ und das ist ja eigentlich das schönste am Online-Verkaufen. Dann schickt sie dir einen gefälschten Beweis, dass sie das Geld überwiesen hat. Aber sie hat für den Versand ein bisschen zu viel überwiesen. Das könntest du ihr doch schnell erstatten, oder? Bitte tu das nicht! Im schlimmsten Fall bist du jetzt deine Ware los und dein Geld und bekommst dafür: Nichts. Denn natürlich überweisen solche Scammer nie wirklich Geld an dich. Eine besonders poetische Geschichte mit einer einsamen Seefahrerin inklusive gefälschter Paypal-Mail findest du hier.

Wenn dir solche Sachen begegnen, solltest du die Meldefunktion der Portale nutzen. Die Portale sind die einzigen, die in so einem Fall schnell reagieren können und andere vor dem Betrug schützen können. Eine Anleitung für Ebay-Kleinanzeigen findest du hier.

Shownotes - Hier gibt es noch mehr Informationen zum Thema


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