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Was sind Mikroplastik und Flüssigplastik?

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Zwei Frauen in einem blauen Auto, eine malt sich die Lippen an
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Plastik belastet unsere Umwelt, Gewässer, Meere und Böden. Größere Plastikteile, sogenanntes Makroplastik, wie Plastikflaschen und ähnliches, sind gut zu erkennen. Mikroplastik, also kleine und kleinste Plastikteilchen sind mit den Augen dagegen kaum oder gar nicht wahrnehmbar. Aber auch sie belasten unsere Umwelt.

Was ist Mikroplastik?

Seit den 60er Jahren weiß man von der Existenz dieser kleinen und kleinsten Plastikteilchen, die inzwischen überall auf der Erde zu finden sind. Allerdings gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs. Die meisten Wissenschaftler verstehen unter Mikroplastik feste Kunststoffpartikel und Kunststofffasern, die kleiner als fünf Millimeter sind. 

Was sind Flüssigplastik und Nanoplastik?

Unter Flüssigplastik versteht man Kunststoffe, die in gelöster, gelartiger oder flüssiger Form vorliegen. Als Nanoplastik werden Partikel aus Kunststoffen bezeichnet, die – je nach verwendeter Definition – kleiner als ein Mikrometer bzw. kleiner als 100 Nanometer sind. Sie sind also noch kleiner als herkömmliches Mikroplastik. 

Wie entstehen Mikroplastik & Co, wo kommen sie vor?

Mikroplastik entsteht zum einen indirekt durch mechanische Zerkleinerung größerer Plastikteile, beispielsweise von PET-Flaschen im Meer oder beim Waschen von Textilien aus Chemiefasern. Der größte Teil entsteht jedoch durch Reifenabrieb auf der Straße.

Zum anderen wird Mikroplastik Kosmetikprodukten, Wasch- und Reinigungsmitteln direkt zugesetzt und dient als Peeling- oder Schleifmittel. Inzwischen verzichten die Hersteller bei Zahnpflegeprodukten zwar meist auf den Einsatz von Mikroplastik. In Kosmetik, Wasch- und Reinigungsprodukten werden jedoch immer noch Hunderte verschiedener Kunststoffe in gelöster, gelartiger oder flüssiger Form zugesetzt. Sie haben unterschiedliche Funktionen und werden beispielsweise als Haut- und Haarpflegestoffe, Binde- und Verdickungsmittel, Lösungsmittel und waschaktive Substanzen eingesetzt. 

Was ist das Problem von Mikroplastik & Co?

Nach aktuellem Wissensstand geht man nicht von einer Gesundheitsgefährdung für Menschen aus. Allerdings können Wasserlebewesen wie Muscheln, Krebstiere und Fische von Mikroplastikpartikeln gesundheitlich stark beeinträchtigt werden. 

Mit dem Abwasser gelangen Mikroplastik, flüssige Kunststoffe und Nanoplastik aus dem Haushalt in die Umwelt. Dort erreichen sie die Nahrungskette: Kleinstlebewesen nehmen die Partikel auf und werden selbst von größeren Tieren gefressen. Plastik kann die Verdauungsorgane der Tiere schädigen, die Kiemen verstopfen oder einen vollen Magen vortäuschen.

Kunststoffe können bedenkliche Substanzen enthalten, wie Weichmacher, die im Laufe der Zeit freigesetzt werden und in die Umwelt gelangen. Außerdem gibt es Hinweise, dass Mikroplastik Umweltgifte wie Pflanzenschutzmittel anreichern kann. Diese befinden sich zum Beispiel in Ablagerungen in Gewässern.

 

Fazit: Welche Auswirkungen Mikro-, Flüssig- und Nanoplastik auf Menschen und unsere Umwelt haben, ist noch unklar und muss noch weiter intensiv wissenschaftlich erforscht werden. 

Sind die kleinen Plastikpartikel erst einmal in Gewässer gelangt, können sie kaum wieder zurückgeholt werden. Die Menge an Mikroplastik in der Umwelt nimmt daher immer mehr zu. Umso wichtiger ist es, den weiteren Eintrag der Kunststoffe in die Umwelt zu verringern – beispielsweise durch selbst gemachte Peelings, die Verwendung zertifizierter Naturkosmetik oder die Vermeidung von Plastikverpackungen für Lebensmittel.

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