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Lüftungsanlage und Konzept: Was Sie für die Planung wissen müssen

Stand:
Für jede Wohnsituation sollten Sie ein passendes Lüftungskonzept planen, insbesondere nach einer energetischen Sanierung ,– egal ob mit oder ohne Lüftungsanlage.
Nahaufnahme einer Frau und ihrer Tochter.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Lüftungsanlage ist komfortabel, vermeidet hohe Wärmeverluste und kann – im Vergleich zur Fensterlüftung sogar Wärme zurückgewinnen.
  • Bei Neubau und umfangreicher energetischer Sanierung ist ein passendes Lüftungskonzept erforderlich. Durch eine energiesparende Gebäudehülle reicht oft die regelmäßige Fensterlüftung nicht aus und die Installation einer mechanischen Lüftungsanlage kann erforderlich sein.
  • Lüftungsanlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preisen. Hohe Investitionskosten lohnen sich in der Regel langfristig – insbesondere bei Anlagen mit Wärmerückgewinnung. Förderprogramme verringern die Anschaffungskosten.
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Frische Luft im Haus oder in der Wohnung: Welche Lüftungsarten gibt es?

"Abgestandene" oder unangenehm riechende Raumluft, hohe Luftfeuchtigkeit, Innenraumschadstoffe und Viren – es gibt gute Gründe regelmäßig zu lüften. Nur wenn Sie ausreichend für "frische Luft" sorgen und richtig heizen, können Sie für ein gesundes Raumklima sorgen. Das geht in der Regel über die sogenannte "freie Lüftung". Gemeint ist damit der durch Wind und Temperaturunterschiede verursachte Luftaustausch wie beim Lüften durch das Öffnen der Fenster (Fensterlüftung) oder der Luftzug über undichte Stellen an Bauteilen wie beispielsweise Tür- und Fensterspalten (Fugenlüftung).

Heutzutage werden Gebäude möglichst luftdicht gebaut, um unerwünschter Wärmeverluste zu vermeiden. Dies gilt auch bei der energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden. Wenn dann gleichzeitig mehrere Personen tagsüber nicht zuhause sind, wird es schwer, durch mehrfaches Lüften, den erforderlichen Mindestluftwechsel sicherzustellen. Das klassische Fensterlüften reicht da meist nicht mehr aus. Daher ist für Neubauten und sanierte Altbauten ein Lüftungskonzept erforderlich, das darüber informieren soll, welche technischen Lüftungsmöglichkeiten für die gewünschte Luftqualität geeignet sind.

Was ist ein Lüftungskonzept und für wen ist es erforderlich?

Ein Lüftungskonzept klärt im Vorfeld, welche Form der Lüftung am besten geeignet ist, um in einem Neubau oder nach einer Sanierung ein gesundes Wohnklima zu erreichen oder zu erhalten und auch Bauschäden zu vermeiden. Denn bauliche Veränderungen der Gebäudehülle, wie zum Beispiel der Austausch von mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster oder das Dämmen des Dachs, können zu erheblichen Veränderungen bei der Raumluftqualität führen.

Bauliche Veränderungen der Gebäudehülle können die Raumluftqualität beeinflussen und erfordern meist eine Anpassung der bisherigen Lüftungsgewohnheiten

Mit einem Lüftungskonzept kann unter anderem überprüft werden, ob die vorhandenen Undichtheiten in der Gebäudehülle in Kombination mit einer Fensterlüftung als Schutz gegen Feuchte und Schimmel ausreichen – auch wenn Sie tagsüber nicht zu Hause oder länger im Urlaub sind und keine Fenster öffnen können – oder ob dafür technische Lösungen notwendig sind. Dies können Lüftungselemente im Fensterrahmen, Durchlässe in der Außenwand sowie ventilatorgestützte zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen sein.

Ein Lüftungskonzept kann nach dem Schema der Norm DIN1946-6 (Lüftung von Wohnungen) erstellt werden. Für die Anforderungen an die gewünschten oder erforderlichen Luftqualitäten sind in dieser Norm 4 Lüftungsstufen unterteilt:

  1. Lüftung zum Feuchteschutz
    Grundlüftung, die auch bei längerer Abwesenheit und Leerstand dafür sorgen soll, dass es nicht zu Feuchteschäden kommt.
    Voraussetzung: Es wird keine Wäsche getrocknet.
  2. Reduzierte Lüftung
    Soll eine schadstofffreie Raumluft sowie den Bautenschutz gewährleisten, auch bei zeitweiliger Abwesenheit der Bewohner:innen – wie zum Beispiel durch einen Urlaub.
  3. Nennlüftung
    Normale Nutzung inklusive der aktiven Fensterlüftung, um einen hygienischen Mindeststandard sowie den Schutz vor Bauschäden sicherzustellen.
  4. Intensivlüftung
    Abbau von zeitweise hoher Feuchtigkeit in der Raumluft, beispielsweise durch Kochen und Waschen. Zusätzlich zur aktiven Fensterlüftung.

Planen Sie energetische Maßnahmen an Ihrem Gebäude? Dann prüfen Sie mithilfe unseres interaktiven Onlinetools, welche Konsequenzen dies in Bezug auf ein passendendes Lüftungskonzept haben kann. Alle Daten und Ergebnisse lassen sich ausdrucken und können zur ersten Information und als Gesprächsgrundlage für Ihre Sanierungsplanung dienen.

Welche Lüftungsanlagen gibt es? Lässt sich eine Anlage nachrüsten?

Je nach Gebäude, Bedarf und den individuellen Wünschen gibt es verschiedene Anlagensysteme oder deren Kombinationen. Besonders effiziente Lüftungsanlagen gewinnen Wärme aus der Abluft zurück und sparen somit Heizenergie ein. Auch in viele bestehende Wohnungen lassen sich Lüftungsanlagen nachrüsten. Fachplaner:innen, die sich auf Lüftungstechnik oder Gebäudesanierung spezialisiert haben, können Sie individuell beraten. Wir zeigen Ihnen eine erste Übersicht von Anlagen, die überwiegend in Wohngebäuden eingebaut werden:

Abluftanlage

Abluftanlagen sind die einfachste Form von Lüftungsanlagen und vergleichbar mit denen, die in vielen Häusern und Wohnungen mit innenliegenden Bädern zu finden sind. Ein Ventilator saugt in einem Bad oder in der Küche die feuchte oder belastete Luft an. Der dadurch erzeugte Unterdruck führt dazu, dass Luft aus anderen Räumen über Türschlitze oder sonstige Öffnungen nachströmt. Einstellbare Außenluftdurchlässe in der Hauswand oder in den Fensterrahmen der Wohn- und Schlafräume sorgen wiederum dafür, dass kontinuierlich frische Außenluft zuströmt. Ein Filter schützt die Leitungen und die Anlage davor, zu verschmutzen. Die Fenster aller Räume sollten bei Bedarf zusätzlich geöffnet werden.

Zentrale Abluftanlage im Einfamilienhaus
Abbildung: Abluftanlage im Einfamilienhaus

Legende bunte Pfeile

Da die transportierten Luftmengen gering sind, entsteht kein unangenehmer Durchzug. Sind Heizkörper in der Nähe der Fenster oder Außenluftdurchlässe, können sie die Luft schnell aufwärmen. Die Leistung des Abluftventilators lässt sich je nach Bedarf stufenweise einstellen und beispielsweise über den Lichtschalter oder durch Feuchtesensoren regeln.

Zentrale Zu- und Abluftanlage

Bei einer zentralen Zu-und Abluftanlage wird eine passende Wohnraumlüftung für das ganze Haus gesteuert. Da die Luft über jeweils eine zentrale Zu- und Abluftleitungen strömt, sind keine Durchlässe in den Hauswänden erforderlich. Mit einer Wärmerückgewinnung wird die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie genutzt, um über Wärmetauscher die einströmende Außenluft vorzuwärmen. Wenn Raumordnung und Deckenhöhe beispielsweise in einem Flur geeignet sind, lassen sich auch für einzelne Wohnungen zentrale Zu- und Abluftanlagen nachrüsten.

Zentrale Zu-/Abluftanlage im Einfamilienhaus
Abbildung: Zentrale Zu- und Abluftanlage im Einfamilienhaus

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Die feuchte Luft in Küche und Bad wird über Abluftöffnungen mit Filter abgesaugt und mit Abluftleitungen durch das Lüftungsgerät nach außen transportiert. Frischluft wird von außen angesaugt und gelangt über das Lüftungsgerät gefiltert und vorgewärmt per Zuluftleitungen in die Wohnräume. Dies geschieht in der Regel über sogenannte Weitwurfdüsen im oberen Bereich der Wände, so dass keine Zugluft entsteht.

Ein Wärmetauscher im Lüftungsgerät sorgt dafür, dass bis über 90 Prozent der Wärmeenergie aus der Abluft im Gebäude zurückbehalten und für das warme Wasser oder zur Unterstützung der Heizung genutzt werden kann. Mit der erwärmten Zuluft lässt sich in einem sehr gut gedämmten Gebäude, wie zum Beispiel einem Passivhaus, sogar die Raumheizung ersetzen.

Die Luftmengen können manuell oder über Sensoren geregelt werden, zum Beispiel abhängig von der Temperatur, dem CO2-Gehalt oder der gewünschten Luftfeuchtigkeit.

Damit die Anlage problemlos und effizient funktioniert, muss Folgendes bei der Planung berücksichtigt werden:

  • der Raumluftbedarf,
  • die Wohnungsgröße,
  • die Anzahl der Bewohner:innen sowie
  • die Reinigungsmöglichkeit aller Anlagenteile und Leitungen über ausreichende Revisionsöffnungen.

Dezentrale Zu- und Abluftanlage

Dezentrale Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung sind kompakte Lüftungsanlagen, die ohne aufwändig verlegte Leitungen auskommen. In den Außenwänden werden Durchlässe installiert, über die Luft zu- und abgeführt wird. Sie lassen sich daher leichter in Bestandsgebäuden nachrüsten und bieten sich auch als Lösung für einzelne, besonders beanspruchte oder ungünstig gelegene Räume an, wie zum Beispiel in Wohn- und Schlafräumen an viel befahrenen Straßen. Die Lüftungsgeräte benötigen mindestens einen Mauerwerksdurchbruch (Kernbohrung) sowie einen Stromanschluss. Da keine Leitungen im Haus notwendig sind, lassen sie sich einfach warten. Dezentrale Lüftungsgeräte sind je nach Grundriss- bzw. Wohnungssituation eine kostengünstige Alternative zur zentralen Zu- und Abluftanlage.

Dezentrale Zu-/Abluftanlage im Einfamilienhaus
Abbildung: Dezentrale Zu- und Abluftanlage (Einzelraumgeräte) im Einfamilienhaus

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Welche Vorteile hat eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung verringern Energieverluste und sorgen dafür, dass ausreichend vorgewärmte, gefilterte Luft ins Haus kommt. Sie helfen dadurch, Bauschäden zu vermeiden, und sorgen für ein gutes Raumklima.

Bei der Wärmerückgewinnung wird die in der Abluft enthaltene Wärmeenergie entzogen und für die Energieversorgung des Gebäudes genutzt, zum Beispiel für die Raumwärme über die Zuluft oder für die Warmwassererwärmung. Das steigert die Effizienz einer Lüftungsanlage und verringert den Gesamtenergiebedarf des Gebäudes. Dabei sollte der Wirkungsgrad der Anlage über 80 Prozent liegen. Prüfen Sie hierfür die Angabe des Herstellers.

Gute Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung weisen eine Arbeitszahl von 15 bis 20 auf. Sie sparen also 15 bis 20 mal mehr Energie in Kilowattstunden ein als sie an Energie (Strom) verbrauchen.

Welche Arten von Wärmerückgewinnung gibt es?

Um in einer Lüftungsanlage eine Wärmerückgewinnung zu erreichen, gibt es folgende Techniken:

Luft-Luft-Wärmetauscher

Der warme Abluftkanal wird am kalten Zuluftkanal im Gegenstrom- oder Kreuzstromprinzip vorbeigeführt und überträgt dadurch die Wärme an die in den Raum strömende Luft (Zuluft). Bei dezentralen Zu- und Abluftanlagen erfolgt der Luftaustausch innerhalb eines einzelnen Gerätes, das in einer Außenwand eingebaut ist. Der Wärmetauscher speichert beim Absaugen die Wärme der Raumluft (Abluft) und überträgt sie direkt – oder bei wechselnder Richtung des Luftstroms (Pendellüfter) – zeitverzögert an die in den Raum einströmende Zuluft. Die nach außen entweichende Luft (Fortluft) wird dabei abgekühlt.

Wärmepumpe

Als Alternative zum Wärmetauscher wird die Abluft mit Hilfe einer Wärmepumpe abgekühlt, bevor sie ins Freie abgeleitet wird. Die dadurch entzogene Wärme kann genutzt werden, um beispielsweise das Trinkwasser für das Bad zu erwärmen. Die überschüssige Wärme kann aber auch ins Heizungssystem geleitet werden und in Kombination mit dem vorhandenen Heizsystem zur Deckung des gesamten Heizenergiebedarfs beitragen.

Erdreichwärmetauscher

Die Verlegung von Zuluftleitungen im Erdreich, um den Wärmetauscher vor Vereisung zu schützen, ist mit einem hohen Investitionsaufwand verbunden. Ein möglicher Vorteil könnte im Sommer vorhanden sein, wenn die Zuluft mit angenehmen Erdreichtemperaturen ins Haus geführt wird. Doch Vorsicht: Zum Schutz vor Bakterien und Schimmelpilzbildung müssen die Luftkanäle in einem Gefälle verlegt werden, so dass Kondensationsfeuchte abgeleitet wird. Trotzdem besteht die Gefahr einer mikrobiellen Verunreinigung, daher werden Erdreichwärmetauscher für eine Lüftungsanlage vom Umweltbundesamtes nicht empfohlen.

Erdreich-Sole-Wärmetauscher

Wenn das Grundstück groß genug ist, kann ein Erdreich-Sole-Wärmetauscher eine Alternative sein. Die Übergabe der Erdwärme erfolgt dabei erst in einem nachgeschalteten Sole-Luft-Wärmetauscher. So wird die Zuluft nicht beeinträchtigt.

Was gehört zur Planung einer Lüftungsanlage?

Beziehen Sie eine Wohnungslüftungsanlage frühzeitig in die Überlegungen und Planungen für Ihren Neubau oder Ihre Sanierung ein. Damit die Anlage auch den gewünschten Komfort erzielt sowie wirtschaftlich und effizient arbeiten kann, müssen Sie Folgendes berücksichtigen:

Luftdichte Gebäudehülle

Nur wenn das Gebäude gut abgedichtet ist, kann eine Lüftungsanlage effizient arbeiten. Die Gebäudedichtheit sollte mit einer Luftdichtheitsmessung kontrolliert werden. So kann sichergestellt werden, dass die Zuluft gefiltert über die dafür vorgesehenen Lüftungsöffnungen in den Raum gelangt und nicht unkontrolliert durch Gebäudefugen.

Abluftzonen

Die Räume, aus denen die Luft abgesaugt wird (Bad, WC, Küche), sollten innerhalb des Gebäudes oder der Wohnung möglichst nah beieinander liegen, um zusätzliche Steigleitungen oder lange horizontale Leitungen zu vermeiden. Das verringert den Material- und Kostenaufwand.

Elektrischer Verbrauch

Die Ventilatoren der Anlage sind für den Stromverbrauch verantwortlich. Für Wohnungslüftungsanlagen genügt meist die niedrigste Stufe der spezifischen Ventilatorleistung (SFP 1). Bei einem Einfamilienhaus ist, je nach Anlage und Größe der Wohneinheit, mit einem jährlichen Stromverbrauch von circa 200 bis 400 Kilowattstunden zu rechnen. Gut eingestellte Lüftungsanlagen – insbesondere mit Wärmerückgewinnung – sparen mehr Energie ein als sie an Strom verbrauchen.

Energielabel

Dezentrale und zentrale Lüftungsgeräte haben wie Haushaltsgeräte ein Energieeffizienzlabel. Aktuell zu kaufende Geräte sind in die Energieeffizienzklassen A+ bis D eingeteilt. Das Label bewertet neben dem Schalleistungspegel dB (A) und dem Stromverbrauch die theoretische Energieeinsparung in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr gegenüber der klassischen Fensterlüftung. Diese Einsparung muss mindestens 20 Kilowattstunden im Jahr betragen. Davon ausgenommen sind nur reine Abluftgeräte, die weniger als 30 Watt Leistung haben – wie beispielsweise einfache Toilettenlüfter.

Energielabel Lüftungsanlage mit ErklärungspunktenEnergielabel Lüftungsanlage Erklärung

Raumluftabhängige Feuerstätten

Kaminöfen, atmosphärische Kessel/Thermen oder Gasherde sind so genannte raumluftabhängige Feuerstätten. Sie benötigen Luft aus dem Raum, in dem sie sich befinden. Sollen diese Feuerstätten gemeinsam mit einer Lüftungsanlage betrieben werden, müssen die zuständigen Schornsteinfeger:innen frühzeitig in die Anlagenplanung einbezogen werden. Je nach Anlage können Klappen und Schaltungen dafür sorgen, dass sich beide Systeme parallel betreiben lassen.

Wartung mitdenken

Eine Lüftungsanlage sowie ihre Bestandteile und Leitungen müssen so geplant, ausgeführt, eingebaut und gewartet werden, dass sie dauerhaft in einem sauberen Zustand bleiben. Dazu müssen ausreichend Wartungsöffnungen eingeplant und Lüftungsleitungen auch in der Bauphase vor Staub und Schmutz geschützt werden.

Im Betrieb: Wie ist die Lüftungsanlage einzustellen?

Bevor die Lüftungsanlage in Betrieb geht, muss sie richtig eingestellt und die Lüftungsströme müssen korrekt an die geplante Ventilöffnung sowie an die gewünschte Nutzung angepasst, das heißt "einreguliert" werden. Lassen Sie sich die Funktion und Betriebsweise der Lüftungsanlage ausführlich erklären. Bei Abluftanlagen, die mit einem Kippschalter eingeschaltet werden, ist die Funktion einfach. Bei einer zentralen Lüftungsanlage wird die Grundlüftung an dem Gerät eingestellt; die Leistung in den einzelnen Räumen lässt sich zusätzlich anpassen. Die optimale Luftqualität können Sie auch mit CO2-Sensoren und Luftfeuchtemesser (Hygrometer) überwachen lassen und so automatisch regulieren.

Wie oft muss eine Lüftungsanlage gereinigt und gewartet werden?

Einmal im Jahr sollten Sie die Lüftungsanlage warten und reinigen lassen. Besonders die Filter müssen regelmäßig ausgetauscht werden. Feinstaubfilter ab der Klasse F7 entfernen über 90 Prozent der Schwebstoffe wie Pollen oder Staub aus der Zuluft. Je nach Belastung der Luft (innen/außen) sollten Sie nach drei bis sechs Monaten aus hygienischen Gründen die Zuluftfilter wechseln bzw. wechseln lassen; spätestens jedoch nach einem Jahr.

Für die Abluftfilter empfehlen wir ebenfalls eine regelmäßige Kontrolle und bei Bedarf den Austausch. Je nach Staubanfall und Pollenbelastung verstopfen die Filter mehr oder weniger schnell. Eine installierte automatische Filterüberwachung, bei der der Zustand der Filter geprüft wird, gibt eine rechtzeitige Meldung an die Bewohner:innen Die von vielen Herstellern integrierte zeitabhängige Filterüberwachung ist dagegen nur die zweitbeste Lösung. Bei rechtzeitigem Filterwechsel bleiben auch die Leitungen über Jahre sauber und die Wirksamkeit der Anlage bestehen.

Für die Reinigung der Luftleitungen sollten an geeigneter Stelle Revisionsöffnungen und möglichst kurze Luftleitungen vorteilhaft. Auch hier empfiehlt es sich, eine Fachfirma mit der Reinigung und Wartung nach etwa 10 Jahren zu beauftragen.

Eine gute Übersicht, welche Anlagentechniken es gibt und welche für die Nachrüstung im Bestand oder für den Neubau am besten geeignet sind, finden Sie auch in der Broschüre "Anforderungen an Lüftungskonzeptionen in Gebäuden - Teil 2: Wohngebäude" des Umweltbundesamtes.

Wenn eine Fachfirma die Wartung durchführt, sollten Sie außerdem die anfangs eingestellte Einregulierung überprüfen lassen. Bei einer Reinigung der Anlage können die ursprünglichen Einstellungen verloren gehen.

Wie hoch sind die Kosten für eine Lüftungsanlage und ein Lüftungskonzept?

Auch wenn die Anschaffungskosten auf den ersten Blick hoch sind, denken Sie daran: Diesen Kosten stehen ein effektiver Schutz vor Feuchteschäden, eingesparte Heizkosten durch weniger Wärmeverluste und eine gesteigerte Wohnqualität gegenüber.

Die Kosten für ein Lüftungskonzept hängen in der Regel von der Größe des Gebäudes ab. Bei einem Ein- und Zweifamilienhaus müssen Sie mit Kosten von rund 300 bis 400 Euro rechnen. Eine zuverlässige Auskunft geben in jedem Fall Energieberater:innen oder Planer:innen für haustechnische Anlagen, die das Konzept auch erstellen.

Was eine Lüftungsanlage kostet, hängt vom Anlagensystem, den baulichen Gegebenheiten und Ihren Komfortansprüchen ab. Beim Einbau einer Lüftungsanlage im Bestand lassen sich die Kosten im Vorfeld nur abschätzen, da sich manche Einflussfaktoren erst während der Sanierung ergeben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dort gibt es auch eine Datenbank mit Anlagen zur Wohnungslüftung, die vom TZWL getestet wurden.

Eine Übersicht aller auf dem Markt befindlichen Wohnungslüftungsanlagen incl. der Hinweise zur Energieeffizienz.

Zu den einmaligen Investitionskosten kommen noch laufende Kosten für Betriebsstrom sowie für Wartung, Filterwechsel und Reinigung hinzu. So bezahlen Sie zum Beispiel bei einem Strombedarf der Lüftungsanlage von 300 Kilowattstunden pro Jahr (kWh/a) in etwa 80 Euro im Jahr bei durchgehendem Betrieb (Berechnungsgrundlage: Durchschnittlicher Arbeitspreis von 28 Cent/kWh). Die Kosten für einen kompletten Filtersatz betragen ca. 40 bis 90 Euro im Jahr. Die komplette Reinigung von Kanälen ist nach vorhergehender Inspektion nur alle zehn Jahre erforderlich und kostet zwischen 400 bis 800 Euro.

Wenn Ihnen die spezifische Ventilatorleistung (SFP) bekannt ist, können Sie die Betriebskosten mit der folgenden Formel selbst berechnen:

  1. Ermitteln Sie zunächst den Strombedarf der Lüftungsanlage in (kWh/a), indem Sie die spezifische Ventilatorleistung (Wh/m³) mit dem Luftvolumenstrom (m³/h) und der jährlichen Betriebszeit (h/a) multiplizieren und durch 1000 teilen.
  2. Multiplizieren Sie dann den ausgerechneten Strombedarf mit Ihrem Strompreis pro Kilowattstunde. Wenn Sie Ihren aktuellen Strompreis nicht zur Hand haben, können Sie zunächst auch den durchschnittlichen Arbeitspreis nehmen.

Noch einfacher geht es mit unserem Onlinerechner:

Betriebskosten meiner geplanten Lüftungsanlage

Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland beträgt zurzeit 33 Cent pro Kilowattstunde.

Welche Fördermittel gibt es?

Um Fördermittel für eine energetische Sanierung beantragen zu können, ist zum Schutz vor Tauwasser und Schimmelbildung ein Lüftungskonzept erforderlich. Dieses wird ebenfalls gefördert und muss nach den Vorgaben der DIN 1946-6 oder vergleichbarer Anwendungen erstellt werden.

Es werden nur Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gefördert, da diese dabei helfen, Heizenergie zu sparen und damit die Umwelt und das Klima zu schonen. Fördermittel für Lüftungsanlagen gibt es über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), sowie in Nordrhein-Westfalen über das Förderprogramm des Landes progres.nrw.