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Nach Gebrauch zurück: Rückgabepflicht für Batterien und Akkus

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Per Gesetz gilt: Wenn der Saft ausgeht, müssen alle Batterien und Akkus zurückgegeben werden. Der Hausmüll ist tabu.
Diverse rostige Batterien
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Immer mehr Geräte benötigen die mobilen Energiespender. In Deutschland ist der Verbrauch an Gerätebatterien 2020 um satte 16,9 Prozent auf über 65.000 Tonnen angestiegen. Wie hoch der gestiegene Bedarf ist, wird deutlich, wenn man sich die Steigerung der letzten 10 Jahre anschaut. Im Vergleich zu 2010 hat der Verbrauch um 54 Prozent zugenommen! Das heißt auch, mehr ausgediente Akkus und Batterien fallen als Abfall an. Damit diese nicht achtlos in der Mülltonne landen, ist der Handel zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet: Egal ob Autobatterie, Blockbatterie, Knopf- oder Rundzelle - die oberste Nutzerpflicht heißt "nach Gebrauch zurück".

Aufgrund der stetig wachsenden Verbrauchsmengen, ist die Sammelquote (bezogen auf die Verkaufsmengen) nicht angewachsen, sondern ist 2020 aufgrund der hohen Verkaufssteigerung wieder gefallen. Lediglich 45,6 Prozent der ausgedienten Kraftmeier wurden 2020 zurückgegeben. Damit hat Deutschland die EU-weit geltenden Sammelvorgabe von 45 Prozent so gerade erreicht. Aber zu viele Altbatterien werden leider nach wie vor nicht recycelt oder sachgerecht entsorgt. Wir weisen mit den folgenden Tipps den richtigen Entsorgungsweg.

  • Alle ausgepowerten Batterien und Akkus müssen im Handel zurückgegeben werden. Dies gilt unabhängig von Kennzeichnungen und Aufschriften. Der Hausmüll ist für die schadstoffhaltigen Energiespender tabu!
  • Knopfzelle, Akku und Co. aller Marken können kostenlos zurückgegeben werden - auch dann, wenn keine neuen Energiezellen gekauft werden. Händler müssen jedoch nur die Typen zurücknehmen, die sie auch im Sortiment führen oder geführt haben. Das heißt, Geschäfte, die zum Beispiel keine Knopfzellen führen, müssen diese ausgedienten Energiespender auch nicht zurücknehmen.
  • Kleinere Geräte mit eingebauten Batterien oder Akkus - wie etwa Armbanduhren - werden von den kommunalen Sammelstellen für Elektro-Altgeräte und Händlern kostenlos zurück genommen.
  • Beim Kauf müssen Kunden im Geschäft durch entsprechende Hinweise über ihre Rückgabepflicht informiert werden.
  • Immer beliebter werden Lithium-Batterien. Die Lithium-Ionen-Akkus machen inzwischen über 20 Prozent der verkauften Batterien aus und hatten mit einem Plus von fast 10 Prozent die größte Verkaufssteigerung aller Batteriearten in 2020 zu verzeichnen.
    Zur sicheren Handhabung dieser Batterien sollten Sie folgende Tipps beachten: Kleben Sie die Pole bei Lagerung und vor der Entsorgung ab, damit keine Kurzschlüsse entstehen. Lithium-Batterien bzw. Geräte mit Lithium-Batterien keinesfalls großer Hitze aussetzen und darauf achten, dass sie nicht mit Wasser in Berührung kommen. Verwenden Sie keine defekten Lithium-Batterien.
  • Einige alte Batterien und Akkus enthalten besonders viele Schadstoffe: In ihnen können große Mengen Blei, Cadmium und Quecksilber stecken - also auf keinen Fall achtlos in den Restmüll werfen, sondern im Handel in die separaten Sammelboxen.
  • Und Achtung: Selbst die mit "0% Hg (für Quecksilber), 0% Cd (für Cadmium)" gekennzeichneten Batterien sind keineswegs schadstofffrei. In ihnen können ätzende, wasser- oder umweltgefährdende Stoffe wie zum Kalilauge oder Schwefelsäure stecken. Für einige Zink-Kohle-Batterien wird zum Beispiel mit dem Aufdruck "0% Quecksilber und Cadmium" geworben; allerdings enthalten sie das Schwermetall Blei. Erkennbar ist dies an der Abkürzung "Pb", die man jedoch nur bei genauem Hinsehen findet, da dieser Hinweis auf der Rückseite der Verpackung steht.
  • Auch wer Starterbatterien aus dem Auto zurückgibt, braucht das Portemonnaie nicht zu zücken: denn auch deren Rücknahme ist kostenlos. Wird beim Kauf einer neuen Batterie jedoch keine alte abgegeben, muss der Händler 7,50 Euro Pfand verlangen - und darf das Geld erst wieder auszahlen, wenn das ausgediente Kraftpaket abgeliefert wird.
    Diese Vorgabe gilt auch für den Internethandel. Also auch beim online-Kauf wird ein Pfand erhoben, das erstattet wird, wenn die alte Batterie ordnungsgemäß zurückgegeben wird. Wird die alte Autobatterie nicht beim Internethändler abgeben, sondern bei einem stationären Händler vor Ort, dann ist dieser Händler verpflichtet, die Rücknahme - ohne Erstattung des Pfands - schriftlich oder elektronisch zu bestätigen. Mit diesem Nachweis, der aber nicht älter als zwei Wochen sein darf, sollten sich die Kunden das Pfand sofort vom Online-Handel zurückerstatten lassen.
  • Akkus für Elektrofahrräder können überall dort zurückgegeben werden, wo sie auch gekauft wurden.

Es geht aber auch umweltfreundlicher: Solarbetriebene Brief- oder Personenwaagen oder Taschenrechner reduzieren die Batteriemengen. Achten Sie beim Einkauf auf Produkte mit dem Umweltzeichen "Blauer Engel".

Und es gibt Produkte, die ganz ohne Batterien auskommen, zum Beispiel Automatikarmbanduhren oder mechanisches Spielzeug.