Wir stehen ein für Frieden und Freiheit in der Welt. Deshalb helfen wir den Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen und nach Hessen kommen. Weitere Informationen finden Sie hier.

Unplastify: Kunst gegen Kunststoff

Stand:
Welche Auswirkungen haben Kunststoffe auf die Umwelt? Und was können wir in der Schule und in der Freizeit tun, um Plastik zu sparen? Damit haben sich junge Menschen aus Hessen beschäftigt.
Eine Frau schiebt verschreckt einen Klumpen Plastikmüll mit den Händen von sich

Im Rahmen des Kreativwettbewerb „Unplastify: Kunst gegen Kunststoff“ haben sich Schülerinnen und Schüler aus Hessen allein oder in Gruppen kreativ und kritisch mit dem Thema Plastik auseinandergesetzt.

On

Warum Kunst gegen Kunststoff?

Bei der Müsli-Verpackung, im Shampoo oder in Sportklamotten – Kunststoff ist allgegenwärtig. Während Plastik in der Medizin oft unverzichtbar ist und Kunststoffrohre im Baubereich lange genutzt werden, sind Kunststoffe in Verpackungen, Kosmetik und Textilien kurzlebig – und meist unnötig.

Neben hohen Treibhausgasemissionen und bedenklichen Chemikalien, die bei Herstellung und Gebrauch in die Umwelt gelangen, ist besonders die Stabilität von Plastik kritisch. Gelangen Kunststoffteile in die Umwelt, bauen sie sich biologisch nicht ab. Sie zerfallen nur in immer kleiner werdende Teile - und das sehr langsam. Bis zu 450 Jahre dauert es, bis eine Plastikflasche in Kleinstteile zerfallen ist. In dieser Zeit können sich Tiere an scharfen Kanten verletzen oder Verschlüsse und kleinere Plastikteile mit der Nahrung verwechseln.

Was wurde gemacht?

Schulklassen, Schul-AGs, Naturschutzgruppen und einzelne aktive junge Menschen haben mitgemacht und ein Zeichen gegen Plastik(müll) gesetzt. Sie informierten sich zunächst über die Probleme, die mit dem übermäßigen Gebrauch von Plastik einhergehen, und überlegten Lösungen, wie sie Plastik sparen können. 

Es folgte die künstlerische Aufarbeitung des Themas: Skulpturen aus gesammelten Plastikabfällen, Schaukästen mit gefalteten Fischen, gemalten Korallenriffen und Plastikabfällen wurden gestaltet, ein Umweltgedicht geschrieben und Kleidung aus Verpackungen gekonnt in Szene gesetzt.  Die Teilnehmenden haben die Beiträge zusammen mit einem Beschreibungstext und Plastikspar-Tipps eingereicht.

Wir danken euch für die vielfältigen Beiträge!

Die Gewinnerinnen und Gewinner - Kategorie Gruppenbeiträge


Platz 1 Sankt Lioba Schule (Bad Nauheim)
Poetry Slam - Unsere Erde unsere Welt

Die Geschichte des Projekts:

„Die AG Umwelt- und Zukunftswerkstatt hat sich an unserer Schule kurz vor den Herbstferien neu gegründet. Schon an der ersten Sitzung stellte sich heraus, dass uns das Thema Plastikvermeidung ganz besonders am Herzen liegt.

In Kleingruppen wurde gebrainstormt und schnell sind wir auf den Wettbewerb gestoßen. Große Ideen entstanden, wie ein Windrad aus weggeworfenen Plastikflaschen, jedoch nichts, was sich in der Kürze der verbleibenden Zeit noch umsetzen ließe.

Und so hat Anna (12 J.), die in ihrer Freizeit ohnehin gerne Gedichte schreibt, sich mit dem Genre „Poetry Slam“ befasst und so entstand aus unseren Ideen und ihrem Talent der eingereichte Beitrag.

Andreas, auch AG Mitglied, 13 Jahre alt, hat sich um die technische Realisation des Videos gekümmert. Alle übrigen 12 AG Mitglieder sind vom Ergebnis sehr begeistert und wollen den Film schulweit zeigen, um möglichst viele Schüler mit der eindringlichen Botschaft, Plastik zu sparen, wo es nur geht, zu erreichen.“


Platz 2: Sankt Angela Schule (Königstein)
Titel des Kunstwerks: Umwelt, zieh dich warm an!

Die Geschichte des Projekts:

„Die zwei Kreativkurse „Textiles Gestalten“ und „Klima AG“ haben sich zusammengetan, um ein Kunstwerk aus alten Verpackungsmaterialien zu gestalten. Dabei sind neben leeren Süßigkeitentüten, Verpackungsfolien, Joghurtbechern, auch Kronkorken und alte Strohhalme zum Einsatz gekommen. Aus diesen Materialien haben die Schülerinnen Kleidungsstücke designt und am Ende in einem Fotoshooting in Scene gesetzt.

Ein Statement gegen Fast Fashion und die Verpackungsindustrie:

Woher kommt unsere Kleidung? Wie wurde sie produziert? Welche Schäden bringt das für die Umwelt mit sich? Mit diesen Fragen haben sich die Schülerinnen der Klima-AG in den letzten Monaten beschäftigt. Sie kamen zu der erschreckenden Erkenntnis: Wälder werden gefällt, um Baumwolle anzupflanzen, die in Monokulturen mit Breitbandherbiziden behandelt werden, was die Menschen krank macht. Durch den Fast Fashion Trend wird viel Kleidung nach kurzer Zeit wieder weggeworfen und die Einbahnstraße beginnt von vorne.

Auf der anderen Seite beschäftigten sich die Schülerinnen mit den Überbleibseln der Kunststoffproduktion: Tonnen von Müllteilen, in denen sich Meereslebewesen regelmäßig verheddern und strangulieren. Und zusätzlich das Mikroplastik, das unter anderem bei jedem Waschgang von Kunststoffkleidung ins Abwasser entlassen wird.

Diese Verstrickungen sollen durch das Kunstprojekt verdeutlicht werden.“

Collage von Fotos der "Kleidungsstücke", die aus Plastikmüll angefertigt wurden

Platz 3 teilen sich zwei Gewinner-Gruppen:

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium Gießen 
Titel des Kunstwerks: Unplastify - Tiere aus Plastikmüll

Die Geschichte des Projekts:

„Im Rahmen des Kunstunterrichts haben wir, die 7d, den Wettbewerb zum Anlass genommen, ein offenes von den SchülerInnen gesteuertes Projekt gestartet.

Die Lernenden wollten eine Woche lang allen Plastikmüll sammeln, den sie verbrauchten. Die Behälter und Verpackungen brachten sie ausgewaschen mit in die Schule. Dort türmte sich der Müll. Zu Beginn jeder Stunde reflektierten die SchülerInnen, inwiefern sie das Kunstprojekt nachdenklich gestimmt hat, welches Verhalten sie nun überdenken und welche Alternativen es gibt. Die SchülerInnen meldeten zurück, dass sie sich nicht darüber bewusst waren, wie viel Müll anfällt, da es in der Regel nicht sichtbar ist und schnell in der Mülltonne verschwindet. Sie kauften unverpackte Produkte und überlegten ob es z.B. täglich mehrerer Jogurts bedarf. 

Die Wahl der Tiere, die Koordination in der Gruppe, das geplante Tier aus all dem Müll entstehen zu lassen, fand eigenverantwortlich und selbstorganisiert statt. Die SchülerInnen waren unglaublich begeisterungsfähig, kreativ, erfinderisch und hilfsbereit!“

Collage von Fotos der aus Plastikmüll angefertigten Tiere

Lahntalschule Biedenkopf 
Titel des Kunstwerks: Korallenriff in Not

Die Geschichte des Projekts

Nachdem wir in der Kunst-AG uns über das Thema Plastik und Plastikmüll unterhalten haben, war uns schnell klar, was wir darstellen möchten: Das Korallenriff in Not!

Im Urlaub haben wir bemerkt, wieviel Plastikmüll im Meer schwimmt und es verunreinigt. Besonders erschreckend war es, dass Plastiktüten an Pflanzen und Korallen hängen bleiben, dabei eigentlich bunt und fröhlich aussehen, und doch für den Tod der Pflanzen und der Lebewesen verantwortlich sind. Auch Plastikbecher, Dosen und sonstiger Müll, der sich auf dem Korallenriff ansammelt, mit seinen bunten Farben in das Gesamtbild einfügt, aber dennoch den Lebensraum der Tiere zerstört.

Mit unserer bunten, fröhlichen Skulptur wollen wir Aufmerksamkeit gewinnen und die Betrachter dann erschrecken, wenn sie bemerken, dass die bunten Plastikteile für den Niedergang des Riffes (die Koralle ist zum Teil abgestorben) verantwortlich sind. Wir wollen deutlich machen, dass das Korallenriff in Not ist und wir es durch die Vermeidung von Plastikmüll schützen müssen!

Die Skulptur eines Korallenriffs aus Plastikabfällen


Gewinnerinnen und Gewinner – Kategorie Einzelbeiträge


Platz 1: Rixa (11 Jahre)
Titel des Kunstwerks: #streetartkidsforfuture

Die Geschichte des Projekts:

„Ich habe kleine Figürchen aus Plastik und anderen Wegwerf-Materialien aus unserem Zuhause gebastelt und diese mit Botschaften wie „There is no Planet B“, „Mehrweg statt Einweg“, „Die Welt ist kostbar“, „Vergesst nicht! Klimawandel gibt es noch!“ versehen. Diese kleinen Figuren habe ich in meinem Wohnviertel platziert, damit sie gesehen werden.

Außerdem habe ich mit Hilfe meiner Mutter einen Instagram-Kanal mit dem Namen Streetartkidsforfuture gemacht. Dort veröffentliche ich Fotos von meinen Figuren mit den Botschaften, um noch mehr Aufmerksamkeit für den Schutz der Umwelt zu erlangen.“

Collage aus Fotos der Figuren

Platz 2: Alessio (13 Jahre)
Titel des Kunstwerks: Mehr Plastik als Fisch in den Ozeanen

Die Geschichte des Projekts

„Das Kunstwerk soll einen Fisch, der von Plastik umgeben ist, darstellen. Wenn die Menschheit nichts gegen das Plastik tut, wird es 2050 mehr Kunststoff als Lebewesen in den Meeren und Ozeanen geben. Drei Viertel des Mülls im Meer besteht aus Plastik, konkret gelangen jedes Jahr 4,8 – 12,7 Millionen Tonnen Plastik in die Meere. Dieses Plastik ist ein ständig wachsendes Problem und kostet jedes Jahr zehntausende Tiere das Leben. Denn bis zur völligen Zersetzung von Plastik können mehrere Hundert bis Tausende an Jahren vergehen. Seit 1950 hat die Welt über acht Milliarden Tonnen Plastik produziert, von denen fünf Milliarden weggeworfen wurden, ohne sie zu recyceln oder zu verbrennen.“

Foto der Plastikskulptur

Platz 3: Emma (14 Jahre)
Titel des Kunstwerks: STOPPING plastic is fantastic

Die Geschichte des Projekts:

„Der Stoffbeutel wurde im Rahmen des Kunstunterrichts der 9. Klasse gestaltet. Dabei ging es darum, einen wiederverwendbaren Stoffbeutel individuell zu gestalten. Ich habe mich für das Motiv einer Wasserschildkröte entschieden, doch ich habe die Schildkröte nicht komplett ausgemalt. Dadurch möchte ich darauf hinweisen, dass die Wasserschildkröten vom Aussterben bedroht sind und immer mehr aus ihren Lebensräumen verschwinden. Dies liegt auch daran, dass Plastik oft nicht umweltfreundlich entsorgt wird und deshalb viel Plastik in die Meere gelangt. Das ist eine große Gefahr für die Wasserschildkröten, weil sie das Plastik aus Versehen essen oder sich darin verheddern. So habe ich einen Mehrweg-Stoffbeutel, durch den die Verwendung von Einweg-Plastiktüten vermieden wird, mit aussagekräftigem Motiv gestaltet.“

Foto der von Emma gestalteten Baumwolltasche


Hier könnt Ihr weitere eingesendete Wettbewerbsbeiträge sehen: 



Eure Top-Tipps zum Plastik sparen 

  1. Lehrer sollten nicht mehr darauf bestehen, dass die Hefte mit Umschlägen (meist aus Plastik und in vorgeschriebener Farbe...) eingebunden werden müssen! Die eine Schulsaison überstehen die Hefte auch ohne Einband!
  2. Alle Getränkeautomaten mit der Funktion "eigenes Gefäß (unterstellen)" ausstatten und diese Umrüstung gesetzlich vorschreiben. 
  3. Edelstahl- oder Glasflaschen zur Wiederbenutzung anstelle von Plastikflaschen für die Getränke in der Schule benutzen

Sankt Lioba Schule Bad Nauheim


  1. Stoffbeutel mitnehmen anstatt eine Plastiktüte zu benutzen.
  2. Lebensmittel, wenn möglich, ohne Verpackung kaufen.

Emma aus Darmstadt


  1. Möglichst darauf achten, was man kauft, wie z.B. verpacktes Fleisch, da man so etwas ebenfalls auch frisch kaufen (und in eigene Behältnisse füllen lassen) kann.
  2. Oder beispielsweise Wasser nicht mehr in Glas oder Plastikverpackungen kaufen, sondern auf Sprudler umsetzen.

Georg-Büchner-Schule


  1. Reduce: Weniger konsumieren und wenn, dann auf plastikfreie Alternativen umstellen
  2. Reuse: Dinge mehrmals verwenden, weitergeben (z.B. Kleidertauschbörse, 2nd Hand, ...) oder durch Upcycling wieder nutzbar machen.
  3. Recycle: Müll aus der Landschaft aufsammeln und auch den eigenen Müll RICHTIG entsorgen.

NAJU Wetterau


  1. Im Garten Gemüse anpflanzen und Obstbäume pflanzen
  2. Miteinander die Ernte aus dem Garten teilen, statt einkaufen zu gehen
  3. Spielzeug aus Plastik verschenken oder auf dem Flohmarkt verkaufen, so dass es länger genutzt werden kann

Lahntalschule Biedenkopf


  1. To stay statt to go
  2. Mehrweg statt Einweg
  3. Kauft festes Shampoo oder Nachfüllflaschen

Weidigschule Butzbach


Wer hat eure Beiträge bewertet?

Das war unser vierköpfiges Jurorinnen-Team:

  • Die Künstlerin: Kerstin Lochner vermittelt mit ihrer Kunst nachhaltige Botschaften und passt perfekt ins Jurorinnen-Team: In ihren künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Kerstin Lochner unter anderem mit Abfällen, die sie in der Landschaft findet. Sie stellt gesammelten Abfall kunstvoll in der Natur zusammen, haucht Ihren Kunstwerken mit aufgeklebten Augen und Mündern Leben ein und verpasst ihnen mithilfe von Sprechblasen eine aufrüttelnde Message. Von ihr stammt auch unser Bild aus unseren Sozialen Netzwerken:
    Drei Kunstobjekte aus Müll von der Künstlerin Kerstin Lochner
  • Mit Gespür für die Altersgruppe: die Lehrerin. Mit ihrer engagierten Art und ihrem Blick für junge, künstlerische Talente, freuen wir uns, dass wir die Kunst- (und Biologielehrerin) Ulrike Rockstroh der Adolf-Reichwein-Schule Neu-Anspach für den Wettbewerb gewinnen konnten.
  • Die Fachfrau vom Hessischen Umweltministerium: Elke Bodensohn aus dem Referat II1 "Abfallrecht, Produktverantwortung, Abfallwirtschaftsplanung" liegt die Umwelt am Herzen. Sie achtete besonders darauf, ob nachhaltige Materialien verwendet wurden.
  • Die Vertreterin der Verbraucherzentrale Hessen: Maximiliane Heuer ist die Projektleiterin des Projekts Plastik sparen der Verbraucherzentrale Hessen. Sie koordinierte den Wettbewerb. Einen besonderen Fokus setzt sie auf die kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Plastik und auf die Botschaft „Plastik sparen“.
     

Unser Leitbild im Sinne der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen

8. Leitsatz der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie: Lust am lebenslangen Lernen zeichnet uns aus"21. Leitsatz der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie: Den Schutz der Meere starten wir bereits in Hessen

Der Kreativ-Wettbewerb „Unplastify: Kunst gegen Kunststoff“ fand im Rahmen des Projekts „Plastik sparen – beim Einkauf, zu Hause und unterwegs“ statt: 
www.verbraucherzentrale-hessen.de/plastiksparen

Das Projekt wird gefördert durch das Land Hessen.

Mehr Anregungen und Hintergrundinformationen gibt es bei uns: ein umfangreiches Materialangebot für Schulen mit Workshops, Smartphone-Rallye, Videos und Co. findet ihr auf unseren Aktionsseiten Plastiksparen.

Interesse an Workshops? Fragen zum Thema oder Wettbewerb?

Wir helfen gerne: plastiksparen@verbraucherzentrale-hessen.de 

Logo HMUKLV