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Was macht eigentlich die Verbraucherzentrale?

Stand:

Die Verbraucherzentrale warnt, die Verbraucherzentrale mahnt ab. Aber was heißt das eigentlich?

Vier Menschen halten Emoticons vor ihre Gesichter: erschrocken, verzweifelt, wütend, traurig
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Von Kai, 14.12.2020

Egal, ob du zur Schule gehst, ein Unternehmen führst oder ein Staatsamt bekleidest: Nicht nur im Supermarkt sind wir alle Verbraucher*innen. Und Verbraucher*innen benötigen manchmal Schutz vor unfairen Praktiken oder Unternehmen, die sich nicht an die Regeln halten. Die Verbraucherzentrale setzt sich für diesen Schutz ein. Das läuft ungefähr so:

Jeden Tag flattern zahlreiche Mails in unser Postfach. Jemand schreibt: „Ich möchte mich bei Ihnen beschweren. Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ In unserem Service-Bereich denken sich die Mitarbeiter*innen: „Das klingt nach einem Fall für die Rechtsabteilung.“ Dann landen die Mails in der Rechtsabteilung und wir fangen an zu prüfen.

Viele von euch haben sich in letzter Zeit zum Beispiel über Airlines beschwert. Wegen der Pandemie mussten die zahlreiche Flüge streichen. Doch das Geld, was die Airlines längst kassiert hatten, wurde nicht erstattet. Wir prüfen dann, wie wir euch am besten helfen können. Zu den Maßnahmen in diesem Fall zählte unter anderem eine strategisch platzierte Pressemitteilung.

In der Pressemitteilung hieß es: „Airlines lassen Reisende im Regen stehen.“ Eine solche Meldung verschicken wir an zahlreiche Pressekontakte. Wenn das Thema für die Presse interessant klingt, werden daraus Texte, Radio- und TV-Beiträge. Unser Kollege Peter Lassek landete mit der Meldung in den Tagesthemen. Das zeigt, wie wichtig das Thema war. Dass wir der Luftfahrtbranche „systematischen Rechtsbruch“ vorwarfen, weil Reisende das Geld für ihre ausgefallenen Flüge nicht zurückerhielten, traf einen Nerv. Denn viele waren zu Recht verärgert. Einerseits erhielten die Unternehmen milliardenschwere Staatshilfen. Andererseits gingen sie nicht ans Telefon, wenn Verbraucher*innen anriefen. Und auf Mails erhielten viele auch zu lange keine Antwort.

Interessenverband

Unser Job besteht darin, eure Interessen wahrzunehmen. Denn obwohl die Menschen alle jedenfalls zwischenzeitlich Verbraucher*innen sind, können sie sich alleine schwer für Verbraucherschutz engagieren. Dafür gibt es Verbände wie uns, die das übernehmen sollen. Wir sind ein Interessenverband. Wir machen Verbraucherschutz-Lobbyismus. Irgendjemand muss ja der Schufa auf die Finger schauen, wenn sie eine Datenbank plant, die Verbraucher*innen beim Wechsel des Energieversorgers Steine in den Weg legen würde.

Wir liefern Antworten auf zahlreiche Alltagsfragen während der Pandemie. Wir warnen vor Abzocke von Fakeshops. Und seit einigen Wochen haben wir viele unserer Veranstaltungen ins Netz verlagert, damit ihr zu Hause bleiben und mit uns digitale Verbraucherbildung machen könnt.

Abmahnung ist raus

Manchmal hilft aber wirklich nur ein rechtliches Vorgehen. Dann mahnen wir einen Online-Shop für Gaming-Zubehör ab, wenn der keine Widerrufsbelehrung oder zu strenge AGB hat. Denn in einem unserer Podcasts haben wir ja bereits besprochen: Auch AGB müssen sich an bestimmte Gesetze halten. Einzelne Klauseln sind immer wieder rechtswidrig, weil sie Verbraucher*innen unangemessen benachteiligen.

Auf solche Abmahnungen stellen viele Unternehmen den Rechtsverstoß ab. Und wer es nicht tut, muss sich später vor Gericht verantworten. Denn die Verbraucherzentrale Hessen darf auch im kollektiven Interesse der Verbraucher*innen klagen.

Das sind viele Aufgaben für einen gar nicht so großen Verband wie die Verbraucherzentrale Hessen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr euren Teil beitragen für einen fairen Wettbewerb, in dem Verbraucherrechte geachtet werden. Schickt uns dazu bitte weiterhin eure Beschwerden an beschwerde@verbraucherzentrale-hessen.de. Besonders hilfreich sind eure Beschwerden, wenn gleich ein paar aussagekräftige Screenshots beigefügt sind. Und wenn ihr möchtet, können wir euch dann sogar für eine Podcast-Folge interviewen.

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