Lila Latte, Eis und Kuchen: Ube-Lebensmitteltrend

Pressemitteilung vom 21. Juli 2026

Verbraucherzentrale Hessen erklärt, was hinter dem Food-Trend steckt und welche regionalen Alternativen es gibt

Ob in Ube-Latte, Eis oder Kuchen: Ube ist derzeit auf Socia Media kaum zu übersehen. Die violette Yamswurzel sorgt mit ihrer intensiven Farbe für auffällige Speisen und Getränke. Das kommt besonders auf Instagram und TikTok gut an. Immer häufiger finden sich neben grünem Matcha auch lilafarbener Ube-Latte in Cafés. Doch was steckt hinter dem Trend? Die Verbraucherzentrale Hessen ordnet ein, worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten sollten und gibt Tipps für heimische Alternativen.

Ube ist eine violette Yamswurzel, die vor allem auf den Philippinen angebaut wird. Für ihre lila Farbe sind Anthocyane verantwortlich. Die sekundären Pflanzenstoffe färben Obst und Gemüse rot, blau oder violett und sollen gesundheitsförderlich sein, indem sie beispielsweise das Risiko für bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken.

Die Knolle liefert vor allem Kohlenhydrate und Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe wie Vitamin C und Kalium. „Dennoch gilt: Ube allein ist kein ‚Superfood‘. Entscheidend für den gesundheitlichen Wert ist, wie sie verarbeitet wird. Gerade in Trendprodukten wie gesüßten Getränken, Eis oder Backwaren kommen oft große Mengen Zucker hinzu“, sagt Stella Glogowski, Fachgruppenleitung Lebensmittel & Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Vom Traditionslebensmittel zum Social-Media-Hype

Auf den Philippinen hat Ube eine lange Tradition und wird seit Jahrhunderten in süßen und herzhaften Gerichten verwendet, etwa Ube-Halaya, einer süßen Spezialität aus gekochter Yamswurzel. Geschmacklich erinnert Ube an Vanille und Kokos, ist süßlich und nussig.

Frische Ube-Wurzeln sind in Deutschland nur selten erhältlich. Ube kommt hierzulande meist in Form von Pulver, Paste oder Sirup auf den Markt. Beim Kauf sollte ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwerte geworfen werden: Nicht immer steckt viel Ube drin, dafür oft Zucker, Fette und Zusatzstoffe wie Emulgatoren oder Stabilisatoren.

Teuer und weit gereist

Der Boom um Ube bringt auch Kritik mit sich. Durch die hohe Nachfrage steigt der Druck auf Anbau und Export. Das kann Auswirkungen auf Preise und Verfügbarkeit der Nahrungspflanze in den Herkunftsländern haben.

Hinzu kommen lange Transportwege: Da Ube in tropischen Regionen wächst, legt die Knolle meist weite Strecken bis nach Deutschland zurück. „Das belastet die Klimabilanz. Zudem sind Ube-Produkte oft deutlich teurer als vergleichbare heimische Zutaten, obwohl der Mehrwert häufig vor allem an der auffälligen lila Farbe liegt“, so Glogowski.

Regionale Alternativen mit ähnlichen Vorteilen

Wer violette Farben und Anthocyane auf dem Teller und im Glas schätzt, muss nicht zu Importware greifen. Auch regionale Lebensmittel enthalten diese Pflanzenstoffe und haben meist kürzere Transportwege. Dazu zählen frische und gefriergetrocknete Beeren, Rote Bete-Pulver, violette Möhren oder dunkle Weintrauben. Sie sind oft günstiger und können eine nachhaltigere Alternative sein.

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