So organisieren Sie eine Verpflegungswoche
Ausgehend von einer durchdachten Wochenplanung, kann man strukturiert einkaufen und eine vorausschauende Lagerhaltung umsetzen. Eine eigene kleine Ernte rundet das Lebensmittelangebot ab. Und auch die Zubereitung geht gut organisiert leichter von der Hand.

Das Wichtigste in Kürze
- Orientiert an Ihrem Wochenspeiseplan, ist die Einkaufsliste schnell geschrieben.
- Korrektes Lagern von Lebensmitteln erhält die Qualität und reduziert Abfälle.
- Kinder können, je nach Alter und Entwicklungsstand, auf verschiedene Weisen in die Vorbereitung von Mahlzeiten eingebunden werden.
Darauf sollten Sie beim Einkaufen achten
Für eine zeitsparende Umsetzung der Verpflegung empfehlen wir, Wochenpläne zu schreiben. Wie Sie dabei am besten vorgehen und welche Tools Ihnen helfen können, einen kindgerechten und abwechslungsreichen Speiseplan zu erstellen, lesen Sie in dem Artikel Gut geplant durch die Woche.
Nachdem der Wochenspeiseplan geschrieben ist, geht es an den Einkauf. Mit einem Wocheneinkauf sparen Sie Zeit. Eine strukturierte und stetig ergänzte Wochen-Einkaufsliste ist hierbei nützlich. Viele Faktoren beeinflussen unseren Einkauf. Neben dem zur Verfügung stehenden Budget sind auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe oder in der Umgebung verfügbare Lieferanten maßgeblich. Ein bewusster Umgang mit Ressourcen und das Vermeiden von Lebensmittelabfällen sind ebenso wichtig wie eine vielfältige und ausreichende Auswahl an Lebensmitteln. Einerseits müssen Sie ausreichende Mengen einkaufen, gleichzeitig aber darauf achten, dass Sie keine oder nur wenige Reste übrig haben. Dieser Spagat erfordert durchaus Erfahrung, ist mit einer guten Organisation jedoch umsetzbar. Orientierungswerte für den Lebensmittelverzehr Ein- bisVierjähriger bzw. Vier- bis Siebenjähriger finden Sie im DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kitas (Seiten 40-43) oder kurz und knapp in den Handlungsempfehlungen zur Speiseplanung in der Kindertagespflege.
Bevorzugen Sie Lebensmittel aus Mehrwegverpackungen gegenüber Einwegverpackungen, so leisten Sie auch einen Beitrag zur Reduktion von Verpackungsmüll. Weitere Informationen rund um das Thema „Plastik sparen“ finden Sie auf den Info-Seiten der Verbraucherzentrale Hessen: Plastik sparen: Beim Einkauf, zu Hause und unterwegs.
Kaufen Sie idealerweise Lebensmittel aus der Region. Zudem empfehlen wir, wo dies möglich ist, auf Produkte aus ökologischer Landwirtschaft zurückzugreifen. Sie sind nachhaltiger und weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Bei Bananen, Nüssen oder Tee raten wir – angelehnt an die Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kitas – zu fair gehandelten Produkten zu greifen. Fisch mit einem MSC- oder ASC-Logo bietet einen Anhaltspunkt für eine bestandsschützende Fischerei. Einen Fischratgeber rund um nachhaltigen Fischeinkauf finden Sie den Internetseiten der Verbraucherzentralen: Butter bei die Fische: so geht nachhaltiger Fischeinkauf.
Weiterführende Informationen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln
Selber Ernten ist Bildung für nachhaltige Ernährung

Steht Ihnen ein Balkon oder Garten zur Verfügung, bietet es sich an, mit Kindern zusammen Gemüse und Obst anzubauen. Davon profitieren alle: frischer, regionaler und saisonaler geht es nicht, das Gemüse ist nicht mit Pflanzenschutzmitteln belastet, es entstehen kaum Kosten und kein Verpackungsmüll. Außerdem müssen Sie weniger Einkäufe tragen. Lehrreich ist es auch, denn Kinder können beobachten, wie Gemüse und Obst wachsen und dabei viel über Selbstwirksamkeit und Ökologie erfahren.
Hochbeete sind für das Gärtnern mit Kindern in der Kindertagespflege und in Kitas sehr gut geeignet. So werden in der frühkindlichen Bildung Grundlagen für einen nachhaltigeren und reflektierten Umgang mit der Umwelt und mit Nahrungsmitteln gelegt.
Hat man im Garten oder auf dem Balkon Gemüse und Obst angebaut, dann muss die Ernte auch bei der Wochenplanung berücksichtigt und der Einkauf drumherum gut organisiert werden. Wer schon einmal selbst angebaut hat, kennt es: plötzlich stehen Sie vor Mengen von Gemüse oder Obst, die Sie nicht so schnell essen können, wie sie reifen. Überlegen Sie also auch hier im Vorfeld, wie Sie die Früchte einkochen, einfrieren oder auf anderem Wege haltbar machen und lagern können.
Lebensmittel richtig gelagert: gut versorgt und weniger Lebensmittel im Müll

Die eingekauften Lebensmittel müssen anschließend sachgerecht gelagert werden. Für eine lange und sichere Haltbarkeit von Lebensmitteln spielt die Lagerung eine sehr wichtige Rolle. Mit der korrekten Aufbewahrung von Lebensmitteln kann man den Verderb hinauszögern. Maßgeblich sind hierbei die richtige Temperatur und angepasste Feuchtigkeit der Lager-Umgebung.
Je nach Lebensmittel eignen sich entweder ein Kühlschrank oder in größeren Einrichtungen Kühlhäuser, ein Gefrierschrank und Vorratsregale.
Unterschiede bei der Gestaltung der Lagerung ergeben sich aus der Betreuungsform bzw. der Anzahl der zu verpflegenden Kinder. Je größer eine Einrichtung ist, desto mehr Lagermöglichkeiten benötigt es. Aber auch in der Kindertagespflege gilt es die Vorräte sorgfältig und durchdacht zu lagern, um die Lebensmittelsicherheit für die Kleinsten zu gewähren.
Einkauf und Lagerhaltung gut organisiert
Diese Tipps helfen Ihnen dabei, gut organisiert in die Woche zu starten und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren:
- Planen Sie einen Grundstock an Lebensmitteln, den Sie immer vorrätig haben. Dafür eignen sich insbesondere trockene und gut zu lagernde Lebensmittel wie Nudeln, Hülsenfrüchte, Konserven und ungewürztes bzw. ungesüßtes Tiefkühlgemüse und -obst. Sobald die letzte Packung entnommen ist, schreiben Sie das Produkt direkt auf die Einkaufsliste.
- Brauchen Sie die Produkte, die früher gekauft wurden, zuerst auf („first in/first out“).
- Prüfen Sie Ihre Vorräte regelmäßig. Hilfreich ist es, Produkte in den Regalen und Schränken nach Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) zu sortieren. Das Datum, das am weitesten in der Zukunft liegt, kommt im Regal nach hinten, das nächstliegende Datum nach vorne. So greifen Sie im Alltag zunächst zu den Produkten, die eher verbraucht werden müssen. Genauso regelmäßig können Sie die Tiefkühlung aufräumen und sortieren.
- Beim Einkauf ist unbedingt die Kühlkette einzuhalten, damit frische Produkte wie Fisch, Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Gemüse und Obst nicht verderben. Dies ist auch für den Transport von Tiefkühlprodukten wichtig.
- Sie sollten frisches Gemüse mehrmals pro Woche einkaufen und schnell verderbliche Lebensmittel, wie Salat, zeitnah nach dem Einkauf verbrauchen.
- Planen Sie gemeinsam mit den Kindern einen Ausflug zum Hofladen, auf den Wochenmarkt oder in den Supermarkt! Das ist eine gute Aktion im Rahmen gelebter Ernährungsbildung und fördert die Alltagskompetenzen. Zum Thema Einkaufen mit Kita-Kindern gibt eine Broschüre des BZfE einfache und partizipative Umsetzungsideen.
Speisenzubereitung im Betreuungsalltag der Kindertagespflege
Die Zubereitung der Mahlzeiten, insbesondere des Mittagessens, ist im Betreuungsalltag eine zusätzliche zeitintensive Aufgabe für Kindertagespflegepersonen. Sie müssen die Kinder im Blick behalten und gegebenenfalls das Kochen mehrmals unterbrechen.
Hier einige Tipps, wie Sie Ihre Zeit gut organisieren können:
- Eine gute Vorbereitung ist das A und O: Alles, was Sie am Vortag oder morgens vorkochen und einfach wiederaufbereiten können, erleichtert den Betreuungsalltag. Mealprep ist das Zauberwort. Es bedeutet, dass das Essen im Voraus zubereitet wird. So lassen sich etwa einzelne Komponenten wie Nudeln, Kartoffeln oder Reis, aber auch ganze Gerichte wie Aufläufe, Eintöpfe und kalte Salate gut vorbereiten. Informationen zu Mealprep zum Frühstück und für das Mittagessen finden Sie auf der Seite des Bundeszentrums für Ernährung. Praktisch sind auch Gerichte aus dem Römertopf, die vorbereitet langsam schmoren und dann zur Essenszeit fertig sind.
- Sie können Gerichte oder Komponenten, die sich zum Einfrieren eignen, zum Beispiel Suppen und Soßen, in größeren Mengen vorkochen und tiefkühlen. Diese müssen dann nur noch aufgetaut und aufgewärmt werden. Eine sinnvolle Portionierung beim Einfrieren erleichtert den Ablauf.
- Tiefkühlgemüse oder -obst ist eine gute Alternative zu frischem Gemüse. Es spart Zeit bei der Zubereitung. Schauen Sie bei der Auswahl darauf, dass es weder gewürzt noch gesüßt ist. Aber Achtung: Tiefkühlbeeren müssen vor dem Verzehr aufgekocht werden. Auch dies kann man gut am Vorabend machen.
- Kinder können und sollen je nach Alter in die Vorbereitung der Mahlzeiten eingebunden werden. Sie können zum Beispiel das Gemüse und Obst waschen und schneiden, das Essen umrühren oder den Tisch decken. Säuglinge können das Küchengeschehen bereits beobachten und zum Beispiel Gegenstände wie Löffel oder Schneebesen in die Hand nehmen und kennenlernen. Sie nehmen auch schon die Geräusche und Gerüche in der Küche wahr. Der Kochvorgang trägt so zur Sinnesbildung bei.
Einkauf und Speisenzubereitung in der Kita
In Kitas werden viele Kinder verpflegt, und es werden zahlreiche Mahlzeiten zubereitet. Dafür kommen verschiedene Verpflegungssysteme zum Einsatz. Kitas, in denen frisch vor Ort gekocht wird, benötigen ausreichend Platz und die richtige Ausstattung. Was konkret gebraucht wird, wird am besten mit Fachpersonal, wie Küchenplanern oder Köchinnen bzw. Köchen, abgestimmt. Die Checkliste der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Nordrhein-Westfalen (PDF) gibt hierfür eine gute Orientierung.

Für eine gelingende Frischküche ist zudem qualifiziertes Personal wichtig, das die Speisen plant und kalkuliert, im Umgang mit den Geräten vertraut ist und Hygienemaßnahmen strikt einhält.
Da in der Kita in der Regel große Mengen an Lebensmitteln zu beschaffen und zu verarbeiten sind, lohnt es sich, Ausschau nach Lieferanten zu halten. Die Anlieferung von Frischeprodukten bis hin zu Tiefkühlware erspart dem Kita-Personal Zeit. Für die Kalkulation der Mengen von frischem Gemüse und Obst, hilft ein Online-Rechner, um die Schäl- und Putzverluste zu berechnen. Auch Convenience-Produkte (vorverarbeitete oder vorbereitete Lebensmittel) können den Verpflegungsalltag einfacher machen. Man unterscheidet dabei unterschiedliche Verarbeitungsgrade (Convenience-Stufen). Ob und welche Convenience-Produkte eingesetzt werden, muss jede Einrichtung für sich entscheiden. Schon der Einsatz von Tiefkühlgemüse oder -obst erleichtert die Essenszubereitung, da Schritte wie das Waschen und Schneiden wegfallen. Es bleibt mehr Zeit für andere Aufgaben rund um die Mahlzeiten. Mehr über die verschiedenen Convenience-Stufen und was es beim Einsatz von Convenience-Produkten zu beachten gilt, finden Sie bei FitKid Aktion.
Se möchten Ihren Speiseplan kritisch unter die Lupe nehmen? Gerne unterstützen wir Sie hierbei. Fragen Sie uns zu einem Speiseplan-Check gerne direkt an. Wir beraten Sie zu einer ausgewogenen, kindgerechten und nachhaltigeren Speisenplanung.
Weiterführende Informationen
- Der Leitfaden Frischküche in der Kita (PDF) des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen-Würzburg gibt eine umfangreiche Einführung in das Thema.
- Tipps und Informationen rund um Hochbeete für das Gärtnern mit Kindern gibt die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung: Mit wenig Aufwand eine große Wirkung, findet sie.
- Die Kindergartenpaten des NABU Rheinland-Pfalz informieren im Artikel Hochbeete in Kitas über das Gärtnern mit Kindern.
- Weitere Informationen zu dem Themenfeld Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in der frühen Bildung gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
- Für unerwartete Ausfälle in der Küche oder beim Catering gibt der Digitale Werkzeugkoffer(PDF) des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat praktische Hilfestellungen.