Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten: Das steckt drin

Pressemitteilung vom 23. Oktober 2026

Marktcheck der Verbraucherzentralen zeigt große Unterschiede

Die Verbraucherzentralen sind der Frage nachgegangen, ob Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten gute Protein- und Ballaststoffquellen sind. Dafür haben sie sich die Zusammensetzung von annähernd 300 Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten angesehen. Verglichen wurden Inhaltsstoffe, die Werbung und die Herkunft von Bohnen, Linsen und Co. Dabei zeigten sich große Unterschiede beim Anteil der Hülsenfrüchte sowie bei den Nährwertgehalten. Negativ fiel der oft hohe Salzgehalt auf. Über die Herkunft der Hülsenfrüchte geben sehr wenige Hersteller Auskunft.

Die Verbraucherzentralen untersuchten im Frühjahr 2026 bundesweit in einer Stichprobe die Zusammensetzung von insgesamt 288 Eintöpfen, Suppen und Fertigmahlzeiten mit Hülsenfrüchten. 
Am häufigsten waren Bohnen, Erbsen und Linsen enthalten, gefolgt von Kichererbsen und Sojabohnen. Die Anteile schwankten je nach Produkt stark, in der Kategorie Fertigmahlzeiten beispielsweise zwischen 0,8 und 64 Prozent. „Wir empfehlen einen Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle. Dort zeigt sich, wie ein Produkt tatsächlich einzuschätzen ist“, erklärt Stella Glogowski, Leitung der Fachgruppe Lebensmittel und Ernährung bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Viele Produkte sind gute Protein- und Ballaststoffquellen 

Die meisten Fertiggerichte waren gute Proteinlieferanten. 263 Produkte (91 Prozent) erfüllten die Vorgaben der Health-Claims-Verordnung für die Auslobung „Proteinquelle“. Mehr als die Hälfte galten sogar als „proteinreich“. Hier fielen vor allem die untersuchten Eintöpfe auf, von denen drei Viertel „proteinreich“ waren. Dafür müssen 20 Prozent des Energiegehaltes aus Proteinen stammen. Für die Auslobung „Proteinquelle“ reichen 12 Prozent aus.

Für den Proteingehalt waren neben Hülsenfrüchten auch weitere Zutaten verantwortlich, zum Beispiel Fleisch. Bei den fleischhaltigen Fertigmahlzeiten und Suppen war der Proteingehalt im Durchschnitt deutlich höher als bei den veganen/vegetarischen Varianten. Bei Eintöpfen konnten die veganen Varianten annähernd mit denselben Proteingehalten punkten wie die fleischhaltigen Produkte.

Auch die Ballaststoffgehalte können sich sehen lassen: 125 Produkte erfüllen entweder die Vorgaben für „Ballaststoffquelle" oder „ballaststoffreich“.

Hersteller bewerben Proteingehalt kaum

Überraschenderweise machen Hersteller kaum Gebrauch von der möglichen Werbung. Nur 44 Produkte (knapp jeder sechste Hersteller) verwenden die erlaubten Nährwert-Claims. „Viele Lebensmittel mit Hülsenfrüchten sind von Natur aus gute Proteinquellen. Die Hersteller heben das auf der Verpackung allerdings nicht besonders hervor. Bei speziellen Proteinprodukten dagegen machen Hersteller den Eiweißgehalt zum zentralen Verkaufsargument, obwohl dieser häufig erst durch zugesetzte, hoch verarbeitete Zutaten entsteht. Protein ist offenbar nicht nur Nährstoff, sondern vor allem Marketing“, sagt Glogowski.

Nutri-Score im grün-gelben Bereich: Salzgehalt beachten 

Die Verbraucherzentralen konnten bei 221 Produkten den Nutri-Score feststellen, entweder war er auf dem Etikett zu finden oder er konnte anhand der Kennzeichnung berechnet werden: Fast die Hälfte der Produkte mit Nutri-Score (107) erhielt den Nutri-Score „A“ oder „B“, die andere Hälfte (113) den Nutri-Score „C“. 

Ein Wermutstropfen waren die hohen Salzgehalte der untersuchten Produkte mit durchschnittlich 0,9 Gramm pro 100 Gramm. Mit einer Suppenportion mit 400 Gramm nimmt man bereits mehr als die Hälfte der täglich maximal empfohlenen Zufuhr auf. 

Kaum freiwillige Angaben zur Herkunft

Zur Herkunft der Hülsenfrüchte gaben die Hersteller nur selten Auskunft. Dazu sind sie aber auch nicht verpflichtet. Lediglich drei Unternehmen informierten über das Herkunftsland, entweder direkt auf dem Etikett oder über einen QR-Code. 

Für mehr Klarheit haben die Verbraucherzentralen bei 62 Herstellern nachgehakt, woher die verwendeten Hülsenfrüchte stammen. Das Ergebnis aus sechs Rückmeldungen: Nur vereinzelt stammen die Hülsenfrüchte aus Deutschland. Mehr als die Hälfte der Hülsenfrüchte kommt aus EU-Ländern. Zwar werden Hülsenfrüchte hierzulande angebaut, landen aber überwiegend im Tierfutter.

Für die schnelle Küche können Fertiggerichte mit Hülsenfrüchten eine gute Wahl sein, denn sie enthalten reichlich Protein und Ballaststoffe. Kritisch zu bewerten ist der häufig vorkommende hohe Salzgehalt, wodurch nicht alle Produkte uneingeschränkt empfehlenswert sind oder nicht allzu häufig konsumiert werden sollten. Hier kann ein Blick auf die Nährwertangaben oder den Nutri-Score weiterhelfen.
 

Zu den Ergebnissen des Marktchecks

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