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Ostereier - alles so schön bunt hier!

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Gefärbte Eier können umstrittene Farbstoffe enthalten. Sie sind nicht immer die beste Wahl.
  • Gefärbte Bio-Eier sind eine Alternative, da Hersteller nur natürliche Farben verwenden dürfen.
  • Wer selbst färbt, kann Eier aus Bio- oder Freilandhaltung wählen und mit Naturfarben individuelle und unbedenkliche Ostereier kreieren.
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Supermärkte und Discounter bieten fertig gefärbte, hartgekochte "Brotzeit-", "Party-" oder "Picknick-Eier" mittlerweile ganzjährig an. Zu Ostern sind bunte Eier für viele ein Muss - egal ob gefärbt gekauft oder selbst bemalt. Einige Lebensmittelfarbstoffe können jedoch gesundheitliche Risiken bergen. Außerdem müssen die Anbieter bei bunten Eiern die Haltungsform und Herkunft nicht kennzeichnen. Wir zeigen Alternativen auf.

Lebensmittelfarbstoffe: nicht immer gesundheitlich unbedenklich

Grundsätzlich sind zum Färben von Eiern nur die für Lebensmittel zugelassenen Farbstoffe erlaubt. Die meisten Farbstoffe sind zwar unbedenklich. Es gibt aber auch umstrittene Substanzen wie Chinolingelb (E104) oder die Azofarbstoffe Tartrazin (E102), Gelborange S (E110), Azorubin (E122) und Cochenillerot A (E124 A).

Azofarbstoffe stehen im Verdacht, die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern zu beeinträchtigen. Obwohl sie als gesundheitlich riskant gelten, setzen Hersteller die Stoffe aufgrund ihrer guten Farbintensität und Lichtechtheit ein.

Bunte Eier enthalten oft Azofarbstoffe

Lebensmittelfarbstoffe zählen zu den Zusatzstoffen und müssen in den Zutatenlisten von verpackten gefärbten Eiern stehen. Die Kennzeichnung lautet "Farbstoffe", gefolgt von dem speziellen Namen des Farbstoffs oder der entsprechenden E-Nummer.

Diese Kennzeichnungsvorschriften gelten auch für die Verpackungen der handelsüblichen Eierfarben. In den Zutatenlisten stehen meist die farbintensiven Azofarbstoffe. Anbieter von Natur-Eierfarben verwenden dagegen keine Azofarbstoffe.

Lose Eier müssen dagegen nur über ein Schild mit dem Hinweis "mit Farbstoff" gekennzeichnet werden. Die E-Nummer und der Name des Farbstoffs dürfen hier fehlen. Für Verbraucher, die bestimmte Substanzen meiden wollen, ist diese Regelung unbefriedigend.

Natürliche Alternativen für das Osternest

Bio-Eier dürfen die Hersteller zwischen dem 1. Januar bis vier Wochen nach Ostern färben. Hierfür sind nur natürliche Farbstoffe und färbende Naturmaterialien sowie zum Schutz der Farbe natürliche Überzüge erlaubt.

In Hessen dürfen die Hersteller neben färbenden Lebensmitteln (z. B. Spinat, Blaubeersaft) für Bio-Eier folgende Farbstoffe verwenden:

  • E 100 = Kurkumin (Gelbwurz)
  • E 101 = Riboflavin
  • E 120 = echtes Karmin
  • E 132 = Indigotin
  • E 140 = Chlorophylle
  • E 153 = Pflanzenkohle
  • E 160a-c = verschiedene Carotinoide
  • E 161 = Lutein
  • E 162 = Betenrot und
  • E 163 = Anthocyane

Tipps für Verbraucher

  • Wer Azofarbstoffe vermeiden möchte, sollte im Zweifelsfall auf den Kauf loser Eier verzichten und bei verpackten Eiern und Eierfarben die Zutatenliste lesen.
    Achtung: Auch natürliche Farbstoffe können für Allergiker problematisch sein!
  • Mit Farben natürlichen Ursprungs und Lebensmitteln wie Spinat und Rote Bete können Sie Eier selbst färben.
  • Nagellack, Filzstifte oder Farben für die Malerei eignen sich nicht zum Färben von hartgekochten Eiern.

Angabe zu Haltungsform und Herkunft darf bei bunten Eiern fehlen

Die Pflicht zur Kennzeichnung der Haltungsform gilt nur für frische unverarbeitete Eier. Bei ihnen kann sich der Verbraucher bewusst zwischen Eiern aus Kleingruppen-Käfighaltung (3), Bodenhaltung (2), Freilandhaltung (1) oder ökologischer Erzeugung (0) entscheiden. Die Ziffern für die Haltungsformen finden Verbraucher im Stempelcode auf dem Ei.

Bunt gefärbte Eier zählen zu den verarbeiteten Eiern. Bei ihnen können Käufer wie bei Eiern in Kuchen, Nudeln oder Mayonnaise nicht erkennen, ob das Ei von einer Henne aus Bodenhaltung oder einer aus Kleingruppenhaltung im Käfig stammt. Einzig Bio-Eier sind über die Bio-Kennzeichnung immer zu erkennen – auch bunt gefärbt und in verarbeiteten Lebensmitteln.

Wer in puncto Farben auf Nummer sicher gehen will, kann Eier aus Bio- oder Freilandhaltung kaufen und diese mit Naturfarben selbst färben.

Verbraucherzentrale Hessen fordert Verbot für Azofarbstoffe

Die Verbraucherzentrale Hessen fordert ein EU-weites Verbot für den Einsatz von Azofarbstoffen in Lebensmitteln und Lebensmittelfarbstoffen. Azofarbstoffe in Lebensmittel wie Süßigkeiten stellen angesichts der ausreichend vorhandenen unbedenklichen Alternativen ein unnötiges Gesundheitsrisiko für Risikogruppen wie Allergiker und Kinder dar. Der Warnhinweis, den die EU seit 2010 für betroffene Produkte vorschreibt, reicht nicht aus.