Qualität in Pflegeheimen: Wie wird sie gemessen und bewertet?
Wer einen Platz in einem Pflegeheim sucht, kann sich zur Orientierung die öffentlich zugänglichen Qualitätsbewertungen anschauen. Diese sind im Internet zu finden und ermöglichen auch den Vergleich verschiedener Heime.

Das Wichtigste in Kürze:
- Die Qualität von Pflegeheimen muss nach einem bundesweit einheitlichen System dargestellt werden. Die Darstellung der Qualität basiert auf 3 Säulen.
- Auf verschiedenen Internet-Portalen der Pflegekassen sind die Qualitätsbewertungen zu finden. Zum Beispiel der Pflegenavigator der AOK, der Pflegelotse der Ersatzkassen oder der Pflegefinder der Betriebskrankenkassen.
- Das kann helfen, mehrere Einrichtungen miteinander zu vergleichen und sich dazu die Qualitätsbereiche herauszusuchen, die Ihnen besonders am Herzen liegen.
- Entscheidend bleibt bei der Suche nach einem passenden Pflegeheim aber: Schauen Sie sich Einrichtungen selbst vor Ort an. Wir geben praktische Tipps dafür.
Wie sieht die Qualitätsdarstellung für Pflegeheime aus?
Wichtig ist, sich einen ausführlichen eigenen Eindruck von den Einrichtungen zu machen, die für Sie oder Ihre Angehörigen in Frage kommen. Nehmen Sie sich Zeit für diese Besuche. Sprechen Sie mit der Heimleitung, aber auch mit Bewohnenden und Angehörigen.
Die Qualitätsdarstellung fußt auf 3 Säulen:
- Externe Qualitätsprüfung
Ein Bestandteil der Qualitätsdarstellung sind Ergebnisse aus externen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst beziehungsweise den Prüfdienst der privaten Krankenversicherungen, zum Beispiel Körperpflege, Essen und Trinken oder Wundversorgung. - Interne Qualitätsprüfung
Die Einrichtung erfasst selbst 2 Mal pro Jahr die Qualität ihrer Pflege anhand vorgegebener bundesweit einheitlicher Qualitätskriterien, den sogenannten Indikatoren. Beispiele sind die Entstehung von Druckgeschwüren oder ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust der Bewohnerin oder des Bewohners. - Freiwillige Informationen zu strukturellen Einrichtungsmerkmalen
Zu dieser 3. Säule zählen allgemeine, strukturelle Informationen der Einrichtung zu ihrem Angebot, zum Beispiel Angaben zum Personal.
Die Ergebnisse werden in einer kompakten Übersicht dargestellt, die zusätzlich noch einen Vergleich zur vorangegangenen Prüfung enthält. Wie genau das aussieht, finden Sie auf den Seiten der Geschäftsstelle des Qualitätsausschusses Pflege.

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Die Qualitätsdarstellungen der Pflegeheime finden Sie im Internet zum Beispiel im Pflegenavigator der AOK, im Pflegelotsen des vdek und im PflegeFinder der BKK.
Wichtige Punkte, auf die Sie bei der Suche nach einem passenden Pflegeheim achten können, finden Sie zudem im verlinkten Artikel.
Was ist die externe Qualitätsprüfung für Pflegeheime?
Die externe Qualitätsprüfung wird regelmäßig einmal pro Jahr oder anlassbezogen durch ein Team von Prüfern des Medizinischer Dienstes (MD) oder des Prüfdienstes der PKV (Verband der Privaten Krankenversicherung) durchgeführt. Der Prüfrhythmus kann für Einrichtungen mit einer hohen Qualität auch auf maximal 2 Jahre verlängert werden.
Wichtig zu wissen: Regelprüfungen werden zukünftig 1 Tag vorher angekündigt. In der Prüfung wird eine Stichprobe von 9 Bewohnenden geprüft. Die Teilnahme ist freiwillig, die betroffenen Bewohnenden (oder Betreuenden) müssen dazu ihre Einwilligung geben.
20 der überprüften Qualitätsaspekte fließen in die veröffentlichten Ergebnisse ein. Dabei liegt das Gewicht auf bewohnerbezogenen Kriterien, bezogen auf die Versorgungsqualität in allen Lebensbereichen. Struktur-Kriterien (also das, was die Einrichtung vorhalten muss) treten in den Hintergrund, ebenso wie reine Dokumentations-Auffälligkeiten.
Ein Qualitätsdefizit liegt vor, wenn für die Bewohnenden ein Risiko oder sogar eine negative Folge entstehen würde.
Darüber hinaus werden die von der Einrichtung erhobenen Ergebniskriterien mittels Stichprobe auf Korrektheit überprüft. Dadurch sollen Falschangaben bei der Datenerhebung durch die Einrichtungen verhindert werden. Dabei müssen die Beteiligten die Daten der Bewohnenden besonders gut schützen.
Die Prüfergebnisse werden in einer 4-stufigen Skala mit Quadraten dargestellt und reichen von "keine oder geringe Qualitätsdefizite" (4 gefüllte Quadrate) bis hin zu "schwerwiegende Qualitätsdefizite" (ein gefülltes Quadrat).

Interne Qualitätsprüfung: Was sind Ergebnisindikatoren für Pflegeheime?
Die Einrichtungen sind an den Qualitätsprüfungen maßgeblich beteiligt: Jede Einrichtung muss 2-mal jährlich sogenannte Ergebnisindikatoren erheben. Ergebnisindikatoren sind Kennzahlen, die die Qualität widerspiegeln, wie die Entstehung von Druckgeschwüren. Sie werden an eine zentrale Datenauswertungsstelle (DAS) übermittelt.
Es werden 10 Ergebnisindikatoren in drei verschiedenen Bereichen für die gesamte Bewohnerschaft einer Einrichtung erhoben.
Die 3 Qualitätsbereiche sind:
- Erhalt und Förderung der Mobilität: Damit ist die Beweglichkeit gemeint.
- Schutz vor gesundheitlichen Schädigungen und Belastungen: Dazu zählen die Entstehung von Druckgeschwüren.
- Unterstützung bei spezifischen Bedarfslagen: Hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbergen sich ganz unterschiedliche Themen, zum Beispiel das Integrationsgespräch. Das bedeutet etwa: Hat sich die pflegebedürftige Person gut eingelebt? Bedurfte es der Fixierung durch Gurte oder Bettseitenteile? Wie ist die aktuelle Schmerzeinschätzung?
Um bestimmte Risikogruppen besser abbilden zu können, werden Menschen mit kognitiven Einschränkungen, also zum Beispiel Menschen mit Demenz, und Menschen mit einem hohen Dekubitusrisiko, also die mit einem hohen Risiko, sich wund zu liegen, besonders betrachtet.
Das bedeutet: der Qualitätsindikator "Erhaltene Mobilität" wird in 2 Untersuchungsgruppen geprüft, nämlich für
- Bewohner ohne kognitive Einbußen und
- für Bewohner mit mindestens erheblichen kognitiven Einbußen.
Ähnlich verhält es sich bei dem Qualitätsindikator Dekubitus-Entstehung: Hier werden die Bewohnergruppen mit einem geringen Dekubitusrisiko und die Bewohnergruppen mit einem hohen Dekubitusrisiko separat betrachtet.
Nachfolgend sehen Sie die Ergebnisindikatoren im Überblick:

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Die Ergebnisse der Qualitätsindikatoren der Pflegeheime werden je Indikator in einer Skala von "weit über" bis "weit unter" dem Durchschnitt veröffentlicht:

Was sind strukturelle Einrichtungsinformationen für Pflegeheime?
Die "Informationen über die Pflegeeinrichtung" werden von den Heimen selbst erstellt und können 12 Bereiche umfassen:
- Allgemeine Informationen über die Einrichtung / externe Dienstleistungen
- Ausstattung
- Spezialisierung / Versorgungsschwerpunkte
- Möglichkeiten des Kennenlernens der Einrichtung
- Gruppenangebote
- Religiöse Angebote
- Einbeziehung von Angehörigen
- Kontakte der Einrichtung zum sozialen Umfeld / Quartier
- Personelle Ausstattung (im Bereich Pflege und Betreuung)
- Kooperationsvereinbarungen
- Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase
- Zusätzliche kostenpflichtige Kooperationen
Diese strukturellen Einrichtungsinformationen sind freiwillige Angaben der Einrichtung. Selbst die personelle Ausstattung der Einrichtung (Punkt 9), wie viele Pflegekräfte in der Einrichtung beschäftigt oder wie diese ausgebildet sind, muss also nicht verpflichtend dargestellt werden.







