Vorsicht bei Schlüssel-Diensten

Stand: 28. Dezember 2025

Hier erklären wir:

Vorsicht bei Schlüssel-Diensten

Die Verbraucher-Zentrale will alle Menschen erreichen.

Darum gibt es hier Infos in Leichter Sprache.

So kann man den Text besser verstehen.

Es gibt noch mehr Infos zu diesem Thema:

Vorsicht bei Schlüssel-Diensten

Dieser Text ist nicht in Leichter Sprache.
 

Schlüssel-Dienst oft teuer

Die Tür von Ihrer Wohnung ist zugefallen.

Der Schlüssel ist in der Wohnung.

Dann muss ein Schlüssel-dienst kommen.

Der Schlüssel-dienst macht die Tür wieder auf.

Aber Achtung:

Schlüssel-dienste sind oft sehr teuer.

Sie verlangen viel Geld.

Schlüssel-Dienst aus der Nähe

Oft kostet die Anfahrt viel Geld.

Suchen Sie einen Schlüssel-Dienst aus der Nähe. 

Wenn Sie anrufen

Dann schauen Sie genau: 

  • woher kommt der Schlüssel-Dienst?
  • Ist die Adresse in Ihrem Ort?

Preise vergleichen

Bleiben Sie ruhig.

Vergleichen Sie die Angebote und Preise.

Manche Schlüssel-Dienste haben eine Telefonnummer mit Ihrer Vorwahl.

Dann müssen Sie nur für die Fahrt in Ihrem Ort bezahlen.

Der Schlüssel-Dienst will mehr Geld von Ihnen?

Dann müssen Sie das nicht bezahlen.

Festen Preis vereinbaren

Sie wollen einen Auftrag vergeben?

Dann fragen Sie vorher:

Wie viel kostet die Tür-Öffnung?

Fragen Sie nach einem festen Preis.

Das heißt:

Der Preis darf sich nicht mehr ändern.

Der Preis muss auch die Anfahrts-Kosten enthalten.

Vielleicht muss der Hand-Werker zu einer besonderen Zeit kommen.

Zum Beispiel 

  • am Wochenende
  • an einem Feiertag
  • in der Nacht 

Dann kostet die Arbeit mehr Geld.

Dann ist es für Sie teurer.

Fragen Sie nach.

Auftrag genau sagen 

Erklären Sie dem Schlüssel-Dienst genau:

  • Was ist passiert?
  • Ist die Tür nur zugefallen?
  • Oder ist die Tür ab-geschlossen?
  • Was für ein Schloss ist an der Tür?
  • Ist es ein Sicherheits-Schloss?

Dann kann der Not-Dienst planen.

Sagen Sie genau:

  • Was soll man machen?
  • Die Tür soll wieder aufgemacht werden.
  • Aber das Schloss soll bleiben.

Das geht meistens.

Sprechen Sie mit dem Not-Dienst vor Zeugen.

Dann können Sie später zeigen:

Das haben wir so ausgemacht.

Rechnung prüfen

Schauen Sie die Rechnung genau an.

Vielleicht haben Sie etwas nicht bestellt.

Dann müssen Sie es auch nicht bezahlen.

Viele Firmen wollen Geld in bar.

Das heißt:

Sie müssen das Geld direkt geben.

Das ist nur erlaubt

wenn Sie das mit der Firma ausgemacht haben.

Vielleicht will die Person vom Schlüssel-Not-Dienst mit Ihnen Geld holen.

Machen Sie das nicht

Hilfe von der Polizei

Vielleicht droht der Schlüssel-Dienst:

Er macht die Tür wieder zu.

Dann können Sie die Polizei rufen.

Die Telefonnummer von der Polizei ist: 110.

Sie können dem Not-Dienst sagen:

Die Leute sollen gehen.

Der Not-Dienst geht nicht?

Dann kann der Not-Dienst eine Strafe bekommen.

Sie können der Polizei davon erzählen.

Sie können der Polizei sagen:

Das ist passiert.

Sie können eine Anzeige machen.

Bitten Sie Ihre Nachbarn um Hilfe.

Vorher aufpassen

Sie wollen nicht vor Ihrer verschlossenen Tür stehen?

Das können Sie tun: 

  • Geben Sie einen zweiten Schlüssel einem Freund.
  • Suchen Sie sich einen Not-Schlüssel-Dienst in Ihrer Nähe.
  • Der Not-Schlüssel-Dienst soll nicht zu teuer sein.
  • Speichern Sie die Telefonnummer von dem Not-Schlüssel-Dienst auf Ihrem Handy.
  • Oder schreiben Sie die Telefonnummer auf.
  • Legen Sie die Info in Ihren Geld-Beutel.

Sie können auch bei einem Freund oder einer Freundin übernachten.

Vielleicht gibt es auch ein Hotel in der Nähe.

Eine Nacht im Hotel kostet oft weniger als ein Not-Schlüssel-Dienst.


Die Bilder sind von der Lebenshilfe Bremen e.V., Waller Heerstraße 55, 28217 Bremen


Der Text wurde von der KI SUMM AI GmbH, Tal 44, 80331 München übersetzt
und in der VZ-RLP redaktionell bearbeitet.

BGH-Urteil: Ende bei der Schlüsseldienst-Abzocke in Sicht?

Im Januar 2020 bestätigte auch der Bundesgerichtshof (BGH): Schlüsselnotdienste, die die Notsituation von Verbraucher:innen ausnutzen, um weit überzogene Rechnungsbeträge zu fordern, betreiben Wucher (Az. 1 StR 113/19). Die Feststellung dürfte Signalwirkung haben und zumindest das Vorgehen gegen kriminelle Firmen vereinfachen. Betroffene Verbraucher:innen haben damit bessere Chancen auf strafrechtliche Ermittlungen in ihrem Fall.

1. Tipp: Finden Sie einen lokalen Notdienst

Gerade bei der Notdienstsuche im Netz sind unter den ersten Treffern häufig auch überregionale Notdienste, die gar kein Geschäft vor Ort haben. Daraus können sich längere und damit teurere Anfahrtszeiten des Monteurs ergeben. Erfragen Sie gleich beim ersten Anruf, von wo der Monteur kommen wird.

Prüfen Sie außerdem, ob eine lokale Anschrift im Impressum der Internetseite angegeben ist. Sehen Sie wenn möglich nach, ob unter der genannten Adresse überhaupt der angegebene Notdienst sitzt. Betrügerische Notdienste versuchen oft den Eindruck zu erwecken, ortsansässig zu sein, sind es dann aber nicht.

2. Vergleichen Sie die Preise

Bewahren Sie trotz der Notsituation einen kühlen Kopf. Vergleichen Sie vorab die Angebote und Preise der ortsansässigen Schlüsseldienste. Wirbt ein Schlüsseldienst mit einer Telefonnummer mit Ihrer örtlichen Vorwahl, so müssen Sie auch nur die Kosten für An- und Abfahrt innerhalb der Ortsgrenzen bezahlen. Darüber hinausgehende Beträge können Sie später von der Rechnung streichen.

3. Vereinbaren Sie einen Festpreis

Fragen Sie vor der Auftragsvergabe nach einem verbindlichen Komplettpreis für die Türöffnung. Vereinbaren Sie einen Festpreis, der bereits die Anfahrtskosten und eventuelle Zuschläge enthält.

Die Kosten, die für die Öffnung einer lediglich zugefallenen Tür entstehen, können variieren – je nach Region und Tageszeit. Ein Einsatz tagsüber und an Werktagen kostet weniger als ein Akut-Einsatz in der Nacht, an Sonn- oder Feiertagen.

4. Schildern Sie dem Schlüsseldienst genau, was passiert ist

Ist die Tür nur zugefallen oder ist sie abgeschlossen? Welche Art von Schloss ist betroffen – zum Beispiel ein Sicherheitsschloss? So kann der Notdienst genau kalkulieren.

5. Definieren Sie, was genau gemacht werden soll

Legen Sie in Ihrem Auftrag fest, dass nur die verschlossene Tür wieder geöffnet werden soll. Eine Auswechslung des ganzen Schlosses ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Führen Sie das Gespräch unter Zeugen. So können Sie getroffene Vereinbarungen im Nachhinein beweisen.

6. Lassen Sie sich nicht auf überteuerte Angebote ein

Bewahren Sie Ruhe und akzeptieren Sie keinesfalls überhöhte Preise. Lassen Sie sich auch von scheinbar plausiblen Argumenten nicht zur Zahlung von Rechnungen bewegen, die den ortsüblichen Rahmen deutlich übersteigen. Denn ist das Geld einmal gezahlt, gibt es meist nur geringe Chancen auf Rückzahlung. Selbst wenn es gelingen sollte, einen betrügerischen Schlüsseldienst trotz meist falscher Adressangaben im Nachhinein ausfindig zu machen, müssten Sie zunächst die Kosten für ein Gerichtsverfahren tragen – in der bloßen Hoffnung, nach gewonnenem Prozess alle Kosten vom Gegner erstattet zu bekommen.

7. Zahlen Sie nur, was Sie vereinbart haben

Bevor Sie die Rechnung unterschreiben, sollten Sie die einzelnen Posten genau prüfen. Streichen Sie Passagen, die Sie nicht wünschen oder nicht vereinbart haben. Niemand kann Sie zwingen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren.

Viele Firmen verlangen eine Barzahlung. Dies kann nur verlangt werden, wenn Sie vor Arbeitsbeginn eine Barzahlung vereinbart haben. Zahlen Sie nur, wenn eine detaillierte Rechnung vorliegt und diese der Vereinbarung entspricht.

Fahren Sie nicht mit dem Monteur zum nächsten Geldautomaten!

8. Lassen Sie sich nicht nötigen

Sollte der gerufene Schlüsseldienst Sie unter Druck setzen, etwa indem er droht, die Tür wieder zu verschließen, zögern Sie nicht, die Polizei über den Notruf 110 zu rufen. Nötigung ist strafbar! Bitten Sie um Hilfe aus der Nachbarschaft.

Es ist Ihr gutes Recht, jemanden aus Ihrer Wohnung oder von Ihrem Grundstück zu verweisen. Kommt der Notdienstmitarbeiter Ihrer Aufforderung nicht nach, können ihm strafrechtliche Konsequenzen drohen. Haben Sie den Verdacht, Opfer eines unseriösen Notdiensts geworden zu sein, dann scheuen Sie sich nicht, Ihre örtliche Polizei darüber zu informieren. Schildern Sie den Sachverhalt und erstatten Sie, wenn nötig, eine Anzeige.

Und natürlich: Beugen Sie rechtzeitig vor

Damit Sie erst gar nicht vor verschlossener Tür stehen und auf die Hilfe eines Notdienstes angewiesen sind, sollten Sie rechtzeitig vorbeugen.

  • Hinterlegen Sie einen Zweitschlüssel bei einer Person Ihres Vertrauens.
  • Suchen Sie sich bereits im Vorfeld einen seriösen Schlüsseldienst in Ihrer Nähe.  Achten Sie darauf, dass dieser Türöffnungen auch außerhalb der üblichen Geschäftszeiten zu fairen Preise anbietet. Speichern Sie seine Telefonnummer in Ihrem Mobiltelefon oder verwahren Sie sie in Ihrem Geldbeutel.
  • Überlegen Sie sich rechtzeitig Alternativen zur Türnotöffnung: Können Sie bei einem Freund oder Bekanntem übernachten? Gibt es ein günstiges Hotel in der Nähe? Denn selbst eine Nacht im Hotel ist häufig günstiger als eine Türnotöffnung.

Zum Nachhören: Tipps zum Umgang mit Notdiensten

Im Podcast der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erfahren Sie, wie unseriöse Notdienste vorgehen, wie Sie sich schützen können und wo es Hilfe gibt, wenn Sie abgezockt wurden.

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