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Nebenjob im Studium – was Studierende beachten müssen

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Ein Nebenjob während des Studiums macht finanziell unabhängiger. Doch wer viel nebenher arbeitet, um die laufenden Kosten zu decken, riskiert andere Vergünstigungen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Während der Vorlesungszeit dürfen Studierende nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten, um andere Vergünstigungen nicht zu verlieren.
  • Übersteigt das regelmäßige Gesamteinkommen 455 Euro im Monat oder 6460 Euro jährlich, müssen sich Studierende selbst krankenversichern und Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen.
  • Eine Ausnahme bilden die sogenannten Minijobs. Hier gilt die 450-Euro-Marke.
  • BAföG-Empfänger, die mehr als 450 Euro verdienen, müssen einen Teil des Einkommens mit der staatlichen Förderung verrechnen.
  • In der vorlesungsfreien Zeit haben Studierende mehr Spielraum.
Studentin zwischen Nebenjob und Uni-Verpflichtungen
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Ein Nebenjob während des Studiums macht finanziell unabhängiger, fordert aber seinen Preis, weil weniger Zeit für das Studium und die Erholung bleibt. Zudem können Studierende Vergünstigungen verlieren, wenn sie zu viel neben dem Studium arbeiten oder verdienen.

Nebenjobs: So viel Arbeit ist neben dem Studium möglich

Für ein Vollzeitstudium investieren Studierende im Schnitt 40 Stunden pro Woche; Präsenzveranstaltungen wie Vorlesungen, AGs und Seminare müssen eigenständig vor- und nachbereitet werden. Viel Zeit zum Jobben bleibt da nicht, trotzdem arbeiten immer mehr Studierende nebenher – rund Zwei Drittel aller Studierenden. Das ist kein Problem, solange sie während der Vorlesungszeit nicht mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Dann gelten sie als Werkstudenten und müssen auf ihre Beschäftigung keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlen. Wer mehr arbeitet, verliert seinen Status als Student. 
In der vorlesungsfreien Zeit gilt die 20-Stunden-Regelung nicht. Allerdings ist bei Beschäftigungen mit mehr als 20 Stunden in der vorlesungsfreien Zeit die Versicherungsfreiheit ausgeschlossen, wenn diese Beschäftigungen in der Woche zeitlich unbefristet oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet sind.

Einkommensgrenzen: Die 450-Euro-Marke

Neben der Arbeitszeit spielt auch das Einkommen eine wichtige Rolle. Viele Studierende sind bis zum 25. Geburtstag in der Krankenkasse der Eltern beitragsfrei mitversichert. Liegt ihr regelmäßiges Gesamteinkommen über 455 Euro im Monat, müssen sie sich selbst krankenversichern und Beiträge zur Pflegeversicherung zahlen. 

Achtung! Zum Einkommen zählen zum Beispiel auch Einkünfte aus Kapitalerträgen. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Minijobs. Wer bis 450 Euro verdient und keine weiteren Einkünfte hat, bleibt in der Familienversicherung.

Für Studierende, die die Einkommensgrenze der Familienversicherung überschreiten, gibt es die Studentische Krankenversicherung. Sie kostet ca. 76 Euro im Monat, etwas über 20 Euro müssen in die Pflegeversicherung eingezahlt werden (Stand  März 2020). Hinzu kommt noch ein Zusatzbeitrag. 

Diese Beiträge gelten normalerweise unabhängig vom Arbeitsentgelt aus der abhängigen Beschäftigung, wenn nicht mehr als 20 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Kommen neben dem Studium jedoch andere Einnahmen wie etwa ein Gewinn aus selbständiger Tätigkeit hinzu, können in bestimmten Fällen Beiträge hierauf anfallen.

Auch beim BAföG gilt die 450-Euro-Marke. Wer mehr verdient, muss einen Teil des Einkommens mit dem BAföG verrechnen.

Tipp: Stipendiaten oder Geförderte eines Bildungsfonds stoßen schnell auf Ablehnung, wenn sie in nennenswertem Umfang jobben. Schließlich sollen sie ihre Energie ins Studium stecken. Wer für einen Urlaub oder eine teure Anschaffung etwas hinzuverdienen möchte, sollte sich besser vorab beim Ansprechpartner des Förderwerkes oder des Bildungsfonds das Okay holen.

Selbstständig als Student

In manchen Jobs bietet es sich an, selbstständig auf Rechnung zu arbeiten. Das gilt zum Beispiel für Grafikdesigner, die nebenher Webseiten gestalten, oder Musikstudenten, die Instrumentalunterricht geben. Aber auch Messe-Hostessen oder Umzugshelfer sind häufig selbstständig tätig. Das ist so lange kein Problem, wie sie nebenberuflich selbstständig arbeiten und monatlich regelmäßig nicht mehr als 455 Euro verdienen (Stand 2020). Dann können sie in der Familienversicherung krankenversichert bleiben. 

Ob die selbständige Tätigkeit tatsächlich nebenberuflich ist, entscheidet die Krankenkasse . Maßgeblich sind die Arbeitszeit und das Einkommen. Mehr als 20 Stunden pro Woche oder ein monatliches Einkommen von mehr als 3/4 der Bezugsgröße für Krankenversicherung (die Bezugsgröße liegt 2020 bei monatlich 3.185 EUR) sind üblicherweise ein Zeichen dafür, dass man als Student hauptberuflich selbstständig ist. Als Selbständiger spielt neben der Krankenversicherung auch die Rentenversicherung eine Rolle. Da Selbstständige nur bei bestimmten Tätigkeiten in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen müssen, sollten sich interessierte hier bei ihrer Beratungsstelle der Deutsche Rentenversicherung (DRV) am jeweiligen Wohnort.