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Tipps, wie du Kunststoffe in Kosmetik vermeidest

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Um Kunststoffe in Kosmetik zu vermeiden, musst du zunächst die Inhaltsstoffe kennen und verstehen. Wir geben dir sieben Tipps, wie du bei Beauty und Pflege die Umwelt schonst.

Zwei Stück selbstgemachte Seife mit einem Kräuterzweig dekoriert
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Unsere Tipps in Kürze:

  • Lese die Inhaltsangabe auf der Packung genau durch
  • Schlage im BUND-Einkaufsratgeber nach 
  • Verwende zertifizierte Naturkosmetik
  • Lass dich nicht täuschen
  • Verwende feste Seife statt Flüssigseife
  • Verzichte auf Glitzer
  • Stelle deine Kosmetik selbst her

     
  1. Lese die Inhaltsangabe auf der Packung genau durch
    Hersteller müssen die Inhaltsstoffe kosmetischer Produkte entsprechend ihrem Gewichtsanteil im Produkt auflisten. Du findest sie auf der Verpackung unter „Ingredients“. Die Inhaltsstoffe werden mit den Bezeichnungen benannt, die der INCI-Liste (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients) entsprechen. Die Namen der Stoffe sind europaweit einheitlich, allerdings sind die chemischen Bezeichnungen nicht leicht zu verstehen. 

    Welche Stoffe Mikroplastik und Flüssigkunststoffe sind, ist meist schwer zu erkennen. Auf Kunststoffe deuten die Silben Polymer- und  Poly- hin, z.B. Acrylate Copolymer, Polyetheylene glycol oder Polypropylene. Es gibt aber auch Kunststoffe, die ganz andere Bezeichnungen haben, z.B. Dimethiconol oder Siloxane. 

    Wer mehr zu Kosmetik-Inhaltsstoffen, ihren chemischen und lateinischen Bezeichnungen, der Funktion und dem Vorkommen in Kosmetikprodukten wissen möchte, kann sich bei www.haut.de in der INCI-Datenbank informieren. 
  2. Schlage im BUND-Einkaufsratgeber nach 
    Viele Hersteller von Zahnfleisch- und Zahnpflegeprodukten verzichten bei ihren Produkten inzwischen auf den Einsatz von Mikroplastik. Sehr viele andere Kosmetikprodukte enthalten jedoch eine Vielzahl von festen, flüssigen oder gelartigen Kunststoffen. Der Einkaufsratgeber des Bundes für Naturschutz und Umwelt Deutschland e.V. (BUND) listet auf, in welchen Kosmetikprodukten sich welche Kunststoffe verstecken. Er wird regelmäßig aktualisiert.  
  3. Verwende zertifizierte Naturkosmetik
    Bei zertifizierter Naturkosmetik bist du auf der sicheren Seite, denn die gängigen Siegel zertifizierter Naturkosmetik verbieten die Verwendung von chemisch-synthetischen Inhaltsstoffen wie Kunststoffen auf Erdölbasis, Paraffinen und Silikonen. Auch auf Polyethylenglycolen (PEG), synthetische Duftstoffen, organisch-synthetische Lichtschutzfilter und viele Konservierungsstoffe wird verzichtet.

    Ausnahme: einige chemisch hergestellte Konservierungsmittel, die auch natürlich vorkommen, zum Beispiel Alkohol, sind zugelassen. Dann muss auf dem Produkt aber stehen: „konserviert mit…“. Natürliche Rohstoffe dürfen nur durch festgelegte chemische Verfahren verändert werden. 
    Genaueres zu den Naturkosmetik-Siegeln erfährst Du im Artikel Was bedeuten die Kosmetiksiegel?
  4. Lass dich nicht täuschen!
    Die Bezeichnungen „Bio“, „pflanzliche Herkunft“ oder Bilder mit Pflanzen auf der Verpackung werden von Herstellern häufig irreführend verwendet und bedeuten nicht zwangsläufig, dass keine Kunststoffe in dem Produkt enthalten sind. Genaueres zum sogenannten "Greenwashing" in Kosmetik erfährst Du in dem Artikel „Naturkosmetik unter falscher Flagge“ der Verbraucherzentrale Hamburg  

    „Mikroplastikfrei“ ist nicht immer plastikfrei: Als „mikroplastikfrei“ gekennzeichnete Produkte können immer noch gelöste, flüssige und gelartige Polymere enthalten. Auch diese sind schlecht abbaubar und die Auswirkungen auf die Umwelt noch nicht hinreichend erforscht.
  5. Verwende feste Seife statt Flüssigseife
    Flüssigseife besteht zu einem großen Prozentsatz aus Wasser und muss deswegen mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht werden. Als waschaktive Substanzen werden synthetisch hergestellte Tenside zugesetzt. Flüssigseife kann Mikroplastik enthalten oder weitere flüssige Kunststoffe, zum Beispiel als Trübungs- und Verdickungsmittel. Allerdings können auch feste Seifenstücke, zum Beispiel für Peeling-Effekte, Kunststoffe enthalten, hier empfiehlt sich also wieder ein Blick auf die Inhaltsstoffe. Positiv an festen Seifenstücken ist außerdem, dass wesentlich weniger Verpackung benötigt wird und auf Plastikverpackungen verzichtet werden kann.

    Inzwischen gibt es viele Haar- und Körperpflegeprodukte in fester Form: Haarseife, festes Shampoo, fester Haarconditioner und feste Körperpflegemittel. Diese Produkte sind meist in Kartonverpackungen oder mit Papierbanderolen verpackt. Sie sind ergiebiger, platzsparend und enthalten bei zertifizierter Naturkosmetik keine Kunststoffe wie Silikone. 
  6. Verzichte auf Glitzer 
    Nicht alles, was glitzert, ist gut. Glitzer im Lidschatten, im Nagellack oder im Prinzessinnen-Duschgel besteht meistens aus Kunststoff oder mit Kunststoff beschichtetem Aluminium. Es steht sowohl wegen der aufwändigen Herstellung und schlechten Arbeitsbedingungen als auch aufgrund der schlechten Abbaubarkeit und Gesundheitsgefährdung zu Recht in der Kritik. Und das alles für ein kleines bisschen Glamour? – Nein danke...
  7. Stelle deine Kosmetik selbst her
    Es gibt viele Rezepte, wie du zum Beispiel Peelings einfach selbst herstellen kannst, indem du Kaffeesatz, Zucker oder Meersalz mit Öl vermischst. Damit sparst du nicht nur Plastik, sondern kannst dir auch sicher sein, dass deine Kosmetik keine anderen Schadstoffe enthält.

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