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Plastik-Boom durch Corona: Es geht auch anders

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Aus Sorge vor einer Ansteckung greifen Verbraucherinnen und Verbraucher wieder häufiger zu Verpackungen und Plastik. Hier findest du Tipps, wie sich das vermeiden lässt.
Mehr Müll aus Verpackung durch Corona: Hände halten ein Paket mit Konservendosen und verpackten Nudeln
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Corona-Schnelltests, Masken und noch mehr Verpackungen als sonst: Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Menge an Hausmüll in Deutschland deutlich gestiegen, insbesondere der Anteil an Plastikmüll. Verunsicherte Verbraucherinnen und Verbraucher greifen wieder verstärkt nach verpackten Lebensmitteln. Doch auch wenn die Sorge vor einer Ansteckung verständlich ist: Eine Übertragung über Lebensmittel gilt als unwahrscheinlich. Hier findest du Tipps, wie du trotz Corona auf Plastik verzichten kannst.  

8,4 Millionen Tonnen mehr Plastikmüll 

In Deutschland fällt mit 227,5 Kilogramm pro Jahr und Einwohner mehr Verpackungsmüll an als in den meisten anderen Ländern. Seit dem ersten Lock-Down ist das Müllaufkommen noch einmal drastisch gestiegen, insbesondere das Aufkommen von Plastikmüll. Forschende der Chinesischen Akademie der Wissenschaften schätzen, dass seit Beginn der Pandemie weltweit rund 8,4 Millionen Tonnen zusätzlicher Plastikmüll entstanden sind. Der meiste Müll entsteht in Krankenhäusern. Aber auch  in privaten Haushalten wird deutlich mehr Verpackungsabfall entsorgt. Zum einen kochen und essen die Menschen mehr zuhause. Es werden bedeutend mehr Speisen in To-go-Verpackungen vor Ort gekauft oder nach Hause geliefert.

Zum anderen trägt Verpackungsmüll durch zunehmende Online-Bestellungen zum Wachsen des Plastikmüllbergs bei. Dabei sind viele Verpackungen unnötig materialintensiv oder einfach überflüssig. 

Coronavirus: Übertragung durch Lebensmittel unwahrscheinlich

Das SARS-CoV-2-Virus wird vor allem über Tröpfchen in der Luft – also durch Niesen oder Husten – übertragen. Zwar lässt sich eine sogenannte Schmierinfektion über kontaminierte Oberflächen nicht ausschließen. Dennoch gibt es derzeit keine klaren Belege, dass du dich durch den Verzehr oder Kontakt mit kontaminierten Lebensmitteln anstecken kannst. Es ist daher nicht nötig, zu abgepacktem Obst und Gemüse zu greifen. Eine gute Küchen- und Handhygiene wie gründliches Händewaschen vor und nach dem Kontakt mit Lebensmitteln und deren Verpackungen ist völlig ausreichend. Auch die Lebensmittel solltest du sorgfältig waschen und gegebenenfalls erhitzen. 

Antworten zu weiteren wichtigen Fragen zu Corona findest du im Artikel Corona-Pandemie: Antworten auf wichtige Alltagsfragen.

Mehrweg trotz Corona weiterhin erlaubt

Das Befüllen von kundeneigenen Behältern und Mehrweg-Behältnissen ist auch in Corona-Zeiten grundsätzlich erlaubt. Der Lebensmittelverband Deutschland weist hierfür auf spezielle Hygiene-Vorgaben hin, die einen sicheren Ablauf gewährleisten. Allerdings dürfen Supermärkte, Bäckereien und Gastronomie selbst entscheiden, ob sie Behältnisse von Kunden annehmen oder nicht. Die Deutsche Umwelthilfe beklagt, dass vor allem große Kaffee- und Fast-Food-Ketten am Einwegsystem festhalten. Es gibt sie aber: die Händler, die Mehrweg-Behälter anbieten und kundeneigene Behältnisse annehmen. Und für unsere Umwelt lohnt es sich, bei verschiedenen Betrieben nachzufragen, ob das Abfüllen in mitgebrachte Tassen oder Dosen möglich ist.

Tipps gegen den Plastikmüllberg

  1. Kaufe unverpackt und verzichte auf Einweg. Spüle Mehrweg-Behältnisse, Geschirr und Gläser möglichst über 60 Grad Celsius mit Spülmittel (z. B. in der Spülmaschine) und lasse sie gut trocknen. Wasche frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse gründlich, auch wenn sie geschält werden, und erhitze sie gegebenenfalls. 
  2. Trenne den Müll richtig. Leider landet zurzeit viel Verpackungsabfall im Restmüll. Dabei könnten wertvolle Ressourcen wiederverwertet werden. Praktische Tipps zur Mülltrennung findest du im Artikel Beispiele für Verpackungsmüll: Was gehört in welche Tonne? der Verbraucherzentrale NRW.
  3. Unterstütze Online-Shops und Lieferdienste, die sich für umweltfreundliches Versandmaterial und Mehrwegverpackungen einsetzen, beispielsweise Mehrweg-Klappboxen, Füllmaterial aus Stroh oder Mehrweggeschirr. Auch Sammelbestellungen sind sinnvoll, damit sich der Transport auch lohnt und weniger Füllmaterial anfällt – vielleicht benötigt dein Nachbar ja auch etwas?
  4. Kaufe auf dem Wochenmarkt oder beim Direktvermarkter. Hier kannst du deine Portionsgröße selbst bestimmen und nahezu unverpackt einkaufen. Außerdem ist die Ansteckungsgefahr im Freien geringer. Strenge Hygiene-Konzepte für den Unverpackt-Einkauf bieten auch Unverpackt-Läden, in denen zurzeit meist nur das Personal die Lebensmittel für die Kunden abfüllt.
  5. Koch selbst! Auch mit wenig Zeit und Zutaten lassen sich leckere Gerichte zubereiten. Schnell verderbliche Lebensmittel kannst du selbst länger haltbar machen und zu einem späteren Zeitraum verwenden. Tipps zur richtigen Aufbewahrung und Kühlung sowie zum Einfrieren und Einkochen von Lebensmitteln kannst du unter "Zu gut für die Tonne" nachlesen.

 

Mehr Tipps findest du in den Artikeln Tipps: Plastik sparen beim Lebensmitteleinkauf und Unverpackt einkaufen – Tipps für einen müllarmen Alltag.