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Schluck für Schluck mehr Klimaschutz - Trinken in der Schule

Stand:
Wasser trinken ist wichtig für die Leistungsfähigkeit der Lernenden. Gutes Leitungswasser aus Hessen spart Plastikmüll und schont die Umwelt.
Jemand füllt am Wasserhahn seine Trinkflasche auf

Das Wichtigste in Kürze

  • Geeignete Durstlöscher sind Leitungswasser, auch als Früchte- oder Kräutertee, und Mineralwasser aus der Region
  • Ungeeignet sind gesüßte Getränke wie zum Beispiel Limonade, Eistee, Sportgetränke oder Energydrinks
  • Milch, Milchmixgetränke und Smoothies gelten als Zwischenmahlzeit, nicht als Getränk
  • Wo immer möglich, sollte ein Mehrweg-Pfandsystem genutzt werden.
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Genau genommen ist es ganz einfach, gesund und klimafreundlich zu trinken, denn frisches Leitungswasser erfüllt alle Kriterien. Aber auf Dauer ist es vielleicht ein bisschen langweilig. Deshalb erhalten Sie hier Tipps und Informationen, wie Sie ein abwechslungsreiches, klimafreundliches und gesundes Getränkeangebot für den Schulkiosk zusammenstellen können.

Wir sagen PROST zu klimafreundlichen Getränken: P=plastikfrei, R=regional, o=ohne Zuckerzusatz, s=selbstgemacht aus Leitungswasser, t=täglich

Wasser marsch! Gutes zum Selberzapfen

Die einfachste Methode am Schulkiosk Wasser zur Verfügung zu stellen, sind Wasserkrüge zur freien Verfügung. Kostengünstig sind auch Trinkwasserspender, die direkt an die Wasserleitung angeschlossen sind. So ein Spender garantiert eine ausreichende und regelmäßige Versorgung mit Leitungswasser. Schülerinnen und Schüler füllen auf Knopfdruck gekühltes und auf Wunsch gesprudeltes Wasser in Becher, Gläser oder Trinkflaschen.

Gläser oder Trinkflaschen?

Eine Alternative zu Trinkwasserspendern sind Trinkbrunnen. Per Knopfdruck fließt das Wasser bogenförmig heraus und ermöglicht das direkte Trinken aus dem Strahl. Je nach Modell kann das Befüllen von Flaschen und Gefäßen schwieriger sein als beim Trinkwasserspender. 

Egal ob Wasserspender oder Trinkbrunnen, um die Hygiene zu gewährleisten ist eine Aufstellung zum Beispiel in Sichtweite des Kiosks sinnvoll. Die Reinigung sollte ggf. dokumentiert werden. Sowohl Wasserspender als auch Trinkbrunnen gibt es zur Miete oder zum Kauf. Mieten ist oft kostengünstiger und bringt den Vorteil der regelmäßigen Wartung durch die Leihfirma mit sich.

Warum Leitungswasser?

Hessisches Trinkwasser aus der Leitung weist eine sehr gute Qualität auf. Wie überall in Deutschland muss es die strengen Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen und kann unbedenklich getrunken werden. Wasser eignet sich sehr gut, um den täglichen Flüssigkeitsbedarf zu decken und Flüssigkeitsverluste auszugleichen. In manchen Regionen sind im Leitungswasser sogar mehr Mineralstoffe enthalten als in einigen Mineralwässern. Informationen über das regionale Wasser erhalten Sie beim Versorger.

Um die Wasserqualität an einem Wasserhahn oder Trinkbrunnen zu überprüfen, können Wasserproben ins Labor geschickt werden, denn auch die Gegebenheiten und Leitungen innerhalb des Gebäudes können die Wasserqualität beeinflussen.

Frische-Kick: Ideale Getränke für die Schulzeit

Natürlich braucht ein Schulkiosk mehr Angebote als Leitungswasser mit und ohne Kohlensäure. Mit ein bisschen Kreativität und ein paar Handgriffen entstehen frische und klimafreundliche Getränke für den Schulalltag.
 

ungesüßter Früchte- oder Kräutertee

Früchte- und Kräutertees schmecken heiß und kalt. Selbst geerntete Kräuter aus dem Schulgarten wie Pfefferminze, Zitronenmelisse oder Thymian verleihen dem Tee das Gewisse etwas. Abgekühlter Tee wird mit frischen Früchten und Kräutern zu hausgemachtem Eistee.

selbst gemischte Schorle

Saftschorlen im Verhältnis von 1:3 (Saft zu Wasser) sind ein idealer Durstlöscher. Der Fruchtsaft schmeckt nicht nur lecker, sondern liefert auch Vitamine und Mineralstoffe. Im Vergleich zu frischem Obst enthält er aber viel Zucker und wenig sättigende Ballaststoffe. Daher sind fertige Fruchtschorlen nur als Übergangslösung geeignet, denn sie enthalten im Verhältnis viel mehr Saft.

Infused Water

Hinter dem Begriff verbirgt sich schlicht „Wasser mit Geschmack“. Frische Früchte und Kräuter aromatisieren Leitungswasser rasch. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Mit Kräutern oder Früchten aus dem Schulgarten oder der Region wird es nachhaltiger.

Kaffee, schwarzer und grüner Tee

Koffeinhaltige Getränke sind natürlich keine Durstlöscher, können am Schulkiosk aber für ältere Jugendliche eine willkommene Abwechslung sein. Wichtig ist, dass jüngere Schüler keinen Zugang erhalten. Ressourcenschonend geht es mit Bio-Produkten und Mehrweg-Pfandbechern.

Getränke klimafreundlich verpackt

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Thema Trinken ist die Verpackung. Die Auswahl der Materialien ist groß: Einweg, Mehrweg, Glas, Plastik oder Verbundkarton. Ein einfacher Merksatz lautet: Mehrweg vor Einweg und am besten regional. Denn Mehrwegflaschen aus der Region werden mehrfach wieder befüllt und die kurzen Transportwege schonen Ressourcen.

Mehrweg vor Einweg und am besten regional!

Den größten Klimavorteil bringt jedoch Leitungswasser. Es belastet das Klima deutlich weniger als Mineralwasser in Glas- oder Plastikflaschen. Mitgebrachte Mehrwegflaschen können in der Schule jederzeit mit Leitungswasser befüllt werden. Edelstahlflaschen sind besonders klimaschonend, denn sie sind geschmacksneutral, leicht, stabil, langlebig und zu 100 Prozent wiederverwertbar. Das spart gekauftes Wasser und hilft Schulen ihren ökologischen Fußabdruck zu senken.

Bei Heißgetränken eignen sich bruchsichere Tassen, die über ein Pfandsystem zurückgegeben, gereinigt und wiederverwendet werden. Lesen Sie mehr in unserem Artikel Umweltfreundlich Getränke kaufen – so geht’s.

TU DU’s fürs Klima

🌊 Wasser marsch! Leitungswasser als Durstlöscher Nummer eins leicht verfügbar machen.
💡 Pfand nehmen! Getränke ausschließlich in Mehrwegflaschen anbieten - am besten aus der Region.
💧 Mehrweg fördern! Mit schuleigenen (Edelstahl-)Flaschen Lust auf Mehrweg wecken.
🧃 Geschickt präsentieren! Empfehlenswerte Getränke gut sichtbar hinstellen, so dass gesüßte Getränke in den Hintergrund rücken.
👨🏫 Gesund trinken! Die Themen Leitungswasser und Trendgetränke im Unterricht aufgreifen.

Klimasmart trinken in der Schule

Wenn Kinder und Jugendliche zu wenig trinken, kann das zu Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, verlangsamter Reaktionsfähigkeit und eingeschränkter körperliche Leistungsfähigkeit führen. Daher ist es so wichtig, sie zu einem gesunden und im Idealfall auch klimafreundlichen Trinkverhalten zu motivieren.

Ideal für Kinder und Jugendliche sind rund 1 bis 1,5 Liter ungesüßte Getränke pro Tag

Das Trinkverhalten von Schülerinnen und Schülern hat sich in den letzten Jahren aus ernährungswissenschaftlicher Sicht verbessert. So trinken Kinder und Jugendliche fast 1,5 Liter Wasser täglich. Damit decken sie ihren Bedarf.

Schulkinder trinken inzwischen auch weniger zuckerhaltige Getränke. Dennoch verzehren 10 bis 17-Jährige im Schnitt mehr als einen halben Liter Süßgetränke pro Tag.  Jungen trinken dabei etwas mehr davon als  Mädchen. Problematisch dabei ist, dass gesüßte Getränke die Entstehung von Übergewicht, Karies und Diabetes mellitus Typ II begünstigen können. 

Als Faustregel gilt: Sechs Trinkportionen über den Tag verteilt sorgen für eine gleichmäßige Flüssigkeitszufuhr. Regelmäßiges Trinken in der Schule ist deshalb sinnvoll. Tipps und Infos liefert die INFORM-Broschüre Trinken in der Schule - geeignete Durstlöscher in den Schulalltag integrieren.

Lieber weniger Limo, Cola und Eistee

Limo und Cola

Sie sprudeln erfrischend, sind aber meist viel zu süß. Schon ein halber Liter kann mehr Zucker liefern als für Kinder und Jugendliche pro Tag gut ist. Dazu kommen Aromen, Farbstoffe, Säuerungsmittel und Konservierungsstoffe.

Light-Getränke

Auch die Variante mit Süßungsmitteln ist wenig empfehlenswert, da sie die Gewöhnung an den süßen Geschmack fördert.  Süßes ist bei Jugendlichen ohnehin meist hoch im Kurs, so dass Light-Getränke keine geeigneten Durstlöscher sind.

Eistee und Instant-Getränke

Sowohl Eistee, als auch Teepulver enthalten sehr viel Zucker. Viel zu schnell ist die empfohlene Tageshöchstmenge erreicht. Genau wie bei Limonaden gilt: weniger ist besser.

Energydrinks und Sportgetränke

Beide werben mit vermeintlich wertvollen Inhaltsstoffen, doch bei genauerem Hinsehen handelt es sich oft um Substanzen, deren Wirkung nicht nachgewiesen ist. Dazu kommen Zucker und andere überflüssige Zutaten. Der ideale Sportlerdrink ist eine Saftschorle im Verhältnis 1:3.

Fruchtsaft, Fruchtsaftgetränke und Nektar

Auch bei fruchtigen Getränken gilt es genau hinzuschauen, denn nur wo Saft draufsteht ist ausschließlich Frucht drin. Bezeichnungen wir Fruchtsaftgetränk oder Nektar weisen auf zugesetzten Zucker hin. Daher ist Saft – am besten aus der Region - für eine Schorle die bessere Wahl.

Milch, Milchmixgetränke, Smoothies & Co

Milch

Milch ist ein natürliches Lebensmittel, das viele wertvolle Inhaltsstoffe liefert. Calcium und Eiweiß sind wichtige Bausteine für den Körper im Wachstum. Allerdings ist Milch so kalorienreich, dass sie als Snack oder Zwischenmahlzeit gilt und nicht als Getränk. In Milchmixgetränken können zusätzlich Zucker, Stabilisatoren, Aromen (z. B. Banane oder Vanille), umstrittene Verdickungsmittel und unnötige Vitaminzusätze stecken. 

Smoothies

Smoothies bestehen aus kompletten Früchten und in der grünen Variante auch aus Gemüse. Sie können gelegentlich einen Beitrag zur Versorgung mit Obst und Gemüse leisten, sind aber keine durstlöschenden Getränke. Dafür liefern sie zu viele Kalorien und Fruchtzucker. Gekaufte Smoothies sollten ausschließlich aus Früchten, Fruchtmark oder -püree bestehen und keine Zusatzstoffe enthalten. Zum Selbermachen eignet sich frisches Obst und Gemüse der Saison in bio-regionaler Qualität.

Near-Water-Getränke

Near-Water-Getränke sind Erzeugnisse auf Wasserbasis, die mit Frucht- oder Kräuterzusätzen aromatisiert werden. Viele dieser Getränke enthalten Zuckerzusätze in Form von Fruktose, Traubenzucker oder Maltodextrin, andere sind mit Süßstoffen gesüßt. Auch hier ist Selbermachen die bessere Alternative. Frische Früchte und Kräuter aromatisieren Wasser ganz von selbst

Ernährungsbildung gegen den Wissensdurst

Ein gesundes und klimafreundliches Getränkeangebot wird im Idealfall immer mit einer lebensnahen und praxisorientierten Ernährungsbildung im Unterricht begleitet. Vorschläge für Unterrichtsprojekte rund um Getränke sind: 

  • Energydrinks unter der Lupe - was steckt in diesen beliebten Trendgetränken? Im Workshop können Jugendliche das selbst herausfinden.
  • Mach-Bar-Tour - Trendgetränke - Was ist drin? Was ist dran? Schülerinnen und Schüler setzen sich mit trendigen Drinks auf unterschiedliche Weise auseinander.
  • Woher kommt unser Trinkwasser in der Schule? Besuch des Wasserversorgers der Stadt oder der Region. 
  • Der weite Weg des Mineralwassers – Nachhaltigkeits-Marktcheck der angebotenen Mineralwassersorten im nächsten Supermarkt, Discounter, Getränkehändler. 

Weitere Informationen

Links rund um Trinkwasser in Hessen und Trinken in der Schule

Jemand bereitet eine Lunchbox mit Broten, Obst und Gemüse zu

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